Erfolgsmodell Flughafen Weeze weiter im Aufwind
Aktionsgemeinschaft „pro:niederrhein“ blickt zurück
WEEZE. Zuletzt hat der Airport Weeze seine Erweiterungspläne präsentiert: Der Flughafen investiert bis 2027 mindestens 10 Millionen Euro in ein neues, zusätzliches Empfangsgebäude. Das vorhandene Terminal wird für weitere Abflug-Gates ausgebaut, wofür ebenfalls erhebliche Mittel aufgewendet werden.
Der Ausbau orientiert sich am erwarteten Nutzervolumen, das seit der Corona-Krise kontinuierlich wächst, sodass die Kapazitäten erweitert werden müssen. Der Flughafen stemmt den umfangreichen Ausbau aus eigener Kraft und beweist einmal mehr, dass er aktuell und für die Zukunft solide aufgestellt ist.
Das war nicht immer so: Als die Briten 1994 verkündeten, den Militärflugplatz Weeze-Laarbruch bis 1999 aufzugeben, entwickelten die kommunalen Verantwortungsträger das Konzept des „Euregionalen Zentrums für Luftverkehr, Logistik und Gewerbe“ für die zivile Folgenutzung des Fliegerhorstes. Die neu gegründete Flughafen Niederrhein GmbH (FN) wurde mit der Umsetzung des Konzepts betraut. Da der Bund und das Land NRW dem Konversionsprojekt, anders als in vergleichbaren Fällen, ihre Unterstützung verweigerten, suchten und fanden die kommunalen Verantwortungsträger Investoren in den Niederlanden, die einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in den Umbau investierten.
Schon vor dem Start des zivilen Flugbetriebs 2003 versuchten die organisierten Flughafengegner, dem Projekt Knüppel zwischen die Beine zu werfen, bewerteten das Projekt als Millionengrab und nutzten alle juristischen Möglichkeiten, um den Airport in die Knie zu zwingen. Zwischenzeitlich mussten Kreis und Kommune dem Airport tatsächlich mit einem Kredit in Millionenhöhe unter die Flügel greifen, der später in eine stille Beteiligung umgewandelt wurde.
Holpriger Start, solide Entwicklung
Der Start war holprig, die Flughafengegner prophezeiten dem Airport einen wirtschaftlichen Totalschaden, sogar Experten wie Heinrich Großbongardt behaupteten, der Flughafen habe keine Chance auf eine gesicherte Zukunft und werde nie Gewinne einfahren und ein Subventionsgrab bleiben.
Mit dem Abzug der britischen Freunde, Arbeitgeber und Konsumenten 1999 sah die Zukunft in Weeze zunächst düster aus. 27 Jahre später stehen der Airport und die Gemeinde Weeze glänzend da. Der Flughafen hat in den letzten zwölf Jahren, trotz Corona-Einbruchs, zehn Jahre mit Gewinn abgeschlossen und einen beachtlichen Anteil davon an die Teilhaber überwiesen, darunter auch an die Gemeinde Weeze und an den Kreis Kleve für ihre stille Beteiligung an der Flughafengesellschaft. Der Flughafen boomt, schafft Arbeitsplätze und erwirtschaftet Gewinne, Weeze wächst in der Folge stetig, die Region profitiert. Nach einer turbulenten Startphase ist der Erfolg des Flughafens nicht mehr von der Hand zu weisen. Der nun verkündete Ausbau aus eigener Kraft belegt die solide Entwicklung des Airports Weeze.
Die 2003 gegründete Aktionsgemeinschaft „pro:niederrhein“ (www.pro-niederrhein.net) hat das Projekt von Anfang an mit Aufklärungsarbeit und Aktionen unterstützt und an den langfristigen Erfolg geglaubt. „Es ist daher an der Zeit“, so der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Heinz-Willi Knechten, „nicht nur der Geschäftsführung um Dr. Sebastian Papst für den Erfolg zu danken, sondern auch seinem Vorgänger Ludwig an Bebber und, nicht zu vergessen, den Müttern und Vätern des Projektes“.
Flughafenhistoriker und Gründungsmitglied der Aktionsgemeinschaft, Rolf Toonen, ergänzt: „Den mutigen, standhaften Politikern aus Gemeinde und Kreis sei an dieser Stelle ganz besonders zu danken, sie haben das Projekt mit einem innovativen, durchdachten Konzept gegen alle Widerstände und ohne jede Unterstützung von Land und Bund erfolgreich an den Start gebracht und den jetzigen Höhenflug erst möglich gemacht. In Zeiten weit verbreiteter Politiker-Schelte gelte es, auch diese besondere Leistung unserer politischen Vertreter einmal entsprechend zu würdigen“, so Toonen.
Foto: onlyyouqj/Huang Zongxing