Gruppenfoto der Leitung der Hochschule Rhein-Waal mit Präsident und Vizepräsidenten, aufgenommen von Johannes Baeumer.
30. April 2026 · Kleve

Eine Woche voller Impulse für mehr Vielfalt

Interaktive Wanderausstellung DiversityParcours an der Hochschule Rhein-Waal

KLEVE. Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu. Menschen werden schnell nach ihrem Äußeren bewertet und in eine Schublade gesteckt. Das passiert ganz automatisch und lässt sich auch schwer steuern oder? Um genau diesem Schubladendenken, besonders in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung entgegenzuwirken und Offenheit sowie Vielfalt zu fördern, hat die Hochschule Rhein-Waal den DiversityParcours auf den Campus Kleve geholt. Somit hatten Mitarbeitende, Lehrende und Studierende eine Woche lang die Möglichkeit, Wissen, Selbstreflexion und Austauschen miteinander zu verbinden.

In einer Mischung aus Infotankstelle, Showbühne, Spielwiese, Denkoase und Ideenschmiede eröffnete die Ausstellung DiversityParcours, die bereits bei vielen bekannten Unternehmen gastierte, neue Blickwinkel auf Chancen, Herausforderungen und Wege, Grenzen zu überwinden und machte auf ein gesellschaftlich wie politisch hochaktuelles Thema aufmerksam. An fünf Stationen konnten Besucher*innen ihre Fähigkeiten im Schubladendenken „prüfen“, persönliche Facetten von Vielfalt sichtbar machen, den Klang ihres Teams hörbar werden lassen, in die Welt von Zahlen, Daten und Fakten zur Vielfalt eintauchen und im DiversityLab experimentieren.

In zahlreichen anregenden Gesprächen, spontanen Diskussionsrunden und begleiteten moderierten Formaten zeigte sich: Die Auseinandersetzung mit Vielfalt setzt spürbare Impulse für Studium, Lehre und Zusammenarbeit. Vielfalt wurde sichtbarer und neue Perspektiven für das Miteinander konnten eröffnet werden. Durch dieses besondere Format unterstreicht die Hochschule ihre Verantwortung für demokratische Teilhabe und Chancengleichheit.

Professorin Dr. Tatiana Zimenkova, Vizepräsidentin für Internationales und Diversität, betont: „Diversität und Teilhabe sind kein ‚Nice-to-have‘ Bereich. Der DiversityParcours ist eine notwendige Intervention gegen Ignoranz, Ausgrenzung und die schleichende Normalisierung von Diskriminierungen in heutigen Gesellschaften.“ Sie unterstreicht, wie wichtig Sensibilität für Vielfalt und gerechte Teilhabe, als Grundpfeiler der Demokratiesicherung sei – ohne sie verliere eine demokratische Institution ihre Glaubwürdigkeit, ihre Exzellenz und letztlich ihre Zukunft. Als Vizepräsidentin sagt sie klar: „Wir investieren nicht in Symbolik, sondern in Haltung, Handlungskompetenz und die Widerstandskraft unserer Hochschule gegen jede Form antidemokratischer Tendenzen.“

Die Hochschule möchte es aber nicht nur beim DiversityParcours belassen. Sie plant, die gewonnenen Erkenntnisse in kommenden Semestern weiter zu verankern – mit Workshops, Vernetzungsangeboten und konkreten Maßnahmen für faire Zugänge und gelebte Teilhabe. Darüber hinaus findet vom 7. bis zum 29. Mai die Ausstellung zu den Grundrechten „Mehr als nur Worte“ auf dem Campus Kleve (Gebäude 4, 2. Etage) statt, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Professor Dr.-Ing. Peter Kisters, Vizepräsident für Forschung, Innovation und Wissenstransfer, Professorin Dr. Tatiana Zimenkova, Vizepräsidentin für Internationales und Diversität, Professor Dr. Oliver Locker-Grütjen, Präsident der Hochschule Rhein-Waal, Dr. Annett Schmeck, Kanzlerin der Hochschule Rhein-Waal, Professorin Dr. Corinna Titze, Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Rhein-Waal (v.l.). Foto: Johannes Baeumer/ HSRW