Elten: Ein neuer Azubi für die Mühle am Möllenbölt
Volkwin Siebe beginnt seine Ausbildung zum „Freiwilligen Windmüller“
ELTEN. Die Freude an der Eltener Mühle ist groß: Neben Peter van der Ham, der bald seine Ausbildung zum „Freiwilligen Windmüller“ beendet, wurde mit Volkwin Siebe ein neuer Auszubildender gefunden.
Volkwin Siebe ist gelernter Handwerker, arbeitete zuletzt als Projektmanager in der Industrie und ist nun in Rente. Seit einigen Jahren wohnt er in Zeddam. Als er vergangenen Monat die Eltener Mühle kennenlernte, war er direkt so begeistert, dass er zum Hauptwindmüller Frank Heeren Kontakt aufnahm und nun mit seiner Ausbildung beginnt. Mittlerweile ist er bei den niederländischen „Vrijwillige Molenaars“ zur Ausbildung zum Diplom Windmüller angemeldet. Die Prüfung zum Diplom-Windmüller erfolgt in zwei Jahren bei der Vereinigung „Hollandse Molen“.
WfG-Geschäftsführerin Sara Kreipe und Dr. Manon Loock-Braun, Prokuristin und Bereichsleiterin Tourismus, freuen sich, Volkwin Siebe im Team rund um die Mühle willkommen zu heißen und ihm die Schlüssel der Mühle übergeben zu können. Somit ist das zukünftige Müller-Handwerk auf der Mühle an der Stokkumer Straße gesichert.
Mit der Ausbildung zum Freiwilligen Müller werden wichtige Nachwuchskräfte gewonnen, die ein umfangreiches Wissen zum Betreiben und Instandhalten historischer Windmühlen erlangen und damit zum direkten Erhalt des immateriellen Erbes „Müllerhandwerk“ ehrenamtlich beitragen. Die Müller der monumentalen Eltener Holländerwindmühle auf dem Möllenbölt, Frank Heeren, Peter Ronge und Azubi Peter van der Ham, freuen sich, dass Volkwin Siebe nun seine Ausbildung zum Freiwilligen Müller in Elten begonnen hat und das Team seitdem tatkräftig jeden Sonntag unterstützt.
Das Müller-Diplom ist die Lizenz zum eigenständigen Drehen der Mühle, wie der Führerschein fürs Auto oder der Segelschein fürs Segelboot. Nach seiner Ausbildung ist Volkwin Siebe zudem berechtigt, auch weitere Windmüller auszubilden. Die zweijährige Ausbildung beinhaltet im Praktischen Teil 120 Stunden auf der eigenen Ausbildungsmühle und 30 Stunden auf anderen Mühlen. Die Theorie beinhaltet Architektur, Mechanik, Unterhalt, Fehlererkennung und die Wetterkunde.
Die Eltener Mühle steht unter Denkmalschutz und wird nach der Auflösung des Mühlenvereins seit mehr als zehn Jahren von der WfG Emmerich betrieben. Die wichtigsten Veranstaltungen an der Mühle sind das Neujahrsdrehen am 1. Januar, das Mühlenfest zum deutschen Mühlentag am Pfingstmontag und das Novemberleuchten, das immer am letzten Sonntag im Oktober stattfindet. Die Müller öffnen jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr das Tor der Mühle und erklären interessierten Gästen die Funktionsweise und Architektur der Mühle. Außerhalb der Mühlenöffnungszeiten werden auch Führungen durch die Mühle und kostenfreie Workshops für Schulklassen angeboten.
Willkommen im Team: Azubi Volkwin Siebe (2. v. l.) und sein Ausbilder Frank Heeren (2. v. r.) mit Dr. Manon Loock-Braun (l.) und Sara Kreipe von der WfG Emmerich. Foto: WfG Emmerich