Energiebotschafter für Rees mit mehr als 30 Jahre Erfahrung
Reeser Kurt Stenzel teilt sein Wissen über Photovoltaik und Energiespeicher
REES. Der Reeser Kurt Stenzel weiß beim Thema erneuerbare Energien, wovon er spricht. Mehr als 30 Jahre ist er mit der Technik mitgewachsen, hat Dinge ausprobiert, aber auch Fehler gemacht und daraus gelernt. „Ich biete Interessierten an, meine Erfahrung mit ihnen zu teilen“, sagt der 71-Jährige, für den Photovoltaik, Energiespeicher und Smarthome zum Hobby geworden sind.
Deswegen ist er dem Aufruf der Stadt Rees vor einigen Wochen gefolgt und hat sich als Energiebotschafter registriert. Bürger können sich bei ihm melden, wenn sie Fragen zu erneuerbaren Energien haben, praktische Tipps benötigen oder von Erfahrungen, wie die von Kurt Stenzel, profitieren möchten – abseits von Pauschal- und Werbeangeboten. „Das empfehle ich sowieso jedem, sich ausreichend zu informieren. Denn nicht immer passen Angebote aus der Werbung zu dem Bedarf des Eigentums“, sagt Stenzel.
So würde er auch ins Gespräch gehen und erst mal klären, was die Bedarfe und Wünsche sind: „Welchen Verbrauch habe ich, wofür benötige ich die Energie, was sind auch meine zukünftigen Planungen.“ Diese ehrenamtliche Beratung kann bei Kurt Stenzel zu Hause erfolgen. Er kann anhand seiner Anlagen – 6 KW mit Speicher, Solarthermieanlage, Wallbox – erklären, welche Überlegungen und Planungen er über die Jahre angestellt hat. „Andere investieren viel Zeit und Geld in ein Motorrad oder Oldtimer. Erneuerbare Energie sind mein Interessensgebiet“, sagt Kurt Stenzel zu seiner Motivation und betont, dass er andere daran teilhaben lasse.
Als Photovoltaik noch ein Fremdwort war
Angefangen hat der gelernte Elektrotechniker Anfang der 1990er Jahre, als Photovoltaik noch ein gesellschaftliches Fremdwort war. Kurt Stenzel legte immer viel Wert auf Energiesparen. Er optimierte seine Fahrweise, um Sprit zu sparen. Inzwischen fährt er ein vollelektrisches Auto oder nimmt das E-Bike. Er ließ und lässt Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner laufen, wenn es wettertechnisch passt und günstig ist. „Meine Frau und ich sind zu 70 Prozent autark“, sagt Stenzel.
Mit der Technik kennt er sich zudem auch aus. Nahezu alle energietechnischen Anlagen hat er selbst verkabelt und verbaut. Nur wo es notwendig war, hat er Unterstützung vom Fachbetrieb in Anspruch genommen. So weiß er um die Trends und Entwicklungen und kann auch Tipps geben. Zum Beispiel? „Aktuell geht man dazu über, Elektroautos als dezentrale Energiespeicher zu verwenden, wenn sie zum Beispiel auf der Einfahrt stehen“, verrät Kurt Stenzel.
Ein weiterer Tipp: Wer noch nicht viel Geld in eine Anlage investieren möchte, für den sei ein Balkonkraftwerk ein guter Einstieg. „Da merkt man schnell, wie sinnvoll diese Technik ist“, sagt Stenzel.
Bisher nutzten nur wenige das Angebot der Energiebotschafter für Rees. „Es ist wahrscheinlich noch zu wenig bekannt“, sagt Klimaschutzmanagerin Christine Klanten, die diese Idee in der Stadtverwaltung platzierte. „Am Ende profitieren wir alle davon und insbesondere der Klimaschutz für unserer Kommune.“
Bisher gibt es zwei Energiebotschafter für die Stadt Rees, die ihre Erfahrung ehrenamtlich anbieten. Weitere können sich anmelden. Infos unter www.stadt-rees.de/energiebotschafter.
Kurt Stenzel, mit Klimaschutzmanagerin Christine Klanten, berät als Energiebotschafter der Stadt Rees private Eigenheimbesitzer bei ihren Überlegungen zur energetischen Sanierung. Foto: Stadt Rees