Kuratorin Christiane van Haaren übernimmt am Sonntag die Einführung in die neue Ausstellung „Informel“ im PAN in Emmerich. NN-Foto: MB
5. März 2026 · Emmerich

Formlos und impulsiv: PAN zeigt „Informel“-Kunst

Neue Ausstellung mit 125 Werken ab 8. März im Museum Emmerich

EMMERICH. In den kommenden etwa zwei Monaten geht es im PAN recht „Informel“ zu: Denn am Sonntag, 8. März, wird um 14 Uhr die neue Ausstellung „Deutsches Informel – Grafik aus einer Privatsammlung“ im Emmericher Museum eröffnet. „Es sind alles Originale“, betont PAN-Kuratorin Christiane van Haaren.

Die Idee zur Ausstellung stammt vom privaten Sammler-Ehepaar, das vom Niederrhein kommt, selbst. Beide sind Mitglieder der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, deren Gruppe Emmerich/Moyland durch van Haaren geleitet wird. „Sie haben mich im Herbst vergangenen Jahres angesprochen und gefragt, ob wir es uns vorstellen können, ihre Sammlung auszustellen“, erzählt van Haaren. Nach einer Sichtung war für sie schnell klar: PAN und Informal – das passt. Genau 125 Werke des „Informel“ sind ab Sonntag im PAN in Emmerich zu sehen.

Die Stilrichtung „Informal“ etablierte sich ab 1952 in Deutschland. Eine der ersten Ausstellungen war die „Quadriga“ in Frankfurt mit Werken von Karl Otto Götz, Bernard Schultze, Otto Greis und Heinz Kreutz. „Die Künstler des ‚Informel‘ wollten sich abgrenzen, sie schufen keine Akte oder realistische Kunst. Sie wollten frei sein in ihrem Denken, Handeln und ihrer Kunst“, sagt van Haaren über die Ursprünge, die in den 1940er Jahren liegen. „Mit verschiedenen Techniken haben sie nach dem Motto gearbeitet: Was mir in den Sinn kommt, bringe ich zu Blatt.“ Die PAN-Kuratorin verweist dabei auf ein Zitat von Karl Otto Götz: „Es geht um die Auflösung des klassischen Formprinzips. Keine fest umrissenen Formen malen, sondern die jeweilige Malmaterie so bearbeiten, dass es nur noch Passagen, Strukturen, Texturen, Farbflüsse oder Verflechtungen von Mal- und Zeichenspuren gibt.“

Die „Quadriga“-Künstler werden, wie van Haaren erläutert, auch als erste avantgardistische Künstlergruppe nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. „Sie haben formlose Kunst geschaffen, aus dem Impuls heraus gestaltet – deshalb ‚informel‘.“

Bedeutende internationale Künstler des „Informel‘ sind beispielsweise Jackson Pollock und Willem de Kooning in den USA sowie Wols, Jean Fautrier und Jean Dubuffet in Frankreich. In Deutschland sind neben der „Quadriga“-Gruppe etwa auch Peter Brüning, Karl Fred Dahmen, Emil Schumacher, K.R.H. Sonderberg und Hann Trier zu nennen. Sie und weitere „Stars der informellen Kunstszene in Deutschland“, so van Haaren, sind nun im PAN zu sehen.

Fred Thieler bei der Gestaltung des Kreuzwegs in der Aldegundiskirche Emmerich; dazu verwendete er unter anderem eine Gießkanne und Nesseltuch. NN-Foto: MB

Fred Thieler bei der Gestaltung des Kreuzwegs in der Aldegundiskirche Emmerich; dazu verwendete er unter anderem eine Gießkanne und Nesseltuch. NN-Foto: MB Foto: Michael Bühs

Ein Künstler des „Informel“ ist auch in Emmerich vielen bekannt: Fred Thieler. „Er hat in der Heilig-Geist-Kirche den Kreuzweg gestaltet“, sagt van Haaren. Ihm ist bei der Ausstellung eine eigene Vitrine gewidmet, unter anderem mit Fotos über ihn und seine Arbeiten.

Die „Informel“-Ausstellung im PAN ist von 8. März bis 3. Mai zu sehen. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro, für Familien 15 Euro. Die erste öffentliche Führung findet am Sonntag, 15. März, 14 Uhr, statt; die Teilnahme kostet zwei Euro. Die Öffnungszeiten des PAN in Emmerich sind donnerstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Kuratorin Christiane van Haaren übernimmt am Sonntag die Einführung in die neue Ausstellung „Informel“ im PAN in Emmerich. NN-Foto: MB