Europäische Mobilitätswoche erstmals in Geldern
Viele Angebote zeigen die Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität
Auch wenn Janine Segref, Bereichsleiterin Umwelt, Klima und Mobilität der Stadt Geldern, federführend für die Projektwoche verantwortlich ist, sind auch viele weitere Teams und Mitarbeiter der Verwaltung mit an Bord. Dasselbe gilt für verschiedene Vereine, aber auch Unternehmen und Bürger sind gerne gesehen, betont Segref. Denn: „Mobilität betrifft uns alle.“
Mit der Teilnahme an der EMW möchte man den dahinterliegenden Gedanken auch in Geldern aufgreifen und dazu anregen, die eigenen Mobilitätsgewohnheiten ein wenig zu hinterfragen und Lust auf Mobilität bzw. ihre alternativen Formen zu machen. „Vielleicht etabliert sich ja etwas davon. Wir sind schon jetzt auf das Feedback gespannt“, sagt Segref. Die Aktionen sollen aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern nach dem Prinzip „erleben, erfahren, ausprobieren“ erfolgen.
Pause für die Elterntaxis
Die Gelderner EMW ist zwar noch in der Entwicklungsphase, einige Ideen stehen aber schon jetzt: Etwas mehr Raum sollen die Hol- und Bringzonen vor den Grundschulen einnehmen – ein heiß diskutiertes Thema. Der Plan: Jeden Tag soll vor einer anderen Schule die Straße gesperrt werden, um den Schulalltag einmal ohne Elterntaxis zu gestalten. Janine Segref sieht einige Vorteile darin, wenn die Kinder nicht direkt bis vor das Klassenzimmer gefahren werden: Neben mehr Verkehrssicherheit wirke es sich auch positiv auf die Selbstständigkeit der Kinder aus. „Ein bisschen Bewegung vor dem Unterricht ist auch nicht schlecht, um noch einmal wach zu werden.“ Flankiert werden soll diese Aktion zum Beispiel noch durch einen Fahrrad-Parkour.
Da die Zielgruppe sehr breit gefächert ist, wird man zusammen mit mehreren Partnern den Blick in Geldern auch auf Barrierefreiheit und Inklusion richten. „Zum Beispiel im Hinblick darauf, wie man den Verkehrsraum gestalten, mit Hilfsmitteln agieren und wie man durch gegenseitige Rücksichtnahme die Nutzung des öffentlichen Verkehrsraums angenehmer gestalten kann.“ Das passt auch zum Jahresthema „Shared public space“, was den gemeinsamen, gleichberechtigten Straßenraum meint. In Geldern gebe es einen solchen bereits am Bahnhofsvorplatz und am Kapuzinerplatz. Optisch soll dieser Aspekt während der EMW durch Regenbogen-Zebrastreifen hervorgehoben werden.
Austesten möchte man im Bereich der Innenstadt zudem einen autofreien Sonntag. „Es soll nur darüber nachgedacht werden, ob wir Autos in diesem Verkehrsraum brauchen oder ob es viel schöner ist, eine Fußgängerzone mit Aufenthaltsqualität zu haben.“ Um das konkret zu überprüfen, denken die Verantwortlichen für den 22. Juni aber nicht an einen verkaufsoffenen Sonntag, sondern an ein geselliges Miteinander in Form von Aktionen wie einer Picknicktafel als „Dinner knallbunt“ und weiteren Mitmachaktionen. „Einige Gelderner Vereine werden dabei sein und unterstützen.“
Weil es thematisch gut zusammenpasst, fällt übrigens der Citylauf ebenfalls in die EMW. „Ein sportliches Event macht Lust auf Bewegung und darauf, Mobilität zu erleben. Auch da werden Bereiche der Innenstadt gesperrt“, erklärt Janine Segref.
Hilfe und Ideen erwünscht
Damit sind die Ideen aber noch nicht ausgeschöpft: Geplant werden auch Expertengespräche und Fachimpulse, ein Fahrradkorso sowie verschiedene Verkehrssicherheitsaktionen wie Seniorentrainings. Letztgenannte Aktionen seien eng verflochten mit dem Nahmobilitätskonzept: Gemäß der „vision zero“ sollen die Verkehrsopfer möglichst auf Null reduziert werden. „Aber wie können wir den Straßenverkehr sicherer machen? Die einfachste Schraube, an der man drehen kann, ist das Verhalten der Nutzer, wenn man sie dazu befähigt, sich verkehrssicherer zu verhalten. Etwa beim Fahrradfahren.“
Wer weitere Ideen hat oder sich auf andere Weise bei der EMW einbringen möchte, kann sich direkt bei Janine Segref melden unter Telefon 02831/398347 oder per Mail an mobil@geldern.de. Thomas LangerDie Stadt Geldern nimmt in diesem Jahr erstmals an der Europäischen Mobilitätswoche teil. Viele Teams und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind durch verschiedene Angebote involviert. Foto: Stadt Geldern/Seybert