Die Gedenkveranstaltung fand nach der Andacht ihre Fortsetzung auf dem Ehrenfriedhof in Donsbrüggen. Foto: Paul ten Broeke
18. Februar 2025 · Kleve

Gedenken in Donsbrüggen

Die Zelebranten mahnten, dass von Deutschland aus nie wieder ein Krieg ausgehen darf

DONSBRÜGGEN. Der Heimat- und Verkehrsverein Donsbrüggen gedachte gemeinsam mit der Stichting „Groesbeek Airborne Vrienden“ in Donsbrüggen der Schlacht um den Reichswald vor 80 Jahren, die vom 7. bis zum 22. Februar andauerte. Zuvor fand bereits eine ähnliche niederländisch-deutsche Gedenkveranstaltung in Groesbeek statt.

An dem Gedenken in Donsbrüggen nahmen unter anderem Landrat Gerwers und der Klever Bürgermeister Gebing teil, ebenso der Commissaris van de Koning für Gelderland, weitere Bürgermeister von diesseits und jenseits der Grenze, Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie Vertreter der im Klever Stadtrat vertretenen Parteien und der Bundesministerin a.D. Dr. Barbara Hendricks, außerdem Vertreter der Stichting Groesbeek Airborne Vrienden.

Das Gedenken begann mit einer ökumenischen Andacht in der Lambertus-Kirche in Donsbrüggen, zelebriert von Pfarrer Rohländer und Diakon Rübo. Neben dem Gedenken an die 1945 gefallenen Soldaten beider Seiten und der um’s Leben gekommenen Zivilisten erinnerten die Zelebranten daran, dass von Deutschland aus nie wieder ein Krieg ausgehen darf und das hier kein Platz für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sein darf. Darüberhinaus las Diakon Rübo auszugsweise einen bewegenden Zeitzeugenbericht aus jenen Kriegstagen vor.

Die Gedenkveranstaltung fand danach ihre Fortsetzung auf dem Ehrenfriedhof in Donsbrüggen, auf dem 2.716 gefallene Soldaten, Zivilisten aus Kleve und Umge- bung sowie ukrainische Zwangsarbeiter ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch Musikbeiträge des Musikzugs der Allg. Schützengesellschaft Nütterden, die Ehrenwache hielten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Donsbrüggen sowie eine Fahnenabordnung der Johannes-Schützenbruderschaft Donsbrüggen.

In ihren Redebeiträgen erinnerten alle Redner an das Leid und das Elend der Zivilbevölkerung und der Soldaten in jenen Tagen und Wochen. Gemeinsam war allen Rednern die Trauer um die Opfer des zweiten Weltkriegs zugleich aber auch Mahnung und Ansporn sein: Ob gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit oder für den Frieden in der Welt, es sind nicht Verzagtheit oder Panik die besten Ratgeber, sondern Ideen, Tatkraft und Mut. Die Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Donsbrüggen erwähnte schließlich noch Dietrich Bonhoeffer, der vor 80 Jahren, vier Monate vor seiner Ermordung, aus einer Gestapo-Zelle seinen Angehörigen ein Gedicht voller Zuversicht schickte, „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Luggenhölscher sah in diesem Gedicht den Auftrag, dass wir alle dafür einstehen müssen, dass das Gute und das Positive stets stärker bleiben, so wie dies 1944 und 1945 die alliierten Soldaten getan haben, die zum grossen Teil aus Übersee kommend Europa und auch Deutschland vom Joch der Nazi’s befreit und hierbei oft das eigene Leben verloren haben.

Nicht vergessen wurden in allen Ansprachen, dass sich das globale Kriegs- und Konfliktgeschehen im vergangenen Jahr weiter verschärft hat: Die anhaltende Aggression Russlands gegen die Ukraine, der Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza, sowie Militärputsche und dschihadistische Gewalt in Afrika forderten im Jahr 2024 zehntausende Opfer.

Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung lud der Heimat- und Verkehrsverein Donsbrüggen zur Vorstellung des erst wenige Tage fertiggestellte Buches „Gegen das Vergessen“ ein, das die Stichting Groesbeek Airborne Vrienden gemeinsam mit dem HVV Donsbrüggen erstellt hat. In diesem zweisprachigen Buch schildern Zivilisten aus dem hiesigen Kreis- und Grenzgebiet ihre schrecklichen Erlebnisse aus den letzten Kriegsmonaten und teilweise danach.

Die Gedenkveranstaltung fand nach der Andacht ihre Fortsetzung auf dem Ehrenfriedhof in Donsbrüggen. Foto: Paul ten Broeke