Auf dem Marktplatz in Rees nahm Alexandra Geese an einer Kundgebung der Grünen teil. Foto:privat
29. Mai 2024 · Rees

„Gemeinsames europäisches Handeln ist erforderlich“

Grünen-Politikerin Alexandra Geese zu Besuch in Rees und Emmerich

REES/EMMERICH. Die Grünen-Politikerin Alexandra Geese hat auf ihrer Wahlkampftour Rees besucht. Geese ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europaparlament. Erste Station des Tages war der Deichverband Bislich-Landesgrenze in Emmerich.

Hier wurde die Delegation von Deichgräf Harry Schulz und Geschäftsführer Holger Friedrich empfangen. In einem Film von Deichverband und Waterschap Rijn en IJssel wurden die Folgen eines Deichbruchs bei Rees-Haffen in einer Simulation dargestellt, von der weite Teile des rechten Niederrheins und der angrenzenden niederländischen Gemeinden betroffen wären. Für Geese als EU-Abgeordnete waren die Ausführungen zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit der Verbände in Sachen Hochwasserschutz auf deutscher und niederländischer Seite besonders interessant. Friedrich beklagte, dass die Beantragung von EU-Mitteln für den Ausbau des Hochwasserschutzes mit großem Aufwand und bürokratischen Hürden verbunden sei. Höhepunkt des Besuchs war eine kurze Besichtigung der Deichbaustelle zwischen Dornick und Emmericher Kläranlage, auf der große Mengen an Erdreich bewegt und verbaut werden.

Im Anschluss daran folgte der nächste Termin beim Naturschutzzentrum im Kreises Kleve in Rees- Bienen. Die Mitarbeiter Sebastian Wantia und Martin Brühne berichteten über die Arbeit des Naturschutzzentrums, das seit 1993 die Betreuung vieler Schutzgebiete im Nordkreis übernimmt. Dazu gehört unter anderem die Erarbeitung und Umsetzung von Pflege- und Entwicklungskonzepten und die Durch-führung von Artenschutzprojekten. Wantia informierte ausführlich über das durch EU-Mittel geförderte Life-Projekt „Lebendige Röhrichte – Reeds for Life“ und die Erfolge bei der die Anpflanzung und Regeneration von Röhrichten am Altrhein in Bienen. Doch auch hier gab es trotz 60 Prozent EU-Förderung Klagen über das langwierige und aufwendige Beantragungsverfahren.

Nächstes Ziel war der Marktplatz in Rees. Zahlreiche Interessierte folgten der engagierten Rede Geeses über die Wichtigkeit der anstehenden Europawahl und den Kampf gegen die sich ausbreitenden rechten Ideologien im Europaparlament. Sie warnte vor Desinformation und Hassrede in den sozialen Medien und die davon ausgehende Gefahr für die Demokratie. Die im Europaparlament erzielte Einigung beim „Digital Services Act“ sei ein Durchbruch und vergleichbar mit einem Grundgesetz für das Internet. Abschließend gab es noch einige Fragen aus dem Publikum zu ihren politischen Positionen und ihrer Arbeit im EU-Parlament.

Auf dem Marktplatz in Rees nahm Alexandra Geese an einer Kundgebung der Grünen teil. Foto:privat