Paul Reuvers, Gabi Reuvers, Anne Reuvers-Oostendorp und Christian Oostendorp gewähren beim Hoffest auf dem Geflügelhof Reuvers einen Einblick in die Heimat ihrer Hühner. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
19. September 2026 · Kalkar

Einmal in den Hühnerstall: Geflügelhof Reuvers öffnet beim Hoffest seine Türen

Zum Hoffest am 26. September können Besucher den neuen Stall auf dem Eyland besichtigen, bevor die Legehennen einziehen.

KALKAR. Eine Frage bekommt die Familie Reuvers vom Geflügelhof Reuvers immer wieder gestellt: „Können wir mal in den Stall hinein?“ Normalerweise muss diese immer mit Nein beantwortet werden. „Wir haben strenge Hygienevorschriften, damit unsere Hühner gesund bleiben. Deshalb können wir niemanden in den Stall hineinlassen“, begründet Paul Reuvers. Doch am Samstag, 26. September, kann eine Ausnahme gemacht werden: Dann lädt der Geflügelhof Reuvers am Eyland 27 in Kalkar nämlich zum Hoffest ein. Anlass ist die Einweihung des neuen und nun fertigen Hühnerstalls, der – bevor die Hühner einziehen – einmal auch von interessierten Besuchern von innen angesehen werden kann.

„Wir wollten mit dem Stallbau ins Tierwohl investieren“, betont Paul Reuvers, der den Familienbetrieb 1990 von seiner Mutter Elisabeth übernommen hat. Sie war es auch, die 1972 mit der Haltung von damals 50 Legehennen begonnen hat. „Ursprünglich waren wir ein Milchviehbetrieb. Als mein Vater Theo 1971 plötzlich verstarb, wollte meine Mutter den Betrieb für sie zukunftsorientiert aufstellen“, erklärt Paul Reuvers. Die Kühe hätten den Betrieb deshalb verlassen und die Legehennen seien eingezogen. Schon 1974 konnte der Geflügelhof die Zahl der Legehennen auf 840 aufstocken.

Obwohl der Betrieb zwischenzeitlich auch in die Schweine- und Bullenmast einstieg, blieb doch die Geflügelzucht die erfolgreichste Konstante. 1992 folgte sogar ein weiterer Meilenstein: Der Sparmarkt Averbeck in Hasselt war der erste Supermarkt, der die Eier vom Geflügelhof Reuvers in seinem Laden verkaufte. Inzwischen beliefert Reuvers über 50 Supermärkte in den Kreisen Kleve und Wesel sowie im Ruhrgebiet.

Heute leben 20.000 Legehennen auf dem Geflügelhof Reuvers, dessen Eier unter dem Slogan „das echte Ei vom Eyland“ in der Region bekannt sind. „Mit dem neuen Stall ging es uns nicht darum, noch größer zu werden. Wir wollten nicht weiter wachsen. Bei uns steht stattdessen weiter die Qualität im Vordergrund“, sagt Paul Reuvers. Zum Tierwohl gehöre neben gutem Getreidefutter für die Hühner („damit schmeckt am Ende auch das Ei viel besser“) etwa auch, dass im neuen Stall sieben Hühner pro Quadratmeter gehalten werden. Eine „moderne Legehennenhaltung“ nennt Reuvers das.

Im neuen 1200 Quadratmeter großen Stall steht den 9000 Hühnern, die dort werden leben können, sogar ein eigener Wintergarten zur Verfügung. „Wir wollen, dass sie auch die Temperaturunterschiede in den verschiedenen Jahreszeiten fühlen können. Der Stall ist natürlich klimatisiert und immer gleich warm. Im Wintergarten ist es im Sommer dagegen – entsprechend der Außentemperatur – wärmer und im Winter etwa eben kühler. Sie spüren also die Jahreszeiten dort hautnah“, erklärt Reuvers.

Der Geflügelhof werde jedoch auch künftig bei seiner Bodenhaltung bleiben und nicht zur Freilandhaltung übergehen. Ausschlaggebend dafür sei ebenfalls der hohe Hygienestandard. „Wir haben hier viele arktische Wildgänse, die die Vogelgrippe mitbringen können. Die Gefahr ist für unsere Hühner bei einer Freilandhaltung einfach zu groß, dass sie sich anstecken“, begründet Reuvers und ergänzt: „Wir könnten das aber jederzeit ändern, zum Beispiel, wenn es vielleicht mal einen Impfstoff gegen die Vogelgrippe für Hühner gibt.“ Aktuell sei das aber nicht der Fall, sodass auch der neue Stall erstmal für die Bodenhaltung konzipiert worden sei.

Aktuell führt Paul Reuvers gemeinsam mit seiner Frau Gabi den Betrieb. Die nächste, die dritte Generation, arbeitet mit Tochter Anne Reuvers-Oostendorp und Schwiegersohn Christian aber bereits mit. 2025 verkaufte der Betrieb vom Eyland über 5,5 Millionen eigene Eier; insgesamt lieferte Reuvers sogar über acht Millionen Eier aus. Denn über das Netzwerk mein-ei.nrw kauft Reuvers auch Eier von anderen regionalen Produzenten zu und vermarktet diese weiter.

Reuvers eigene 20.000 Legehennen, die in drei Altersgruppen unterteilt sind („damit können wir immer Eier in verschiedenen Größen – vor allem in den beliebten Größen M und L – anbieten“, Anne Reuvers-Oostendorp), werden zukünftig in zwei Ställen untergebracht sein. Der neue, jetzt fertiggestellte Stall kann beim Hoffest am Samstag, 26. September, 11 bis 17 Uhr, von interessierten Besuchern einmal genau angeschaut werden. „Wir bieten an diesem Tag auch spezielle Führungen durch den Stall an“, sagt Reuvers-Oostendorp. Wer einmal genau erfahren wolle, wie ein modernes Huhn lebe, sei an diesem Tag auf dem Geflügelhof Reuvers genau richtig. „Das ist wirklich eine einmalige Chance“, betont Christian Oostendorp. Denn nach dem Hoffest, an dem es auch einen Pommes- und Getränkewagen, eine Kaffeepritsche sowie eine Hüpfburg und Ballons für die kleinen Gäste geben werde, die sich obendrein auf Maskottchen Kei freuen dürfen, müsse der neue Stall erstmal ganz gründlich gesäubert und desinfiziert werden, damit dann ein paar Tage später die Legehennen ihre neue Heimat mit Wintergarten beziehen können.

Weitere Informationen zum Geflügelhof Reuvers gibt es online unter www.eyland-ei.de.

Paul Reuvers, Gabi Reuvers, Anne Reuvers-Oostendorp und Christian Oostendorp gewähren beim Hoffest auf dem Geflügelhof Reuvers einen Einblick in die Heimat ihrer Hühner. NN-Foto: Rüdiger Dehnen