Generationswechsel beim Büttenabend von 42 42 Rees 4
Die Moderatoren Markus Kresken und Nico Labonte im Interview
REES. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil eines gelungenen Büttenabends: die Moderation. Markus Kresken hat diese Aufgabe viele Jahre bei 42 42 Rees 4 geprägt und zieht sich nun schrittweise zurück. Im vergangenen Jahr moderierte er erstmals gemeinsam mit seinem Nachfolger Nico Labonte, der den Abend in dieser Session federführend übernimmt. Im Interview sprechen beide über den Generationenwechsel, den Verein udn die Session.
Herr Kresken, Sie haben den Büttenabend viele Jahre moderiert. Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, einen Schritt zurückzugehen?
Markus Kresken: Weil der Büttenabend nicht von einer Person abhängen darf. Mir war immer wichtig, dass das, was wir hier machen, Bestand hat – auch über einzelne Namen hinaus. Ich habe diese Rolle viele Jahre mit Freude ausgefüllt. Aber genauso wichtig ist es, rechtzeitig Platz zu machen und Verantwortung weiterzugeben.
Ist das für Sie ein Abschied – oder eher eine bewusste Staffelübergabe?
Kresken: Ganz klar eine Staffelübergabe. Ich gehe ja nicht weg, sondern trete bewusst einen Schritt zurück. Der Büttenabend bleibt mir wichtig, aber eben aus einer anderen Rolle heraus. Den Vorsitz des Vereins werde ich auch weiterhin gern übernehmen, sofern mich die Mitglieder dabei weiter unterstützen.
Herr Labonte, wie kam es dazu, dass Sie nicht plötzlich übernommen haben, sondern gezielt aufgebaut wurden?
Nico Labonte: Das war ein sehr bewusster Prozess. Markus hat früh signalisiert, dass er die Moderation nicht ewig machen möchte. Statt jemanden ins kalte Wasser zu werfen, haben wir gesagt: Wir machen das gemeinsam, Schritt für Schritt. Das hat mir Sicherheit gegeben – und Respekt vor der Aufgabe.
Im vergangenen Jahr haben Sie erstmals gemeinsam moderiert. Warum war Ihnen dieser Übergang wichtig?
Kresken: Weil man Moderation nicht erklären kann wie eine Checkliste. Man muss erleben, wie ein Saal reagiert, wie man Stimmung aufnimmt oder auch mal auffängt. Das geht am besten gemeinsam.
Labonte: Für mich war das enorm wertvoll. Ich konnte mich ausprobieren, wusste aber: Da ist jemand mit Erfahrung an meiner Seite.
Gab es einen Moment, in dem klar war: Das funktioniert?
Labonte: Ja, ziemlich früh. Wir sind bereits gemeinsam bei der Mehrer Karnevalsband „Die Floppers“ aktiv und haben dort gemerkt, dass wir zwar unterschiedlich sind, uns aber sehr gut ergänzen.
Kresken: Und vor allem: Das Publikum hat es im vergangenen Jahr gut angenommen. Das ist am Ende entscheidend.
Was haben Sie jeweils voneinander gelernt?
Kresken: Dass neue Blickwinkel guttun. Nico geht Dinge teilweise anders an – das hält einen selbst wach.
Labonte: Gelassenheit. Markus hat mir gezeigt, dass man nicht alles kontrollieren muss, sondern dem Abend auch vertrauen kann.
Was macht den Büttenabend von 42 42 Rees 4 aus Ihrer Sicht besonders?
Kresken: Wir sind ein etwas anderer Karnevalsverein und knüpfen an die große Tradition des BSV Mehr an, der das Karnevalsgeschehen in Mehr viele Jahre geprägt hat. Wir haben kein eigenes Prinzenpaar, keinen Elferrat oder Ähnliches. Daher freuen wir uns immer, dass wir neben unseren Nachbarn aus Haffen immer auch ein paar große regionale Gastvereine, zum Beispiel aus Wesel, Kleve oder Emmerich, bei unseren Büttenabenden begrüßen durften.
Labonte: Aber der Kern unseres Büttenabends ist: Viele Gäste und Akteure kennen sich, vieles ist lokal, manches auch sehr selbstironisch. Das ist Karneval aus dem Ort für den Ort.
Wie wichtig ist die Moderation für den Charakter eines solchen Abends?
Labonte: Die Moderation hält den roten Faden. Sie gibt Struktur, aber sie darf sich nicht in den Vordergrund drängen. Der Star ist der Saal, nicht der Moderator.
Der Büttenabend ist die zentrale Saalveranstaltung des Vereins. Wenige Tage später folgt mit dem Rosenmontagszug ein ganz anderes, aber ebenso wichtiges Ereignis. Wie hängen diese beiden Formate für Sie zusammen?
Kresken: Beides gehört für uns zusammen. Der Büttenabend ist der Ort, an dem man sich begegnet, lacht und mit einem bunten Programm einen Sitzungskarneval feiert. Der Rosenmontag trägt dieses Gefühl dann nach draußen auf die Straße. Mit dem gemeinsamen Frühstück der Wagenbauer in Haffen, dem Zug nach Mehr und der Feier hier am Marktplatz und im Zelt ist es eine runde Sache!
Labonte: Beim Büttenabend entsteht Gemeinschaft im Saal, beim Rosenmontagszug entlang der Strecke. Viele, die auf der Bühne stehen oder im Publikum sitzen, sind ein paar Tage später auch im Zug aktiv. Und lange vorher schon mit dem traditionellen Wagenbauen der Mehrer Schützenzüge und des Throns aus Mehr. Genau das macht Karneval hier aus.
Hat sich das Publikum in den letzten Jahren verändert?
Kresken: Ja, durchaus. Die Erwartungen sind vielfältiger geworden. Gleichzeitig merken wir auch: Die Menschen wollen genau diesen gemeinsamen Abend – live, vor Ort, miteinander.
Herr Labonte, was möchten Sie künftig beibehalten – und wo setzen Sie eigene Akzente?
Labonte: Beibehalten möchte ich den Charakter des Abends: bodenständig, offen, mit viel Lokalbezug. Eigene Akzente wird es geben, aber behutsam. Der Büttenabend lebt von Kontinuität, nicht von ständigen Brüchen.
Herr Kresken, wie fühlt es sich an, den Büttenabend künftig aus einer anderen Perspektive zu erleben?
Kresken: Ehrlich gesagt: gut. Ich kann den Abend ganz anders genießen. Und ich weiß, dass er in guten Händen ist.
Was wünschen Sie dem Büttenabend und dem Verein für die kommenden Jahre?
Kresken: Dass wir weiterhin Menschen finden, die Verantwortung übernehmen – so wie Nico jetzt.
Labonte: Und dass wir uns treu bleiben: Karneval als Ausdruck von Frohsinn und Gemeinschaft – nicht als Pflichtprogramm.
Termine bei 4242 Rees 4
Die Karnevalssitzungen von 4242 Rees 4 im Festzelt in Rees-Mehr:
Altweibersitzung: Donnerstag, 12. Februar, 16.11 Uhr
Kinderkarneval: Freitag, 13. Februar, 15.11 Uhr
14. Büttenabend: Samstag, 14. Februar, 18.11 Uhr
Markus Kresken (l.) übergibt den Moderator-Staffelstab – beziehungsweise symbolisch das Vereinswappen von 42 42 Rees 4 – an Nico Labonte. Foto: privat