"Dr. Ufuk Gündug, Chefarzt, gibt Tipps zum Schutz des Herz-Kreislauf-Systems bei Sommerhitze im St.-Antonius-Hospital Kleve."
11. Juni 2026 · Kleve

„Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“

Heute ist Hitzeaktionstag: Chefarzt des Karl-Leisner-Klinikum gibt Tipps zum Schutz vor Hitze

KLEVE. Am heutigen 11. Juni findet der bundesweite Hitzeaktionstag unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ statt. Auch in Deutschland kommt es immer häufiger zu Perioden mit extrem hohen Temperaturen, die die Gesundheit der Menschen gefährden. Die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE) setzt deshalb auf Aufklärung. In diesem Zusammenhang warnt Dr. Ufuk Gündug, Chefarzt am St.-Antonius-Hospital Kleve, vor den Gefahren von Hitze für das Herz-Kreislauf-System und gibt praktische Tipps für den sicheren Umgang mit sommerlichen Extremtemperaturen.

Große Hitze kann für viele Menschen gesundheitsgefährdend sein. Wenn die Thermometerwerte steigen, reagiert der menschliche Körper mit großer Anstrengung, um seine Temperatur stabil zu halten. Mögliche Folgen sind hoher Blutdruck, starker Flüssigkeitsverlust, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Kreislaufzusammenbrüche.

Achtsamkeit im Alltag

„Extreme Hitze betrifft uns alle, aber bestimmte Personengruppen sind ganz besonders gefährdet“, betont Dr. Ufuk Gündug, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Diabetologie, Hypertensiologie, Lipidologie und Infektiologie am St.-Antonius-Hospital Kleve. „Hierzu zählen vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke, Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen, die im Freien arbeiten.“ Ältere Menschen verspüren oft kein ausreichendes Durstgefühl und vergessen deshalb zu trinken. Der Körper von Kleinkindern kann die Temperatur noch nicht so effizient regulieren. Die KKLE appelliert daher an die Bevölkerung, im Alltag aktiv auf ihre Mitmenschen zu achten. Dazu kann beispielsweise ein regelmäßiger Kontrollanruf bei älteren Nachbarn, das Bereitstellen von Wasser für Paketboten oder die Unterstützung beim Einkauf in den kühleren Morgenstunden gehören.

Um sicher und gut durch heiße Sommertage zu kommen, empfiehlt Dr. Ufuk Gündug vier einfache, aber hochwirksame Verhaltensregeln: 1. Richtig essen und trinken: „Wer viel schwitzt, muss den Flüssigkeits- und Mineralienverlust konsequent ausgleichen“, erklärt der Klever Chefarzt. „Wasser und verdünnte Fruchtsäfte sind hierfür ideal. Ältere Menschen sollten aktiv und regelmäßig an das Trinken erinnert werden. Zudem entlasten mehrere kleine, leichte Mahlzeiten mit viel Gemüse und Obst den Organismus deutlich mehr als schwere Kost.“ 2. Kreislauf sanft stabilisieren: „Bei akuten Kreislaufproblemen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Präventiv helfen Ruhe im Schatten, eine sanfte Abkühlung der Unterarme unter fließendem Wasser oder das Trinken einer leicht gesalzenen Brühe, um den Elektrolythaushalt stabil zu halten“. 3. Sport in die frühen Morgenstunden verlegen: „Körperliche Aktivitäten und Sport sollten Sie ausschließlich in die frühen Morgenstunden verlegen, wenn die Luft noch kühl und frisch ist. Die Mittagssonne und die Nachmittagshitze bedeuten eine extreme und vermeidbare Überlastung für Herz und Kreislauf.“ 4. Lauwarm statt eiskalt duschen: „Ein weitverbreiteter Mythos ist die Annahme, eine eiskalte Dusche bringe die beste Abkühlung. Wer eiskalt duscht, bewirkt genau das Gegenteil. Das kalte Wasser schockt den Kreislauf, woraufhin sich die Blutgefäße verengen, um die Wärme im Körperinneren zu halten. In der Folge steigt der Blutdruck stark an und man schwitzt nach dem Verlassen der Dusche umso heftiger. Duschen Sie also ausschließlich lauwarm, damit die Gefäße geweitet bleiben und der Körper die Hitze effektiv abgeben kann.“

Medikamente und Hitzestau

Ein weitgehend unbekanntes Risiko geht von der Einnahme bestimmter Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, aus. Diese können die körpereigene Regulierung der Temperatur stark beeinflussen, indem sie die Schweißproduktion unterdrücken. Ohne ausreichende Schweißbildung fehlt dem Körper der natürliche Kühleffekt, was rasch zu einem gefährlichen Hitzestau führen kann. Betroffene Patienten sollten an heißen Tagen besonders vorsichtig sein, körperliche Anstrengung meiden und ihr Verhalten im Vorfeld mit ihrem behandelnden Arzt abstimmen.

Der bundesweite Hitzeaktionstag

Der Hitzeaktionstag, der am 11. Juni stattfindet, wird von zahlreichen Gesundheitsorganisationen, Verbänden und medizinischen Institutionen unterstützt. In diesem Jahr steht er unter dem Schwerpunktthema „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“. Mithilfe von bundesweiten Aktionen, Aufklärungskampagnen und Gesprächen soll das Bewusstsein für Hitzeschutz als elementare Säule der Gesundheitsvorsorge geschärft werden. Zudem soll aufgezeigt werden, wie effektiver Schutz im privaten und öffentlichen Raum gelingen kann. Weitere Informationen findet man unter www.hitzeaktionstag.de.

Dr. Ufuk Gündug, Chefarzt am St.-Antonius-Hospital Kleve, warnt vor den Gefahren von Hitze für das Herz-Kreislauf-System und gibt praktische Tipps für den sicheren Umgang mit sommerlichen Extremtemperaturen. Foto: KKLE