Erinnerungskultur wird sichtbar und erlebbar
Neue Broschüre der Liberation Route Europe vorgestellt
NIEDERRHEIN. Die Befreiung des Rheinlands am Ende des Zweiten Weltkriegs steht im Mittelpunkt einer neuen Broschüre, die jetzt im Deichdorfmuseum Bislich vorgestellt wurde. Mit dabei waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter aus Kleve, Kranenburg, Emmerich, Kalkar, Uedem und Weeze – Kommunen, die zur grenzüberschreitenden Erinnerungsroute „Liberation Route Europe“ gehören. Diese verbindet historische Orte der Befreiung mit Wander- und Radrouten durch die Region.
Die neue Publikation entstand im Rahmen des Projekts „Public History“ mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“. „Sie führt zu 26 Hörstationen im Rheinland – von Emmerich bis in die Eifel – und macht Geschichte durch persönliche Erzählungen erfahrbar: etwa die Geschichte einer mutigen Ordensschwester, die sich nicht evakuieren ließ, oder die bewegende Rückgabe eines Eherings nach Texas – über ein halbes Jahrhundert nach dem Krieg“, sagt Gotthard Kirch, Geschäftsführer des Vereins Liberation Route NRW. Anlässlich der Veröffentlichung kamen Akteure aus beteiligten Kommunen und Institutionen zu einem Treffen in Bislich zusammen. Josef Gietemann, stellvertretender Vorsitzender von Liberation Route NRW und Vertreter der Stadt Kleve, begrüßte die Teilnehmer. Auch Günter Steins, Schatzmeister des Vereins und ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Kranenburg, nahm an der Veranstaltung teil.
Die Hörstationen entlang der Route sind über QR-Codes digital zugänglich – in mehreren Sprachen. In Kleve und Kranenburg erinnern Stationen der „Reichswaldroute“ an die alliierten Operationen „Veritable“ und „Market Garden“, mit denen im Frühjahr 1945 der Rhein erreicht und überschritten wurde. Die Liberation Route Europe ist seit 2019 als Kulturroute des Europarats zertifiziert. Sie verbindet bedeutende Schauplätze der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus – von der Normandie bis Berlin. Ihr Ziel: Die Erinnerung an Krieg, Gewalt und Befreiung wachhalten – und das Bewusstsein dafür stärken, dass Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit sind, sondern gemeinsames Engagement erfordern.
Das Gruppenfoto entstand vor einem Segment einer sogenannten „Bailey-Bridge“ – einer mobilen Notbrücke aus dem Zweiten Weltkrieg, die heute Teil der Dauerausstellung des Deichdorfmuseums ist. Foto: Liberation Route NRW