Emmerich: Mit dem Rad auf Schmugglerpfaden unterwegs
Nachbarstädte laden am 14. September zur Schmuggeltocht ein
EMMERICH. Der Schmuggel gehört zu den ältesten Grenzgeschichten der Region – einst ein riskantes Spiel mit hohen Einsätzen, heute eine Quelle für spannende Anekdoten und historische Spurensuche. Zwischen Emmerich und den angrenzenden niederländischen Gemeinden erinnern viele Pfade, Wälder und Feldwege an eine Zeit, in der Zucker, Kaffee oder Zigaretten heimlich über die Grenze wanderten. Was früher unter strenger Beobachtung geschah, steht heute im Mittelpunkt eines außergewöhnlichen Raderlebnisses.
Am Sonntag, 14. September, verwandeln sich die Radwege entlang der deutsch-niederländischen Grenze erneut in eine Bühne für ein außergewöhnliches Freizeitvergnügen: Die Schmuggeltocht lädt zum grenzüberschreitenden Raderlebnis mit historischem Augenzwinkern ein, organisiert von kulturellen Einrichtungen in der Region Emmerich am Rhein, Montferland, Oude-Ijsselstreek, Isselburg, Anholt und Zevenaar.
Zwei abwechslungsreiche Routen führen die Teilnehmenden über idyllische Wege durch die Region – stets begleitet von einem Hauch Abenteuer. Unterwegs sorgen gespielte Grenzkontrollen mit uniformierten Zöllnern für authentisches Flair. Mit Schmuggelware und Schmuggelpass ausgestattet, geht es vorbei an Wiesen, Wäldern und charmanten Ortschaften – ganz legal, aber nicht ohne Risiko für eine Taschenkontrolle.
Die Westroute misst 38 Kilometer und startet wahlweise am Rheinmuseum in Emmerich oder am Dijkmagazin in Aerdt (Ardtsedijk 49). Eine weitere Stempelstation befindet sich zum Beispiel an der Eltener Mühle mit Mühlencafe sowie am Schlösschen Borghees in Emmerich, wo ab 15 Uhr das Figurentheater Pinocchio für Kinder ab vier Jahre spielt.
Die Ostroute ist mit 54 Kilometern etwas anspruchsvoller und führt ebenfalls in die Niederlande. Auch hier ist das Rheinmuseum Start- und Stempelpunkt, ebenso wie das Heimathaus in Anholt und das DRU Ketelhuis auf niederländischer Seite. Auch auf dieser Strecke lädt das Schlösschen Borghees zum Zwischenstopp ein.
Die Orientierung erfolgt über das bewährte Knotenpunktsystem; bei Abweichungen helfen Hinweisschilder mit der Aufschrift „Schmuggeltocht“ weiter.
Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro. Kinder bis einschließlich 14 Jahren radeln kostenfrei mit. Einen Schmuggelpass und die Schmuggelware erhalten die Teilnehmenden an den entsprechenden Startpunkten, wo von 10 bis 14 Uhr gestartet werden kann. Genauere Informationen zu den Routen und den Start- und Stempelstellen finden Interessierte unter www.rheinmuseum-emmerich.de.
Haben Sie etwas zu verzollen? Die „Zöllner“ kontrollieren am 14. September an der deutsch-niederländischen Grenze. Foto: WfG Emmerich