Generationenwechsel in Alpen
Peter Nienhaus zieht sich als Ortssprecher der Grünen in Alpen zurück; Maximilian Böttcher übernimmt
„Nun leiten wir einen Generationenwechsel ein“, sagt Nienhaus, der seit der Gründung des Alpener Ortsverbandes im Jahr 1994 in verschiedenen Funktionen in der Kommunalpolitik tätig war. Seit 16 Jahren sitzt er auch im Gemeinderat und übt dort zurzeit sogar das Amt des Fraktionssprechers aus. Nun möchte er langsam kürzertreten und fängt im Alpener Ortsverband der Grünen an.
Das Amt des Ortsverbandssprechers, das er seit drei Jahren ohnehin nur noch kommissarisch ausführe, gibt er nun Schritt für Schritt an Böttcher weiter. „In den nächsten beiden Jahren werden wir beide das Amt noch tandemmäßig gemeinsam ausüben, damit ich noch Erfahrungen sammeln kann. Ich habe in den vergangenen beiden Monaten aber bereits viel gelernt“, sagt Böttcher, der aber immer mehr die alleinige Verantwortung übernehmen soll und möchte.
Was die zu angehenden Themen der nächsten Jahre angeht, sind sich beide einig. Vor allem die Mobilität stehe im Vordergrund. „Als Gymnasiast des Lise-Meitner-Gymnasiums in Geldern, der im nächsten Jahr sein Abitur absolvieren wird, bekomme ich genau mit, woran es hapert. Die Schulbusse sind überfüllt. Zudem fahren spätestens nach 20 Uhr überhaupt keine Busse mehr“, sagt Böttcher. Schüler würden mit ihrem 18. Geburtstag sofort auf das eigene Auto setzen. Die angestrebte Mobilitätswende gehe anders.
Auch die Bahnstrecke und das Dauerthema, die Bahnstrecke der Regionalbahn 31 von Xanten nach Duisburg, besser bekannt als „der Niederrheiner“ oder kurz „RB31“, müsse dringend angegangen werden. „Die Grundsanierung der Bahnstrecke, die für 2030 anvisiert ist, wollen wir bereits auf 2025 vorziehen“, sagt Nienhaus. Noch ernster sei jedoch das Thema Klimawandel. „Die Klimakrise ist nicht mehr zu stoppen, höchstens aufzuhalten“, sagt der gebürtige Dingdener, der aber seit 1989 in Alpen lebt. Der Plan der Bundesregierung, die Anzahl der erneuerbaren Energien zu verdoppeln, sei gut, aber noch nicht ausreichend. Maximilien Böttcher möchte sich in den nächsten Jahren auch in Alpen für den Ausbau von Windkraftanlagen einsetzen.
Bis (mindestens) 2025 wird Peter Nienhaus noch für die Grünen im Alpener Gemeinderat tätig sein. Dort führt nach der CDU die zweitstärkste Fraktion. Außerdem ist er für seine Partei auch im Kreistag vertreten. „Was danach kommt, wird man sehen“, lässt Nienhaus offen.
Böttcher ist für die Grünen bereits als sachkundiger Bürger im Alpener Jugend-, Schul-, Sport- und Kulturausschuss tätig. „Wie es mit meiner politischen Laufbahn weitergeht, hängt auch ganz stark davon ab, was ich nach dem Abitur machen werde“, sagt Böttcher.
Er strebe ein Studium im Bereich Recht an, habe aber noch keine Zusage. Sollte er jedoch in der Nähe seiner Heimatgemeinde Alpen bleiben, könne er sich nach der nächsten Kommunalwahl auch ein Ratsmandat vorstellen. Sabrina PetersPeter Nienhaus und Maximilian Böttcher üben das Amt des Ortsverbandssprechers aktuell tandemmäßig aus, ehe Böttcher es komplett übernehmen soll. NN-Foto: SP