Stadtwerke-Chef überreicht Spendenscheck an „Hand in Hand mit Gambia“-Vertreter, Unterstützung für Hilfsprojekte in Gambia.
14. Oktober 2026 · Emmerich

Emmericher Initiative stärkt medizinische Versorgung in Gambia

Stadtwerke unterstützen Verein „Hand in Hand mit Gambia“ und damit den Ausbau der Stromversorgung in Latriya für bessere Gesundheitsversorgung

EMMERICH. Eine zuverlässige Stromversorgung ist eine wichtige Voraussetzung für medizinische Versorgung. Im gambischen Dorf Latriya ist genau das nicht selbstverständlich. Die Stadtwerke Emmerich unterstützen deshalb den Verein „Hand in Hand mit Gambia“ dabei, die Stromversorgung einer medizinischen Station vor Ort zu verbessern.

Der Verein „Hand in Hand mit Gambia“ ist aus einer Initiative von engagierten Bürgern und der Gesamtschule Emmerich hervorgegangen. Er setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt bestehende Projekte und Einrichtungen vor Ort. So auch die Medizinische Post Latriya.

Die kleine Station ist für viele Menschen in Latriya und der Umgebung die erste Anlaufstelle. Im Umkreis von rund fünf Kilometern gibt es keine weitere medizinische Einrichtung. Monatlich werden hier etwa 500 bis 700 Patienten behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Schwangeren sowie Müttern mit ihren Neugeborenen.

Bislang wird die Krankenstation über das öffentliche Stromnetz und eine kleine Photovoltaikanlage versorgt. Gerade während der Regenzeit kommt es jedoch täglich zu mehrstündigen Stromausfällen. Da die Station rund um die Uhr geöffnet ist, müssen die Mitarbeitenden nachts teilweise mit Taschenlampen oder dem Licht ihrer Mobiltelefone weiterarbeiten. Mit der Spende der Stadtwerke wird deshalb die bestehende Photovoltaikanlage erweitert und zusätzliche Speicherkapazität geschaffen. So kann die Station Stromausfälle künftig besser überbrücken.

„Für uns ist eine zuverlässige Energieversorgung hier in Emmerich selbstverständlich. Das Projekt zeigt, welchen Unterschied sie an anderer Stelle ganz unmittelbar machen kann“, sagt Steffen Borth, Geschäftsführer der Stadtwerke Emmerich. „Deshalb unterstützen wir gerne dabei, die medizinische Versorgung in Latriya ein Stück verlässlicher zu machen.“

Doch nicht nur die Menschen in Gambia profitieren von dem Projekt. Auch die Schüler der Gesamtschule sammeln dadurch wertvolles und praktisches Know-How. Im Januar nächsten Jahres werden sie selbst nach Gambia reisen, um das Projekt vor Ort zu unterstützen und zu erleben. „Diesen Wissenstransfer und die Möglichkeit, junge Menschen konkret für technische Themen zu begeistern, fördern wir als Energieversorger und Arbeitgeber vor Ort ebenfalls sehr gerne“, sagt Steffen Borth.

Das Projekt hat zudem eine besondere Verbindung nach Emmerich. Die Krankenstation wurde über viele Jahre von Herbert Damen mit aufgebaut und weiterentwickelt. Der gebürtige Emmericher arbeitete einst selbst bei den Stadtwerken und engagierte sich mit seiner niederländischen Stiftung rund 30 Jahre für Projekte in Gambia.

Nach dem Tod von Damen führt der Emmericher Verein „Hand in Hand mit Gambia“ dieses Engagement nun fort und unterstützt den Betrieb der Krankenstation. „Wir möchten mit unserem Verein ganz konkrete Verbesserungen für die Menschen vor Ort schaffen. Was gebraucht wird, erfahren wir direkt von unseren einheimischen Ansprechpartnern in Gambia. Um diese Projekte umsetzen und die bestehenden Einrichtungen langfristig erhalten zu können, sind wir auf Unterstützung angewiesen“, sagt Mario Brüschke, Vorsitzender von „Hand in Hand mit Gambia“. Brüschke hatte sich bereits in den vergangenen Jahren als Lehrer der städtischen Gesamtschule gemeinsam mit einer Gruppe von Schülern für Gambia engagiert.

Mehr zum Verein unter www.hih-gambia.de.

Stadtwerke-Geschäftsführer Steffen Borth (l.) übergibt den symbolischen Spendenscheck an die Vertreter des Vereins „Hand in Hand mit Gambia“, Christiane Berndsen (2. Vorsitzende) und Mario Brüschke (1. Vorsitzender). Foto: EGD