Friedenslicht-Aussendung wird in Xanten vorbereitet
Aus einem Funken Hoffnung wird ein Licht für den Frieden
XANTEN. Ein ums andere Mal schlagen die jungen Mädchen den Schaber gegen den Feuerstahl. Funken sprühen in die Dunkelheit der Norbert-Zelle in Xanten, in der sie sich zur Gruppenstunde versammelt haben. Doch die trockenen Blätter und das Taschentuch wollen partout kein Feuer fangen.
Diakon Lars Lindemann sitzt ruhig auf einer Bank und sieht den Mädchen, bei denen die Stimmung zwischen Eifer, Aufregung und Ungeduld schwankt, zu. Und dann passiert es plötzlich: Erst ist ein Glimmen zu erkennen, sanftes Pusten lässt die Glut heller werden und dann flackern helle Flammen. Schnell wird der Docht einer Kerze an das Feuer gehalten, um ihn zu entzünden.
Beim anschließenden Gespräch im Schein der Kerze erkennen die Mädchen schnell, dass es nicht nur Geschick und Geduld brauchte, sondern auch ein bisschen Mut, um das Feuer zu entzünden. „Das ist auch das Friedenslicht-Motto in diesem Jahr: ,Ein Funke Mut‘“, sagt Lindemann. Und ergänzt, dass es manchmal mehr als nur einen Funken braucht, um zum Ziel gekommen. „Die Funken, die nötig waren, um die Kerze zu entzünden, konnten wir schon nicht mehr zählen“, erinnert er lächelnd.
In diesem Jahr haben wieder die Pfadfinderinnen der PSG (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) Xanten die Organisation der Friedenslicht-Aussendung übernommen. Die sechs bis zehn Jahre alten „Wichtel“ helfen ebenso mit wie die jungen erwachsenen „Ranger“. In dem ökumenischen Gottesdienst mit Weihbischof Rolf Lohmann und dem ehemaligen Superintendenten Hans Joachim Wefers soll es um Mut gehen. Der ist in vielen Lebenslagen gefragt, wie die Mädchen in der Norbert-Zelle herausfinden, und ebenso vielfältig sind die Wünsche, die sie den Menschen mitgeben wollen, die Mut brauchen. Die Pfadfinderinnen und Diakon Lindemann haben noch bis Dienstag, 16. Dezember, Zeit, aus den ersten Gedanken ein ansprechendes Gottesdienstkonzept zu entwerfen. An diesem Tag wird, im Gottesdienst ab 19 Uhr, das Friedenslicht aus Betlehem in die Städte und Gemeinden am Niederrhein ausgesandt. Dazu werden nicht nur Pfadfinder aus anderen Stämmen erwartet, eingeladen sind alle Menschen, die das Friedenslicht mit nach Hause nehmen und weitergeben wollen. Julia Koch vom Sachgebiet Jugendpastoral im Bistum Münster, das die Aussendungsfeier unterstützt, erinnert: „Wer das Licht mitnehmen möchte, sollte eine in einem Windlicht geschützte Kerze mitbringen. Nach dem Gottesdienst gibt es noch die Gelegenheit zum Austausch bei einem warmen Getränk.“ Die musikalische Leitung übernimmt auch in diesem Jahr wieder die Gruppe „Taktlos“.
Bis es in Xanten verteilt wird, hat das Friedenslicht schon eine lange Reise hinter sich. Entzündet wurde es in der Geburtsgrotte Jesu in Betlehem, von dort wurde die Flamme immer weiter verteilt und per Flugzeug nach Wien, dann per Zug über München nach Münster und schließlich mit dem Auto an den Niederrhein gebracht. Auch Papst Leo XIV. hat bereits ein Friedenslicht erhalten. In vielen Städten und Gemeinden verteilen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Friedenslicht in den Tagen nach der Aussendungsfeier.
Maren Weinkath, Lucy Schmidt und Magdalena Lindemann (v.l.) gehören zu den älteren Pfadfinderinnen, die die „Wichtel“ bei der Vorbereitung des Aussendungsgottesdienstes unterstützen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/ Christian Breuer