Erste „Rheinkippen-Woche“ in Emmerich und Rees
Zigarettenstummel werden in der ersten Maiwoche am Flussufer eingesammelt – Aktionstage am 1. und 8. Mai in den beiden Rheinstädten
EMMERICH/REES. Entlang des Rheins zwischen Bimmen und Millingen in den Niederlanden engagiert sich seit 2014 eine Gruppe von Geocachern für die Reinigung der Uferbereiche, darunter auch in Emmerich und Rees. Diese Aktivität begann, bevor der mittlerweile bundesweit bekannte Aktionstag „RhineCleanUp“ ins Leben gerufen wurde, wie Achim Matenaar, ein pensionierter Polizist aus Bedburg-Hau, erklärt. Matenaar hat in der Region bereits zahlreiche „Cache In, Trash Out“ (CITO)-Veranstaltungen organisiert und bringt nun erstmals die „Rheinkippen-Woche“ in den Kreis Kleve, speziell nach Emmerich und Rees.
Die enge Verbindung zur Natur zeigt sich beim Geocaching nicht zuletzt in den CITO-Events, bei denen nicht nur Müll gesammelt, sondern auch Bäume gepflanzt und Nistkästen gebaut und aufgehängt werden. Es gehe darum, der Natur etwas Gutes zu tun, so der 62-jährige Matenaar. Doch dieses Engagement kann auch frustrierend sein, wie er berichtet. Beispielsweise war der Parkplatz am Berufskolleg in Kleve in der Vergangenheit wiederholt Schauplatz von Säuberungsaktionen, bei denen die Geocacher große Mengen Müll, wie Burger-Verpackungen, aufgesammelt haben. Die Menge des Mülls habe jedoch zuletzt derart zugenommen, dass die Geocacher beschlossen, dort nicht mehr aufzuräumen.
Müllsammeln entlang des Rheins hat für Geocacher bereits Tradition
Das Müllsammeln entlang des Rheins hat für die Geocacher-Gemeinde bereits Tradition, auch abseits der „RhineCleanUp“-Aktion. Zusammen mit dem Duo „MoFu100“ aus Kalkar plant Matenaar nun, die „Rheinkippenwoche“ im Kreis Kleve zu etablieren. Im Fokus steht dabei das Einsammeln von Zigarettenkippen. Früher habe man vor allem auf sichtbaren Müll wie Fässer oder Autoreifen geachtet, der inzwischen weniger geworden sei, was als positives Zeichen gewertet wird. Daher konzentrieren sich die Geocacher nun verstärkt auf die Beseitigung der achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt an, dass Zigarettenkippen das häufigste Abfallprodukt in der Natur und in Städten sind. Bei der „Rheinkippenwoche“ im Jahr 2023 wurden in Düsseldorf allein 250.000 Zigarettenstummel gesammelt. Die Giftstoffe einer einzelnen Kippe können 40 bis 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen. Laut einer Studie, die Nabu Deutschland zitiert, hat das Nikotin einer gerauchten Zigarette bereits einen negativen Effekt in 1.000 Litern Wasser. Zudem tötet ein Zigarettenfilter in einem Liter Wasser die Hälfte aller Wasserflöhe und Fische.
„Muggel“ bei „Rheinkippenwoche“ in Emmerich und Rees willkommen
Die „Rheinkippenwoche“ ist Teil der „RhineCleanUp“-Organisation und findet in der ersten Mai-Woche statt. Im Kreis Kleve werden zweimal zwei CITO-Events organisiert: am 1. und 8. Mai in Emmerich auf der Rheinpromenade und in Rees auf dem Markt. Eingeladen sind neben Geocachern auch „Muggel“, ein Begriff für Nicht-Geocacher, der aus den Harry-Potter-Büchern stammt. Je mehr Teilnehmer sich finden, desto besser, betont Matenaar. Die Teilnehmer treffen sich zunächst an den Touristen-Informationen, von wo aus sie zu den Sammelbereichen auf der Rheinpromenade, am Rheinufer und in die Innenstädte aufbrechen. Eigene Sammelbehälter, Handschuhe und eventuell ein Greifer sollten möglichst mitgebracht werden.
Für die Dauer der Aktionswoche werden vor den Touristen-Informationen in Emmerich und Rees Schausäulen aufgestellt, in denen die gesammelten Kippen abgelegt werden können. Matenaar ruft dazu auf, während der Aktivitäten in der Innenstadt und am Rheinufer Zigarettenkippen aufzusammeln und in die Schausäulen zu bringen, die zu den jeweiligen Öffnungszeiten zugänglich sind.
Achim Matenaar ist einer der Organisatoren der „Rheinkippenwoche“ im Raum Emmerich-Rees. NN-Foto (Archiv): Rüdiger Dehnen
Entlang des Rheins haben die Geochacher bereits mehrfach Müll eingesammelt, nun geht es um Zigarettenkippen. Foto: privat