Mit Gutscheinen und Urkunden wurden (v.l) Leonie, Luke, Jakob und Fabian für ihre Erklärfilme ausgezeichnet. Bei dem Wettbewerb unterstützt wurden sie von Lehrer Ewald Hülk (ganz links). NN-Foto: J. Kurschatke
24. Juni 2026 · Geldern

Erklärfilm-Wettbewerb: Zweifacherfolg für das Berufskolleg Liebfrauenschule

Vier Abiturienten belegen den ersten und zweiten Platz in ihrer Kategorie

GELDERN. Zwei Teams des Gelderner Berufskollegs Liebfrauenschule erhielten kürzlich eine besondere Auszeichnung. Beim diesjährigen Erklärfilm-Wettbewerb im Kreis Kleve belegten sie in der Kategorie „Sekundarstufe II“ sowohl den ersten als auch zweiten Platz. Verliehen wurden die Preise im Gocher Goli-Theater von Landrat Christoph Gerwers. Insgesamt 30 Einsendungen waren bei der Jury eingegangen.

Jean Piagets Entwicklungsphasen und das Ökosystem Wald: mit diesen Themen rund um Assimilation, Akkomodation, Forstwirtschaft und die Vorteile von Mischwäldern überzeugten Luke Küsters und Leonie Kohlert sowie Fabian Schrawen und Jakob Oymanns die Jury. In Zweierteams hatten sich die Abiturienten am Wettbewerb beteiligt. Unterstützt wurden sie dabei von Lehrer Ewald Hülk. Die Filme basieren auf dem Lehrplan und waren als moderne Lernmethode ohnehin Aufgabe der Schüler gewesen: „Anstatt eine schriftliche Arbeit abzugeben, erstellen die Schüler bei mir im Unterricht schon seit einigen Jahren Erklärvideos zu Abiturrelevanten Themen. Auf den Wettbewerb bin ich dann eher zufällig gestoßen“, berichtet Hülk. Zufall, aber eben auch die perfekte Möglichkeit, um die Arbeit der Jugendlichen vor größerem Publikum zu präsentieren und würdigen zu lassen.

Kriterien waren unter anderem die Verständlichkeit: Wie setzen die Schüler komplexe Themen so um, dass auch fachfremde Personen oder Mitschüler mit den Videos lernen können? Der Film sollte auch vollständig selbst gedreht sein und den Lehrplan berücksichtigen, die Themenwahl war dabei den Schülern überlassen. Auch die technische Umsetzung wurde unter die Lupe genommen. Mitmachen konnten Kinder und Jugendliche ab der Grundschule bis Q2. Im Kreis Kleve allein beteiligten sich Schulen im Nord- und Südkreis mit insgesamt etwa 30 Einsendungen. Ausgerichtet wird der Wettbewerb als Gemeinschaftsprojekt der verschiedenen Bezirksregierungen in NRW.

Wurde die erste Wettbewerbsrunde erst einmal nur auf Kreisebene durchgeführt, geht es nun auf die Bezirksebene. Im Fall der Liebfrauenschüler ein voller Erfolg: Leonie und Lukes Film aus dem Fach Erziehungswissenschaften zu Jean Piaget holte den ersten Platz. Das bedeutet sie dürfen im Januar 2027 mit weiteren Erstplatzierten aus dem Ruhrgebiet und Niederrhein in Düsseldorf auf weitere Prämien hoffen. Auch Jakob und Fabian durften sich bereits freuen. Mit dem zweiten Platz für ihr Video über den Winkelschen Busch in Sonsbeck und Kapellen, ging in ihrer Kategorie „Sekundarstufe II“ ein weiteres Gewinnertreppchen an das Berufskolleg. Für ihre Leistung erhielten beide Teams jeweils einen Gutschein für eine Buchhandlung.

Die Entstehung der beiden Filme zog sich über mehrere Monate. Während Luke und Leonie ihre Inhalte selbst digital zeichneten und einzelne Bilder mit Programmen wie Canva zu einem Video bearbeiteten, gestalteten Jakob und Fabian ihr Thema mit Foto- und Videoaufnahmen im Wald vor Ort, die sie mit iMovie und Capcut zusammenschnitten. Dazu kam bei beiden Teams das Zusammenstellen der Informationen, die sie vermitteln möchten und schließlich die Verschriftlichung und Vertonung der Erklärungen zu den gezeigten Bildern.

Die Schüler zeigen sich sichtlich stolz auf ihre Arbeit. Auch wenn sie viel Zeit investieren mussten, sei es eine sinnvolle Aufgabe gewesen: „Man hat auch selbst sehr viel bei der Erstellung des Films gelernt“, betont Fabian und meint damit die eigene Vorbereitung auf die Abiturklausuren. Auch von Mitschülern habe es viel positives Feedback gegeben, wie Leonie erläutert. Luke ergänzt: „Manche Schüler können besser visuell mithilfe von Bildern und Videos lernen. Einige Lehrer sind dahingehend aber noch etwas altmodisch. Deshalb finde ich gut, dass es den Wettbewerb gibt. Er gibt einen Anreiz für Schulen, das Lernen mit Erklärvideos auszuprobieren und sie öfter in den Unterricht miteinzubeziehen.“

Die vier Abiturienten fühlen sich für ihre Arbeit jedenfalls wertgeschätzt, auch wenn der Sieg überraschend kam. „Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet. Aber es war ein cooles Gefühl für etwas geehrt zu werden, dass man komplett selbst gemacht hat“, sagt Leonie weiter. Das Zeigen der Filme auf großer Kinoleinwand vor Publikum war dabei nur das I-Tüpfelchen.

Mit Gutscheinen und Urkunden wurden (v.l) Leonie, Luke, Jakob und Fabian für ihre Erklärfilme ausgezeichnet. Bei dem Wettbewerb unterstützt wurden sie von Lehrer Ewald Hülk (ganz links). NN-Foto: J. Kurschatke