Einweihung der „Hommersumer Hände“: Gemeinschaft schafft Kunst
Buchvorstellung und Messe begleiten das Kunstprojekt
HOMMERSUM. Kürzlich fand die feierliche Einweihung des Kunstwerks „Hommersumer Hände“ statt. Gleichzeitig präsentierte Keramikkünstlerin Katrin König ein liebevoll gestaltetes Buch mit Texten und Fotos, das dokumentiert, wie die 252 Tonabdrücke der Hände zu einem besonderen Kunstwerk an einem besonderen Ort in Hommersum wurden.
Den Auftakt des Tages bildete eine Open-Air-Messe anlässlich des Patronatsfestes der Kirche St. Petrus. Der Gottesdienst, geleitet von Pfarrer Dr. Uchenna Aba, fand auf der Rasenfläche vor dem Pastorat unmittelbar neben dem Kunstwerk statt. Musikalisch begleitet wurde die Messe vom Gocher Liedermacher Christoph Krott. In seiner Predigt ging Pfarrer Uchenna Aba mit zahlreichen Anekdoten darauf ein, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Fähigkeiten erfolgreich zusammenarbeiten können. Diesen Gedanken griff er auch in seiner Ansprache nach der Messe auf. Er lobte den großen Zusammenhalt und das gemeinschaftliche Engagement in den Dörfern seiner Pfarrei, insbesondere jedoch in Hommersum. Anschließend segnete er, begleitet von einem seiner sechs anwesenden Messdiener, das Kunstwerk.
Katrin König erzählte anschließend in unterhaltsamer Weise, mit einem kleinen Märchen, die Entstehungsgeschichte des Projekts. Bereits während der 900-Jahr-Feier im Jahr 2018 hatten zahlreiche Hommersumer ihre Handabdrücke in Ton angefertigt. Die Tonplatten wurden anschließend in den Niederlanden drei Tage lang gebrannt. Lange Zeit war jedoch unklar, wie die Handabdrücke dauerhaft präsentiert werden sollten. Schließlich entstand die Idee, in der Nähe der Kirche (dort, wo vor rund 900 Jahren der Ursprung Hommersums lag) ein Kunstwerk zu schaffen. Angepasst an den Standort entwickelte Katrin König farblich abgestimmte Glasuren von türkis über hellgrün bis zu meerblau und die Fliesen wurden nochmals gebrannt. Die organische Form der Mauer lädt zum Verweilen ein, man kann darauf sitzen, Kinder können darauf balancieren, auch die Kaffeetassen steht genau auf der richtigen Höhe. Im Anschluss übergab Katrin König das Wort an Johny Urselmans, der die Entstehungsgeschichte des Kunstwerks auch auf Plattdeutsch schilderte, auch an dieser „Übersetzung“ waren mehrere Hommersumer beteiligt.
Fotostrecke
Das ganze Projekt ist nur möglich gewesen durch all die vielen Hommersumer Hände die mitgebaut, ausgeschachtet, gemauert, verputzt und vieles mehr geleistet haben. Die Geschichte des Projekts ist mit zahlreichen Fotos in einem aufwendig und von Hand gebundenem Buch dokumentiert. Auf den letzten Seiten befindet sich außerdem eine Übersicht mit den Nummern der einzelnen Kacheln und den dazugehörigen Namen. Die 252 Kacheln sind zufällig angeordnet, so dass sich viele Besucher anschließend auf die Suche nach ihrem eigenen Handabdruck machten. Von dem Buch existiert lediglich ein Exemplar. Es liegt im hinteren Bereich der Kirche aus und kann während der Öffnungszeiten, in der Regel sonntags, eingesehen werden.
Die Keramikkünstlerin Katrin König schilderte die Entstehungsgeschichte des Kunstwerks. NN-Foto: Gerhard Seybert