Gemeinschaft erleben im Kesseler Pfarrgarten
Rückblick auf den Spargelmarkt 2025 und Vorfreude auf die nächste Ausgabe
KESSEL. Seit 2001 ist der Kesseler Spargelmarkt ein fester Bestandteil des Dorflebens. In diesem Jahr wurde er zum 22. Mal vom Verkehrs- und Heimatverein (VHV) ausgerichtet – und erneut im Pfarrgarten gefeiert, einem Ort, der sich im Vorjahr spontan bewährt hatte: Damals hatte ein Sturm in der Nacht vor dem Fest die Zelte rund um die Kirche beschädigt, und man wich kurzfristig in den Pfarrgarten aus – zur Freude vieler Besucher, die sich auch für 2025 wieder genau diesen Veranstaltungsort wünschten.
Zuvor hatte der Markt viele Jahre rund um den Kaiser-Otto-Platz und später um die Kirche stattgefunden – beide Orte mit eigenem Charme. Der Pfarrgarten aber überzeugte besonders durch seine geschützte Lage und die Nähe zu Pfarrheim und Weinhaus. Wie Irmgard Kruse vom VHV es ausdrückte: „Wir haben hier nicht nur viel Grün, sondern auch bei Wind und Regen den nötigen Schutz.“
Spargelmesse
Den Auftakt bildete wieder die Spargelmesse, eine schöne Tradition, die Pastor Norbert Hürter einst ins Leben gerufen hatte und die heute von Pfarrer Uchenna Abba – vielen einfach als „Uche“ bekannt – fortgeführt wird. Die Messe in der St. Stephanus Kirche fand großen Anklang, und im Anschluss segnete Pfarrer Aba den Pfarrgarten und nahm an der offiziellen Eröffnung teil.
Bernd Thönnesen, erster Vorsitzender des VHV, begrüßte die zahlreichen Besucher herzlich und freute sich über das gute Wetter – und dass die Zelte diesmal stehen blieben. Er dankte Gisela und Karl-Heinz Wagner sowie Björn Hilbig, die den Garten mit viel Einsatz vorbereitet hatten. Auch das Gilde-Team, das neues Pflaster vor dem Weinhaus und am Eingang verlegt hatte, wurde ausdrücklich gelobt. Unter der Leitung von Irmgard Kruse hatte das Spargelmarkt-Team in den letzten Wochen mit viel persönlichem Engagement und Herzblut die Veranstaltung vorbereitet. „Das war nicht selbstverständlich und dafür gebührt Irmgard und ihrem Team ein ganz besonderer Dank“, so Bernd Thönnesen.
Eine besondere Neuerung in diesem Jahr war der Einsatz der Kesseler Jugend, die zum ersten Mal die Bewirtung am Getränkestand übernahm – engagiert, gut organisiert, freundlich und stets mit einem Lächeln. Viele Jahre lang hatte die Feuerwehr diesen Dienst zuverlässig übernommen. Ohne die vielen freiwilligen Helfer wäre der Spargelmarkt nicht denkbar – ob beim Auf- und Abbau oder im laufenden Betrieb. Ein Dank galt auch den beteiligten Wirten – ohne ihren Einsatz wäre der Spargelmarkt in dieser Form nicht möglich gewesen. Ein Dankeschön ging auch an den niederländischen Chor „Vens Plezier“ aus Ven-Zelderheide, der für die musikalische Unterhaltung sorgte. Für die kleinen Gäste gab es eine Hüpfburg und als besonderes Highlight die Verlosung der vierten Kesseler Osterrallye. Die Rallye war ein Osterspaziergang mit Fotosafari durch das Dorf. Mit 54 Kindern und ihren Familien verzeichnete sie in diesem Jahr einen neuen Rekord. Bereits an der letzten Station erhielt jedes Kind als Dank für das Mitmachen einen großen Schokohasen und einen handgeschnitzten Holzhasen von Franz Bienen. Als Glücksfee zog Hanna Giesbers aus einem großen Korb mit bunten Eiern die Namen der neun Gewinner. Alle Gewinne wurden vom Verkehrs- und Heimatverein gestiftet.
In seiner Eröffnungsrede wies Bernd Thönnesen noch einmal auf die lange Historie des Spargelanbaues in Kessel hin. Denn der Spargelanbau in Kessel begann 1928 mit dem Pionier Johann Kuypers aus der Dorfstraße. Seit seiner Gründung 1957 hat sich der Verkehrs- und Heimatverein für den Spargelanbau und -absatz stark gemacht. In der Blütezeit des Spargeldorfes gab es 35 Spargelanbauer mit 40 Morgen Spargel und bis zu 20.000 Besuchern in der Saison. Heute gebe es leider nur noch einen Spargelbauern in Kessel – aber dafür einen ganz Großen. Dessen Spargel werde im gesamten Kreisgebiet verkauft. Bernd Thönnesen dankte für dessen Beitrag zur Erhaltung der Tradition.
VHV-Vorsitzender Bernd Thönnesen (l.) und Pfarrer Uchenna Aba bei der Begrüßung. Foto: privat
Im gemütlichen Pfarrgarten genossen die Gäste die Atmosphäre. Foto: privat