Frühe Hilfen Geldern
Fachveranstaltung zu wertschätzender Begleitung von Kindern
GELDERN. Was brauchen Kinder, um sicher aufzuwachsen – und wie können Fachkräfte sie auf diesem Weg stärken? Mit dieser Leitfrage im Gepäck kamen rund 80 Gäste auf Einladung des Netzwerks Frühe Hilfen und Kinderschutz der Stadt Geldern zur Fachveranstaltung „Schwierige Kinder gibt es nicht?! – Wertschätzende Begleitung für alle“ zusammen.
„Das Thema war der Wunsch einiger Mitglieder“, erklärte Simone Thiele aus dem Team Besondere Aufgaben Jugendhilfe der Stadt Geldern, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Laura Daniels die Veranstaltung organisierte. „Die Umsetzung erfolgte in enger Abstimmung mit der Steuerungsgruppe der Frühen Hilfen.“ Simone Thiele freute sich sehr über die rege Teilnahme an der Veranstaltung im Bürgerforum der Stadt Geldern. „Uns alle verbindet die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und ihren Eltern oder Sorgeberechtigten – und noch mehr: das gemeinsame Ziel, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Kinder sicher, geschützt und gut aufwachsen können“, begrüßte Thiele die Anwesenden. Anschließend machte sie auf die Bedeutung des Themas aufmerksam: „Wenn Kinder in die außerfamiliäre Betreuung – etwa Krippe, Kita oder Tagespflege – starten, ist das oft der erste große Schritt weg von der Geborgenheit ihrer engsten Bezugspersonen“, so Thiele. „Die sogenannte Eingewöhnung ist nicht nur organisatorisch anspruchsvoll, sondern ein bedeutender Entwicklungsschritt für das Kind. Frühe Erfahrungen prägen nachhaltig.“ Ob ein Kind diesen Übergang als sicher und positiv erlebt, hänge wesentlich von den Erwachsenen ab – von Eltern, Erzieherinnen, Lehrerinnen, Tagespflegepersonen und anderen Bezugspersonen.
Auch Markus Grönheim, Beigeordneter der Stadt Geldern und Leiter des Bereichs Jugend und Familie, richtete sich an die Netzwerkakteure und bekräftigte die Aussage: „Es ist wichtig, dass wir uns als Netzwerk regelmäßig austauschen – über gelungene Praxis, über Herausforderungen und Entwicklungen, aber auch über Haltungen und Haltungsspielräume.“ Vor allem in Übergangssituationen wie dem Eintritt in die Kita oder der Geburt eines Geschwisterkindes zeigten sich Spannungsfelder, so Grönheim. „Und genau hier braucht es Menschen, die erkennen, begleiten, stabilisieren.“
Die Zuhörer kamen aus unterschiedlichen Bereichen und Einrichtungen der frühkindlichen Bildung sowie Grundschule und OGS. Ihnen zusätzliche Methoden und Informationen an die Hand zu geben, ist ein Ziel der Frühen Hilfen. Diesen Part übernahm Cornelia Fröhlich, Diplom-Heilpädagogin, Kinderkrankenschwester und Therapeutin für Emotionelle Erste Hilfe (EEH). In ihrem Vortrag zeigte sie konkrete Impulse auf, um Kinder feinfühlig in die Fremdbetreuung zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, sich sicher und geborgen zu fühlen. Darüber hinaus lud die Veranstaltung zum Netzwerken und gegenseitigen Austausch ein.
Simone Thiele (Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen), Referentin Cornelia Fröhlich, Markus Grönheim (Leiter Bereich Jugend und Familie), Laura Daniels (Netzwerkkoordinatorin Kinderschutz) und Denis Erbozkurt-Beckers (Jugendhilfeplanung).Foto: Stadt Geldern/Gossens