Emmerich: Flagge zeigen gegen Antisemitismus
Mehr als 100 Besucher bei „Stolpersteine leuchten“ von Pro Kultur im PAN
EMMERICH. Flagge zeigen gegen Antisemitismus und Rassismus – dies waren die Kernaussagen bei der 10. Veranstaltung „Stolpersteine leuchten“ der Bürgeraktion Pro Kultur im PAN in Emmerich.
Anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November 1938 hatten Schüler der Gesamtschule und des Förderzentrums Grunewald in der Innenstadt Kerzen an den Stolpersteinen angezündet, die vor den Wohnorten der ehemaligen jüdischen Mitbürger verlegt sind. „Und hatten sie vorher noch gründlich geputzt. Die glänzen jetzt wie neu“, freute sich Pro-Kultur-Vorsitzende Irene Möllenbeck. Sie erinnerte die mehr als 100 Besucher des Abends an eine Nacht, „in der alle Schranken fielen und alle Dämme brachen“. Ihr Appell: „Informieren Sie sich und treten mutig für den Erhalt unserer Demokratie ein, wo immer Sie die Möglichkeit haben.“
Auch Bürgermeisterin Claudia Lindlahr freute sich besonders, dass die weiterführenden Schulen bei der Veranstaltung mit im Boot sind: „Sie machen Gedenken lebendig. Erinnerung ist keine Selbstverständlichkeit. Erinnerung ist eine Aufgabe.“ Hans-Jörgen Wernicke sagte: „Die rassistischen Eingriffe gehen heute bis in die Mitte der Gesellschaft.“ Mahnend ergänzte er: „Noch einmal kann sich unsere Gesellschaft nicht auf kollektive Ahnungslosigkeit berufen.“
Schüler des Willibrord Gymnasiums und der Gesamtschule regten mit einfühlsamen Texten, Gedichten und einem vorgetragenen Interview mit Margot Friedländer zum Nachdenken an. Musikalische Akzente setzte Adrian Schabbel am Keyboard. Der Abend endete mit dem gemeinsamen Lied „We shall overcome.“
Die Schüler der teilnehmenden Schulen mit Bürgermeisterin Claudia Lindlahr und der Pro-Kultur-Vorsitzenden Irene Möllenbeck. Foto: Pro Kultur