Vertreter der Politik mit den Vorsitzenden des Rheinischen Landwirt-schaftsverbands. (v.l): Wilhelm Hellmanns, Paula Backhaus, Michael Seegers, Renate Fürtjes und Stephan Wolters.Foto: J. Kurschatke
26. September 2023 · Kerken

Erntedankfrühstück zu Ehren der Landwirtschaft

Vertreter von Politik und RLV sprechen über die Zukunft der Agrarindustrie

NIEDERRHEIN. Der Herbst steht vor der Tür und damit auch das Erntedankfest, das jährlich vom Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV) gefeiert wird. Dafür haben die Vorsitzenden des Verbandes, Michael Seegers und Wilhelm Hellmanns wieder zahlreiche Vertreter der Politik, wie die stellvertretende Landrätin Paula Backhaus und den Landtagsabgeordneten Stephan Wolters zum Frühstück in die Gaststätte Schoelen in Kerken eingeladen. Auch Bürgermeister aus mehreren Kommunen des Kreis Kleve wie Sven Kaiser für die Stadt Geldern und Renate Fürtjes für die Gemeinde Kerken waren vor Ort.

Als „Ehrengäste“ könnte man die lokalen Landwirte bezeichnen, die bei dieser Veranstaltung besonders geehrt werden sollen, denn im Mittelpunkt steht beim Erntedankfest die Dankbarkeit dafür, dass es den Menschen in der Region heutzutage nicht an Nahrungsmitteln fehlt, wozu sie einen wichtigen Beitrag leisten. „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Tisch immer so reichlich gedeckt ist wie an diesem Tag. Sie alle zeigen mit Ihrer Anwesenheit, welche Bedeutung der Erntedank und die gesicherte Versorgung mit Lebensmitteln, für das Wohl und die Zufriedenheit einer Gesellschaft noch hat“, sagt Veranstalter Hellmanns und spricht seine Gäste damit aktiv an.

Die stellvertretende Landrätin Paula Backhaus stellt in diesem Zusammenhang die Frage „Wie kann man Ackerflächen sinnvoller Nutzen?“ und spricht sich für eine stärkere Vernetzung von Betrieben mit der lokalen Landwirtschaft aus. Das heißt: mehr ökologische Produkte in Kantinen und Großküchen.

Äußere Faktoren wie der Klimawandel oder die Inflation, die durch den Ukrainekrieg und die Pandemie hervorgerufen worden sind, stelle die Landwirtschaft vor Probleme. Ein Fakt, den man anerkennen müsse, denn die Werteskala der meisten Bürger habe sich dadurch ebenso geändert, wie Hellmanns weiter erläutert. So seien Landwirte gewillt, sich für den Klimaschutz und bessere Tierhaltung einzusetzen, es fehle aber die passende politische Unterstützung. Gestiegene Energiepreise, höhere Löhne und Produktionskosten, gepaart mit der fehlenden Bereitschaft der Konsumenten, mehr für Fleisch und Anbauprodukte aus besseren Haltungsverhältnissen zu bezahlen, seien das Problem.

Hellmanns spricht stellvertretend für den Landwirtschaftsverband und appelliert an die Landes- und Europapolitik: „Mehr denn je sind die politischen Entscheidungsträger in Brüssel und Berlin gefordert ihren Beitrag für den Erhalt der regionalen Produktion zu liefern. Den Landwirten muss der Raum gegeben werden, der die Produktion von regionalen Lebensmitteln kostendeckend möglich macht.“ Ziele seien der Dialog und die Findung von Lösungen, um für alle Beteiligten gerechte Umstände zu schaffen.

Jacqueline Kurschatke

Vertreter der Politik mit den Vorsitzenden des Rheinischen Landwirt-schaftsverbands. (v.l): Wilhelm Hellmanns, Paula Backhaus, Michael Seegers, Renate Fürtjes und Stephan Wolters.Foto: J. Kurschatke