Die Schüler haben sich dem Thema Fairtrade mit viel Kreativität genähert. NN-Fotos: Thomas Langer
5. Oktober 2024 · Xanten

Fairtrade-Ausstellung an der Willi-Fährmann-Schule

Zehn Klassen widmeten sich zur Fairtrade-Woche vielen Aspekten des Themas

XANTEN. Im Zuge der Fairtrade-Woche haben sich zehn Klassen der Willi-Fährmann-Gesamtschule an einem Projekttag mit unterschiedlichen Aspekten des Themas auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse präsentierten die Schüler einander nicht nur innerhalb der eigenen Klassen, sondern auch allen anderen in der hauseigenen Mensa.

Fairtrade-Schule zu sein ist eine Verpflichtung, der man auf der Willi-Fährmann-Gesamtschule in Xanten offensichtlich liebend gerne nachkommt. „Im Oktober letzten Jahres sind wir bereits zum 3. Mal rezertifiziert worden“, erzählt Lehrerin Martina Wagner. Kein selbstverständlicher Erfolg, denn die Überprüfung erfolgt alle zwei Jahre und besteht aus mehreren Kriterien. Diese erfüllt man an der Gesamtschule mit Bravour: Es gibt eine Fairtrade-Arbeitsgruppe, das Thema wird in rund zehn Unterrichtsfächer eingebunden und ein Eine-Welt-Kiosk versorgt Lehrer und Schüler mit fairen Snacks. „Ein Kollege hat hier letzte Woche neun Schokoriegel gekauft“, merkt Wagner mit einem Augenzwinkern an.

Und dann wäre da natürlich der vergangene Projekttag. Für die fünf 5. Klassen war er Pflicht, aber auch viele anderen Klassen folgten dem Aufruf bereitwillig: So setzten sich auch zwei 9., eine 7. und zwei 6. Klassen mit vielen unterschiedlichen Aspekten rund um das Thema Fairtrade auseinander: von Kakao und Kaffee über Baumwolle, Orangensaft, Bananen und Rosen bis hin zur Kinderarbeit, dem Klimawandel und Naturkatastrophen. „Wir haben zum Beispiel neben den Flutkatastrophen in Manila über den Aralsee gesprochen und wie der Baumwollanbau in der Nähe dafür gesorgt hat, dass der See auch zulasten der Menschen austrocknet.“

Die Ergebnisse der Projektarbeit sind nicht nur viele an der Zahl, sondern auch inhaltlich und gestalterisch eindrucksvoll: Neben klassischen Plakaten entstanden zum Beispiel die „Mysterys“: Kärtchen mit Sätzen, die die Schüler in Verbindung bringen mussten, um so eine Geschichte zu erzählen - im Falle der 9. Klassen zum Thema Kinderarbeit.

Generell passten nicht nur die jeweiligen Themen zu den unterschiedlichen Altersklassen, sondern auch der Zugang zum Thema. „Die 9. Klassen haben zum Beispiel abstrakter gearbeitet, mehr in Richtung Fachwissen“, sagt Martina Wagner. Die 5. Klassen arbeiteten hingegen für einen greif- und nahbaren Einstieg in das Thema mit einem Fallbeispiel: „Ein Junge aus dem Kongo, der älteste in seiner Familie, darf zur Schule gehen. Die anderen Geschwister müssen hingegen arbeiten, damit er es kann“, erläutert Wagner.

Etwas aktiver sein konnten die Besucher der Ausstellung bei den Lapbooks. „Sie sind wie Plakate, nur mit mehr interaktiven Möglichkeiten“, sagt Wagner und fügt hinzu: „Die Schüler haben dabei auch ihre ganz eigenen Ideen eingebracht.“ So ist zum Beispiel in einer der fünften Klassen ein Kaffeetagebuch entstanden, das beim Blättern reich bebildert die Schritte des Anbaus und darüber hinaus aufzeigt.

Eine der 6. Klassen ging einen ähnlichen Weg und stellte den Verlauf des Kakaoanbaus nach, jedoch nicht ohne dabei Kritik an der damit häufig einhergehenden Kinderarbeit zu äußern.

Neben den Lapbooks zeigten auch einige großformatige Plakate, wie kreativ die Schüler ans Werk gegangen sind. Eine von den Kindern selbst stammende menschliche Silhouette füllten die fünften Klassen passend zum jeweiligen Thema mit vielen Bildern und Schaubildern, schriftlich umrahmt von grundlegenden Informationen. „Ich finde die Kreativität einfach super“, lobt Wagner und zeigt auf das Plakat zum Thema Bananen. „Hier haben sie zum Beispiel aus einem Foto von Bananen die Haare gemacht.“

Auf die „anstrengende, aber freudige Woche“ blickt sie selbst sehr positiv zurück. Das Feedback der Schüler sei gut gewesen, die Wirkung durchaus zu spüren - bei jüngeren, wie auch älteren Schülern. „Die Zerstörung durch den Menschen kommt an, einige möchten sogar dem Arbeitskreis beitreten.“

Das Experiment, die nunmehr dritte Projektwoche auch für die Klassen oberhalb der fünften Stufe zu öffnen, werde man laut Wagner vermutlich im nächsten Jahr fortsetzen. „Wir probieren es auf jeden Fall weiter aus.“ Thomas Langer
Die Lapbooks sorgten für die Extraportion Interaktivität in der Ausstellung.

Die Lapbooks sorgten für die Extraportion Interaktivität in der Ausstellung. Foto: Thomas Langer

Die Schüler haben sich dem Thema Fairtrade mit viel Kreativität genähert. NN-Fotos: Thomas Langer