Die Öko-Modellregion Niederrhein stellte auf dem Voigtshof in Sonsbeck erstmals das im November 2025 neu gegründete Partnerschaftsbündnis für den Ökolandbau am Niederrhein vor. NN-Foto: SP
25. Juni 2026 · Niederrhein

Erste Projekte der Öko-Modellregion Niederrhein nehmen Fahrt auf

In Rees und Sonsbeck entstehen Bildungs- und Verpflegungsangebote, die Kindern und Familien den Ökolandbau näherbringen sollen

NIEDERRHEIN. Vor etwas mehr als einem halben Jahr – im November 2025 – hat sich die Öko-Modellregion Niederrhein gegründet. 18 Akteure aus unterschiedlichen Bereichen aus den Kreisen Wesel und Kleve haben sich in diesem Partnerschaftsbündnis zusammengeschlossen und arbeiten jetzt daran, konkrete Maßnahmen zur Stärkung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft umzusetzen.

Auf dem Voigtshof in Sonsbeck stellten zwei Akteure nun konkrete Maßnahmen vor, mit denen sie den Ökolandbau und regionale Wertschöpfungsketten nachhaltig stärken wollen.

„Seit dem Start der Öko-Modellregion sind engagierte Akteure die Grundpfeiler unserer Arbeit. Mit dem Partnerschaftsbündnis wollen wir diese Akteurslandschaft erweitern, Synergien schaffen und Wissen verbinden“, betonte Peter Aengenheister, Leiter Fachbereich 6 Technik Kreis Kleve und Mitglied in der Steuerungsgruppe der Öko-Modellregion. Ein eigens erarbeiteter Maßnahmenkatalog biete dazu Inspiration, denn von Bildungsprojekten bis hin zu bio-regionalen Beschaffungsstrategien sei vieles möglich.

In Sonsbeck lag der Blick auf zwei Bildungsprojekten: Eines kam von der Stadt Rees, das andere von der Gemeinde Sonsbeck. Die Reeser Wirtschaftsförderin Sandra Kimm-Hamacher berichtete von einem Bildungsprojekt, das gemeinsam mit dem Natur- und Umweltbildungszentrum Wahrsmannshof und dem Bio-Landwirtschaftsbetrieb Steinhof aus Rees-Bienen für Schüler einer vierten Klasse umgesetzt wurde. Neben Einblicken in die Bedeutung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln konnten die Schüler auf einer Exkursion zum Steinhof ökologische Landwirtschaft hautnah erleben. „Das ist nochmal etwas ganz anderes als nur im Unterricht“, betonte Kimm-Hamacher. Ziel sei es dabei, den Kindern ein Verständnis für die Bedeutung des Ökolandbaus zu vermitteln, welches die Schüler dann auch in ihre Familien weitertragen. Dazu würden auch Fragen wie „Welches Obst und Gemüse gibt es regional zu welchen Jahreszeiten?“ gehören.

In Sonsbeck wurde derweil die Mittagsverpflegung im Offenen Ganztag in den Blick genommen. Andreas Manthey, Klimaschutzbeauftragter der Gemeinde, erläuterte, wie der Bio-Anteil beim Essen erhöht werden konnte. „Wir haben uns mit diesem Thema beschäftigt und waren offen dafür“, sagte Manthey, „am Ende haben sich ein paar Dinge dann glücklich zusammengefügt“. Denn für die OGS-Verpflegung habe man keinen komplett neuen Caterer engagieren müssen. Viele Bio-Produkte kämen ohnehin aus der Region. „Wichtig ist, dass man im Kleinen anfängt und dass man sich nicht zu viel vornimmt“, betonte Manthey. In einem nächsten Schritt werde geprüft, wie dieser Anteil weiter ausgebaut und zu einem pädagogischen Angebot zum Thema gemacht werden könne.

Guten Beispielen, wie dem Projekt der Stadt Rees, will die Partnerschaft nun eine Plattform bieten, um weitere Akteure zum Mitmachen anzuregen. Hierfür wurde ganz aktuell auf der Webseite der Öko-Modellregionen NRW (https://ömr.de/niederrhein/partnerschaftsbuendnis) eine neue Infoseite ins Leben gerufen, auf der das Bündnis sowie die Partner und ihre Maßnahmen präsentiert werden. Auch eine Übersicht über Veranstaltungen der Partner sowie Neuigkeiten aus dem Bündnis sind enthalten.

Die Partnerschaft verstehe sich zudem als Vernetzer und Nährboden für Zusammenarbeit unter den Partnern. Hierfür bot das Netzwerktreffen auf dem Voigtshof in Sonsbeck eine gute Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen und an konkreten Kooperationen zu arbeiten. Das Partnerschaftsbündnis sei ein offenes Netzwerk, das weitere Akteure ausdrücklich zur Mitwirkung einlädt. Jede zusätzliche Maßnahme – ob aus Landwirtschaft, Bildung, Verwaltung, Kultur oder Wirtschaft – trage dazu bei, ökologische Wertschöpfungsketten zu stärken und nachhaltige Entwicklungen am Niederrhein voranzubringen. „Wir möchten mit dem Bündnis eine starke Gemeinschaft aufbauen, die einen sichtbaren Unterschied für den Niederrhein macht. Die Projekte, die im Bündnis entstehen, tragen zu einer nachhaltigen Stärkung der Region bei und ermöglichen es den Bündnispartnern, die Entwicklung des Niederrheins aktiv mitzugestalten“, sagte Lukas Hähnel, Leiter der EntwicklungsAgentur Wirtschaft Kreis Wesel.

Interessierte Einrichtungen, Betriebe oder Initiativen können Kontakt zur Öko-Modellregion Niederrhein aufnehmen, um sich über eine Beteiligung zu informieren.

Die Öko-Modellregion Niederrhein ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kreise Kleve und Wesel und wird vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert. Mehr Informationen zu zukünftigen Netzwerktreffen, Förderungen und Bio-Betrieben gibt es online unter www.ömr.de und bei Pia Haartz, Öko-Modellregion Niederrhein, unter Telefon 0281/207-4015 oder per E-Mail an pia.haartz@kreis-wesel.de.

Die Öko-Modellregion Niederrhein stellte auf dem Voigtshof in Sonsbeck erstmals das im November 2025 neu gegründete Partnerschaftsbündnis für den Ökolandbau am Niederrhein vor. NN-Foto: SP