Die kritischen Stimmen und die Fragen nach der Notwendigkeit von privaten Feuerwerken werden lauter. Foto: Markus van Offern
29. Januar 2026 · Kleve

Fraktion ist für Böllerverbot

Als Alternative sollen zentrale Standorte für Feuerwerke ausgewiesen werden

KLEVE. Bereits mit ihrem Prüfantrag zum Haushalt 2026, beim traditionellen Klever Lichterfest das Feuerwerk durch eine Licht- und Lasershow zu ersetzen, stieß die SPD/Volt Fraktion auf eine Mehrheit im Klever Rat. Auch die Resonanz der Öffentlichkeit zeigte, dass sich Feuerwerke zwar weiterhin Beliebtheit in der Bevölkerung erfreuen, die kritischen Stimmen und die Fragen nach der Notwendigkeit aber lauter werden.

Nun geht die Fraktion SPD/Volt weiter und stellt einen Prüfantrag zu einem Feuerwerksverbot im Stadtgebiet Kleve bei gleichzeitiger Ausweisung von zentralen Feuerwerksstandorte in den Stadtteilen und Ortschaften. Konkret beantragen SPD/Volt Kleve: „Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, inwieweit ein Feuerwerksverbot im Stadtgebiet Kleve bei gleichzeitiger Einrichtung zentraler Feuerwerksstandorte möglich ist. Die Verwaltung soll in allen Stadtteilen/Ortschaften Plätze für das Abbrennen von privatem Feuerwerk ausweisen und hierzu bis zum 30. April berichten.“

In ihrer Antragsbegründung führt die Fraktion aus, dass das Abbrennen von privatem Feuerwerk regelmäßig zu erheblichen Belastungen für Menschen, Tiere und Umwelt führe. Insbesondere Lärm, Feinstaubbelastung, Verletzungsrisiken, Sachschäden sowie Einsätze von Rettungsdiensten und Feuerwehr stellten eine zunehmende Herausforderung dar. Auch Haustiere, Nutztiere, Wildtiere sowie vulnerable Personengruppen (zum Beispiel Kinder, ältere Menschen oder traumatisierte Personen) seien hiervon besonders betroffen. Sabine Barthel, sachkundige Bürgerin der Fraktion SPD/Volt, weist auf die zu erwartende Situation zum Jahreswechsel 2026/2027 hin: „Durch das 2025/2026 verschärfte Feuerwerksverbot in den Niederlanden ist zudem mit einem großen Ansturm und vermehrten Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf deutscher Seite in Grenznähe, insbesondere in den Niederungen, zu rechnen.“

Das SPD-Ratsmitglied und stellvertretender Bürgermeister Josef Gietemann betont: „Es besteht auch in der Klever Bevölkerung weiterhin der Wunsch nach gemeinschaftlichen Feierlichkeiten, insbesondere zu besonderen Anlässen wie dem Jahreswechsel mit Feuerwerk. Brauchtum ist auch für uns als Fraktion SPD/Volt ein wichtiger Bestandteil unserer Stadtgemeinschaft. Durch das Ausweisen von Plätzen an geeigneten Standorten kann diesem Bedürfnis Rechnung getragen werden, ohne die negativen Begleiterscheinungen unkontrollierter privater Feuerwerke in gleichem Maße in Kauf nehmen zu müssen.“

Einschränkungen beim privaten Feuerwerk würden bereits in verschiedenen Städten erfolgreich praktiziert und tragen zur Erhöhung der Sicherheit, zur Reduzierung der Umweltbelastung und zu einer besseren Planbarkeit für Ordnungs- und Rettungsdienste bei, so die Fraktion SPD/Volt. Ziel der Prüfung sei es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Neuregelung des Umgangs mit Feuerwerk im Stadtgebiet Kleve zu schaffen, die den Interessen von Sicherheit, Umwelt- und Tierschutz sowie dem Bedürfnis nach gemeinschaftlichem Erleben und Brauchtum gerecht wird.

Die kritischen Stimmen und die Fragen nach der Notwendigkeit von privaten Feuerwerken werden lauter. Foto: Markus van Offern