Eine wichtige Kooperation
Vor zwei Jahren ging in Klever der KleiderFAIRteiler an den Start
KLEVE. Im Juli 2024 ging in Kleve der „KleiderFAIRteiler“ an den Start. Die „Palette“ hatte ihre Tore geschlossen – gesucht wurde eine neue Anlaufstelle, wo sich bedürftige Menschen mit Kleidung eindecken konnten.
Initiator war die Klosterpforte, die sich aber der Herausforderung nicht alleine stellen wollte, sondern nach Mitstreitern Ausschau hielt. Andreas Edler, Vorsitzender des Klosterpforte e. V.: „Wir haben das Klever Kindernetzwerk sowie das SOS Kinderdorf mit ins Boot holen können.“ Eine Kooperation sei einfach effektiver, so Edler, der gleichzeitig darauf hinwies, „dass die Klosterpforte den Löwenanteil der Kosten trägt“. Ein Dank gehe hier an die Zevens-Stiftung, „die uns bei den Mietkosten unterstützt.“ Der Bedarf an Kleidung sei gestiegen und wachse weiter. Für alle, die in Form von Kleiderspenden die Aktion unterstützen, müsse als oberster Grundsatz gelten: „Nur solche Kleidung spenden, die man selber noch tragen würde.“
Bis zum März dieses Jahres habe man, so Katja Hendrix, Koordinatorin seitens des SOS Kinderdorfes, 200 Karten gezählt. Erklärung tut not: Die Kleidung, die beim FAIRteiler geholt werden kann, ist kostenlos. Es muss jedoch eine Bedürftigkeit vorliegen. Hendrix: „Bedürftigkeit kann auch bei Menschen vorliegen, die einer Arbeit nachgehen, aber trotzdem auf Wohngeld angewiesen sind.“ Die Grenzen seien fließend und es sei vor allem wichtig, „den Menschen, die zu uns kommen, ihre Würde zu lassen“. Ebenso müsse man wissen, dass „wenn wir von 200 Karten sprechen, dann wesentlich mehr Personen gemeint sind, denn oft gilt eine Karte beispielsweise für eine ganze Familie. Wenn wir also von 200 Karten sprechen, die wir bis März gezählt haben, dann kann man durchaus davon ausgehen, dass diese Zahl mit drei multipliziert werden kann.“ Wer eine Karte hat, darf zwei Mal im Monat Kleidung abholen.
Elisabeth Stoffele ist eine von insgesamt elf Ehrenamtlichen, die sich um die Ausgabe kümmern. „Ich habe zuerst gedacht, Ehrenamt sei vielleicht nichts für mich“, blickt Stoffele auf ihren Anfang beim FAIRteiler. Das hat sich längst geändert. „Es macht großen Spaß, denn wir bekommen viel zurück.“ Was die Ehrenamtlichen zurückbekommen, ist sehr oft der Dank der Menschen, denen mit Kleidung geholfen werden kann. „Fast immer steht am Ende ein großes Dankeschön und manchmal auch eine Umarmung.“ Das lade die Tätigkeit mit Sinn auf.
Natürlich sei, so Stoffele, nicht immer alles, was angeboten werde, dem neuesten Trend entsprechend. „Das ist häufig so, wenn es darum geht, Kleidung für Jugendliche zu finden.“ Umso größer sei aber die Begeisterung, wenn sich am Ende dann doch etwas finde.
Auch Ellen Rütter, 1. Vorsitzende beim Kindernetzwerk Kleve, sieht in dem Projekt einen großen Erfolg. „Wir haben es ja bei unserer Arbeit nicht selten mit kinderreichen Familien zu tun, denen wir dann helfen können und wir sind froh, dass wir mit dabei sein können.“ Auch Rütter sieht einen steigenden Bedarf.
Um das Angebot aufrecht erhalten zu können, „brauchen wir jährlich eine mittlere fünfstellige Summe“, erklärt Andreas Edler. Es geht also am Ende nicht nur um dringend benötigte Kleiderspenden. Edler: „So etwas funktioniert nur, wenn auch Geld da ist.“ Neben Sachspenden, sind also auch Geldspenden jederzeit willkommen.
Und apropos Kleiderspenden: Der FAIRteiler ist keine Entsorgungsstation. Alles, was an Spenden angeliefert wird, kontrollieren die Ehrenamtlichen gewissenhaft auf ausreichende Qualität, bevor die Kleidung dann „in den Laden“ geht. Es sei immer auch wichtig, saisonale Angebote zu haben. Merke: Wintermäntel sind im Sommer nicht unbedingt gefragt.
Schaut man ins Internet, findet sich folgende Information. „Montags von 9 bis 12 und mittwochs von 14 bis 17 Uhr verteilen wir kostenlos Kleidung und Schuhe für Kinder und Erwachsene in haushaltsüblichen Mengen in unserem KleverFAIRteiler an der Kalkarer Straße 5 in der Klever Unterstadt. Jeder, der eine Berechtigungskarte hat (von der Klosterpforte, der Vinzenz-Gruppe Kleve, Klever Tafel, Klever KinderNetzwerk oder SOS Kinderdorf Niederrhein), kann bei uns Kleidung bekommen.“
Neben Kleidung und Geldspenden werden immer auch Ehrenamtliche gesucht. Wer mitarbeiten möchte, kann sich unter 02821/ 750758 melden oder einfach mal vorbeikommen.
Freuen sich über den Erfolg des FAIRteilers (v. l.): Katja Hendrix (Koordinatorin KleiderFAIRteiler SOS Kinderdorf), Andreas Edler (Vorsitzender Klosterpforte) und Ellen Rütter (1. Vorsitzende Klev er Kinder Netzwerk). NN-Foto: HF