Jan Itrich, FDP-Fraktionsvorsitzender in Kevelaer, sieht bei den Schulwegen dringenden Handlungsbedarf. Foto: Markus Luigs
22. Juni 2025 · Kevelaer

Forderung nach Konzept für sichere Schulwege

FDP Kevelaer stellt Antrag

KEVELAER. Die FDP-Fraktion im Kevelaerer Stadtrat setzt sich für mehr Sicherheit auf den Schulwegen ein. Mit einem aktuellen Antrag fordert sie die Entwicklung eines umfassenden Konzepts, das die Situation rund um die Kevelaerer Schulen verbessern und das sogenannte „Eltern-Taxi“-Phänomen eindämmen soll. Ziel sei es, Kinder zu ermutigen, ihren Schulweg wieder eigenständig und sicher zu bewältigen.

„Die morgendlichen Szenen auf den Wegen zu den Schulen sind für uns alle ein Warnsignal“, erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender Jan Itrich. Parkende und haltende Fahrzeuge sorgten gerade vor Grund- und weiterführenden Schulen regelmäßig für unübersichtliche Verkehrssituationen. Dabei seien es ausgerechnet die Kinder, die unter dem hohen Verkehrsaufkommen leiden, obwohl sie besonderen Schutz benötigen. Zudem gebe es eine Vielzahl an unübersichtlichen Stellen, kreuzende Straßen und schadhafte Fuß- und Radwege.

Kern des FDP-Vorstoßes ist die systematische Analyse aller Schulwege im Stadtgebiet. Dabei sollen Hinweise von Schülern, Eltern, Schulen, Polizei und Schulweghelfern ebenso einfließen wie verkehrstechnische Bewertungen. Auf dieser Basis soll die Verwaltung ein Maßnahmenpaket erarbeiten, das unter anderem sichere Fuß- und Radwege, Querungshilfen sowie eine verbesserte Beleuchtung und Sichtachsen vorsieht.

Auch die Einrichtung von sogenannten „Elternhaltestellen“ außerhalb des unmittelbaren Schulumfelds soll Teil des Konzeptes sein. Diese sollen verhindern, dass Kinder bis direkt vor das Schultor gefahren werden. Ein Verhalten, das nach Ansicht der FDP nicht nur riskant, sondern auch kontraproduktiv sei. „Viele Eltern greifen aus Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder auf das Auto zurück, doch gerade dadurch entsteht eine neue Gefahrenlage für alle Beteiligten“, so Jens Auerbach, Mitglied des Rates und des Schul- und Sportausschusses.

Beteiligung aller Akteure

Die FDP legt zudem großen Wert auf eine breite Beteiligung. „Schulwegsicherheit kann nur im Schulterschluss mit allen relevanten Gruppen erreicht werden“, betont Ann-Kathrin Paap, Mitglied im Schul- und Sportausschuss. Elternvertretungen, Lehrkräfte, Polizei, Stadtverwaltung und Verkehrsplaner sollen in die Entwicklung des Konzepts eingebunden werden. Auch Informationskampagnen zur Förderung des sicheren Schulwegs sind vorgesehen.

Langfristig sollen die Maßnahmen in die verkehrs- und stadtplanerischen Überlegungen der Stadt Kevelaer einfließen. „Ein sicherer Schulweg ist nicht nur ein verkehrspolitisches Thema, sondern eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung“, heißt es im Antrag der FDP. Eine kindgerechte Infrastruktur sei ein zentraler Baustein für eine familienfreundliche Stadt.

Jan Itrich, FDP-Fraktionsvorsitzender in Kevelaer, sieht bei den Schulwegen dringenden Handlungsbedarf. Foto: Markus Luigs