"Kneipengespräch mit Sandy Stutzke, Erna Wutschke, Uwe und Heini, fotografiert von Theo Leie"
31. März 2026 · Straelen

Einfach mal abschalten und herzhaft lachen

Theaterverein „Oeconomia Auwel-Holt zeigt die Komödie „Kaviar trifft Currywust“

AUWEL-HOLT. Wer einmal für zwei Stunden die trüben Gedanken und Sorgen loswerden und einfach nur lachen oder schmunzeln wollte, der war bei der Komödie „Kaviar trifft Currywust“ genau richtig. In drei Vorstellungen wurde das Stück von Winni Abel durch den Theaterverein „Oeconomia Auwel-Holt auf der Bühne von Schraets-Aengenendt aufgeführt. Die Spielleitung hatte wieder Sandra Teeuwen, die mit der Resonanz durch das Publikum sehr zufrieden war.

Bei dieser Komödie gab es verschiedene Schauspieler, die ihre Premiere feierten. Für neue Akteure warb auch Heiner Bons in seiner Begrüßungsrede an das Publikum.

Bei der Komödie ging es in erster Linie um meine versiffte und verrauchte Eckkneipe, mit Gästen, die einen Intelligenzquotienten von „unter Null“ hatten. Bestes Beispiel dafür war der arbeitslose Dauerkunde Uwe, gespielt von Michael Huberg. Ähnlichkeiten mit bestehenden Lokalitäten waren sicherlich nur „rein zufällig“. Eine besondere Rolle hatte Julian Theunissen als „Heini“, der an der Theke „festgeklebt war“ und fast bis zum Schluss kein Wort sprach,

Die Hauptakteure in diesem Stück waren Sandra Theunissen als Wirtin Erna Wutschke und AndreasTheunissen, als ihr Verehrer „Blümchen“. Sie im Leo-Look, er im Hawaihemd. Beide gutmütig-naiv und bemüht, ihr kleines „Kommunikationszentrum“ zu behalten. Daran hatte auch Sandy Stutzke (Kerstin Verlinden), die Patentante aller Blondinen, großes Interesse. Die Eckkneipe „Zum warmen Würstchen“ war ihre zweite Heimat. Im Rahmen seiner Wahlkampagne besuchte auch Bürgermeisterkandidat Dieter Döge (Timo Verlinden) mit seiner Gattin (Nina Bienwald) das Etablissement. Er, der coole Typ, der auch mal über das Rauchverbot hinwegsah, sie, in einer Eigenkreation aus recycelten Alltagsprodukten.

Alles war wunderbar, bis Ernas Cousin, der neureiche und snobistische Harry (Rolf Huyskens), seinen Besuch im weißen Porsche ankündigte. An seiner Seite seine ernährungsbewusste „Puppe“ und Shopping-Queen Heike, gespielt von Fine Spachtholz. Cousin Harry, der sich einen Adelstitel gekauft hatte, war bislang in dem Glauben gelassen worden, sein Darlehen sei in ein Nobelrestaurant geflossen. Da er sein Besuch anstand, war die Not groß. Wie sollte auf die Schnelle aus einer Eckkneipe mit unterbelichtetem Proleten-Publikum ein Gourmet-Tempel werden?

Das Chaos nahm seinen Lauf. In hier wurden auch interessante Wortspiele und neue Benimm-Regeln konzipiert. So bekam der Begriff „Amuse gueule“ eine völlig neue Bedeutung. Dafür gab es für Wirtin Erna Szenenapplaus. Auch sonst wurde mit Wortwitz nicht gespart. Das Publikum hatte reichlich Gelegenheit herzlich zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Eine richtige Auszeit vom Alltag.

Welch ein Segen, dass zufällig der Koch eines Nobelrestaurants auf Arbeitssuche war. Auch wenn es in Wirklichkeit die Eigentümerin des Konkurrenz-Restaurants von Walli Schuster war. Doch die hatte sich so geschickt verkleidet, dass die Tarnung zuerst nicht auffiel. Vroni Dahler spielte diese Doppelrolle.

Zu einem Nobelrestaurant gehört natürlich auch eine Bewertung im Restaurantführer. Dazu hatte Cousin Harry die Feinschmecker-Expertin Frau von der Steppke (Nele Dechange) eingeladen. Eine echte Herausforderung für die feine Dame. Aber so lange die Produkte klangvolle Namen und teure Preise hatten, konnten sie vor den gestrengen Augen bestehen. Auch wenn sie in Wirklichkeit vom Discounter und nur in teure Flaschen oder Verpackungen umgefüllt waren. Wie im wahren Leben eben. Eine wunderbare Auszeit vom Alltag.

"Erna Wutschke mit Verehrer 'Blümchen' in Garten, Foto von Theo Leie"

Erna Wutschke und ihr Verehrer „Blümchen“. NN-Foto: Theo Leie

Tiefgründige Kneipengespräche: Sandy Stutzke, Erna Wutschke, Uwe und Heini. NN-Foto: Theo Leie