Vor-Ort-Termin Schulstraße Liebfrauenschule Emmerich, Janita Krapohl, Jens Bartel, Judith Flegel. Foto: Michael Bühs.
15. Oktober 2026 · Emmerich

Erste Schulstraße in Emmerich geplant

Maßnahmen sollen „Elterntaxis“ vor der Liebfrauenschule eindämmen und Schulweg künftig sicherer machen

EMMERICH. Morgens, 7.30 Uhr in Emmerich. Rund um die Liebfrauenschule staut sich der Verkehr. Vor allem auf der Chamaverstraße knubbelt es sich. Immer wieder schlängeln sich Grundschüler zu Fuß oder mit dem Rad zwischen stehenden Autos – zumeist „Elterntaxis“ – hindurch. Eine Situation, die nach den Herbstferien der Vergangenheit angehören soll. Denn die Stadt richtet hier die erste Schulstraße in Emmerich ein.

Es ist eine Problematik, die laut Judith Flegel, Leiterin der Liebfrauenschule, an vielen Grundschulen besteht: Rund 50 Prozent der 292 Kinder kommen zwar zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule. „Das bedeutet aber gleichzeitig, dass auch etwa 150 Fahrzeuge jeden Morgen zwischen 7 und 8 Uhr hier unterwegs sind“, sagt Flegel. So werde gerade auf der Chamaverstraße, auf der Rückseite der Liebfrauenschule, die Situation schnell unübersichtlich.

"Erste Tief- und Kanalbauarbeiten zur Sanierung der Liebfrauenschule im Gange"

Erste Tief- und Kanalbauarbeiten zur Sanierung der Liebfrauenschule haben bereits begonnen. Foto: NN/Michael Bühs

Hinzu kommt, das nun erste vorbereitende Arbeiten zum umfangreichen Erweiterungs- und Sanierungsprojekt der Liebfrauenschule gestartet sind. Diese führen zu Einschränkungen der Hol- und Bringzone auf der Karolingerstraße und gleichzeitig zu erhöhtem Verkehr auf Frankenstraße, Im Grunewald und Chamaverstraße. Vor allem aber fällt der aktuelle Schuleingang zur Speelberger Straße nach den Herbstferien weg; der alternative Hauptweg ins Gebäude führt dann eben über die Chamaverstraße. „Deshalb ist die Schulstraße hier dringend notwendig“, betont Janita Krapohl vom Fachbereich Stadtentwicklung, zuständig für Nahmobilität. „Wir wollen dieses Instrument nutzen, um den ‚Elterntaxis‘ Einhalt zu gebieten.“

Die Schulstraße bietet der Stadt die Möglichkeit, die Chamaverstraße temporär und zu bestimmten Zeiten für den Pkw-Verkehr zu sperren. Vorgesehen ist zunächst die Sperrung zur „Bringzeit“ montags bis freitags zwischen 7 und 8 Uhr sowie freitags zur Mittagszeit. So soll der Weg zur Schule nicht nur für die Kinder, die zu Fuß und mit dem Fahrrad kommen, sicherer werden, sondern auch für diejenigen, die von der neuen Hol- und Bringzone, die auf der Frankenstraße vor der Kirche eingerichtet wird, zur Schule hinüberlaufen.

Im Vorfeld hatte es unter anderem Ortstermine mit der Polizei gegeben, „die uns in der Anfangsphase unterstützen wird, dass die Schilder der ‚Schulstraße‘ auch beachtet werden“, sagt Krapohl. Ausnahmen sind für Anwohner möglich, sie wurden bereits informiert und können sich diesbezüglich auch weiterhin an die Stadt wenden. „Von ihnen haben wir bislang nur positive Rückmeldungen bekommen“, betont Krapohl.

"Haupteingang Liebfrauenschule Chamaverstraße, nicht mehr Speelberger Straße"

Der Haupteingang zur Liebfrauenschule befindet sich künftig nicht mehr an der Speelberger Straße, sondern zur Chamaverstraße hin. Foto: NN/Michael Bühs

Sie formuliert bereits ein „Fernziel“, das die Stadt mit der Einrichtung der Schulstraße zu erreichen hofft: „Wir wollen die Gegebenheiten rund um die Schule so gestalten, dass mehr Kinder zu Fuß oder mit dem Rad gebracht werden.“ Heißt auch: Aus dem „Versuch“ der Schulstraße während der Bauphase könnte eine Dauerlösung werden, zumal der Haupteingang nach der abgeschlossenen Erweiterung und Sanierung der Liebfrauenschule über die Chamaverstraße erfolgt.

Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2027 beginnen, aktuell finden vorbereitende Kanal- und Tiefbaumaßnahmen statt. „Wir müssen aufgrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung gewisse Kapazitäten vorhalten“, erläutert Emmerichs Pressesprecher Tim Terhorst die Erweiterung der Liebfrauenschule, die ebenso notwendig sei wie die Sanierung des bestehenden Hauptgebäudes, um auch künftig den Anforderungen zu entsprechen.

Vor-Ort-Termin an der neuen Schulstraße an der Liebfrauenschule in Emmerich: (v. l.) Janita Krapohl, Jens Bartel und Judith Flegel. NN-Foto: Michael Bühs