Erstes Fohlen für Lama Naja
Nachwuchs im Tiergarten: Auch Vater Newt freut sich über sein erstes Jungtier
KLEVE. Tierische Freude im Tiergarten Kleve: Am Montag hat Lamastute Naja zum ersten Mal ein Fohlen zur Welt gebracht. Das männliche Jungtier ist zugleich der erste Nachwuchs von Lamahengst Newt, der vor wenigen Jahren aus dem Zoo Rostock nach Kleve gekommen ist. Für den Tiergarten ist die Geburt auch deshalb etwas Besonderes, weil Naja selbst im Tiergarten Kleve geboren wurde und nun erstmals eigenen Nachwuchs großzieht. „Wenn ein Tier, das bei uns geboren und aufgewachsen ist, Jahre später selbst zum ersten Mal Mutter wird, ist das natürlich auch für unser Team ein schöner Moment“, freut sich Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek. „Naja kümmert sich bislang gut um ihren kleinen Sohn und wir freuen uns sehr, nun die nächste Lamageneration bei uns im Tiergarten begrüßen zu dürfen.“
Auch für Vater Newt ist das Jungtier eine Premiere. Der Hengst kam vor wenigen Jahren aus dem Zoo Rostock an den Niederrhein und hat nun erstmals für Nachwuchs gesorgt. „Mit Newt haben wir damals einen neuen Hengst nach Kleve geholt, der frisches Blut in unsere Lamazucht bringen sollte. Dass es nun sowohl für ihn als auch für Naja der erste Nachwuchs ist, macht die Geburt für uns gleich doppelt besonders“, so Polotzek.
Lamas stammen ursprünglich aus Südamerika und gehören gemeinsam mit Alpakas, Guanakos und Vikunjas zu den südamerikanischen Kamelartigen, den sogenannten Neuweltkamelen. Sie wurden bereits vor mehreren tausend Jahren domestiziert und insbesondere als Lasttiere und für ihre Wolle gehalten. An ihre ursprüngliche Heimat in den teils kargen Höhenlagen der Anden sind sie hervorragend angepasst. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern, Kräutern und anderen pflanzlichen Bestandteilen.
Besonders spannend ist die Fortpflanzungsbiologie der Lamas. Anders als bei vielen anderen Säugetieren findet bei den Weibchen kein regelmäßiger Eisprung unabhängig von einer Paarung statt. Lamas zählen zu den sogenannten induzierten Ovulatoren: Der Eisprung wird im Zusammenhang mit der Paarung ausgelöst. Forschungen zeigen, dass dabei ein ovulationsauslösender Faktor im Seminalplasma des Hengstes eine entscheidende Rolle spielt. Anschließend ist Geduld gefragt: Die Tragzeit beträgt bei Lamas etwa elf bis zwölfeinhalb Monate. In aller Regel bringt eine Stute nur ein einziges Fohlen zur Welt; Zwillingsgeburten sind ausgesprochen selten.
Lamafohlen sind als Nestflüchter bereits kurz nach der Geburt vergleichsweise weit entwickelt. Schon bald stehen sie auf ihren langen Beinen und folgen ihrer Mutter. In den kommenden Monaten wird das Jungtier noch von Naja gesäugt und gleichzeitig zunehmend beginnen, auch pflanzliche Nahrung aufzunehmen. Die Säugezeit beträgt bei Lamas mindestens etwa sechs Monate. „Nun darf unser kleiner Lamahengst erst einmal in Ruhe seine neue Welt kennenlernen“, so Dr. Polotzek. „Für unsere Gäste ist es besonders schön, seine Entwicklung von den ersten noch etwas wackeligen Schritten bis hin zu einem selbstbewussten jungen Lama unmittelbar miterleben zu können.“
Das männliche Fohlen ist gemeinsam mit Mutter Naja ab sofort für die Besucher des Tiergartens zu sehen. Der Tiergarten Kleve ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de.
Am Montag hat Lamastute Naja zum ersten Mal ein Fohlen zur Welt gebracht. Foto: Tiergarten Kleve