Albrecht von Lucke spricht mit Jugendlichen über Politik, Foto von Sparkasse Rhein-Maas.
6. Oktober 2026 · Kleve

Eine ganz besondere Unterrichtsstunde

Sparkasse Rhein-Maas hat eine Schulstunde mit Albrecht von Lucke ermöglicht

KLEVE. Eine besondere Schulstunde hat die Sparkasse Rhein-Maas für Oberstufenkurse des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, der Joseph-Beuys-Gesamtschule und der Gesamtschule am Forstgarten sowie deren Lehrenden ermöglicht: Albrecht von Lucke, aus Funk und Fernsehen bekannter Politikwissenschaftler, Publizist und Jurist blickte mit den Jugendlichen auf die aktuelle politische Entwicklung in Deutschland und der Welt.

Ludger Braam machte in seiner Begrüßung deutlich, dass für die Sparkasse nicht nur die finanzielle Bildung (hierzu hatte der Flip2Go-Bus der rheinischen Sparkassen erstmals Station im Geschäftsgebiet der Sparkasse gemacht), sondern auch die gesellschaftliche Bildung zum öffentlichen Auftrag gehört. Schulleiter und Gastgeber Stefan Püplichuisen (Gesamtschule am Forstgarten) outete sich in seiner Begrüßung als „von Lucke-Fan“ und stellte den Zusammenhang her zu weiteren Schulveranstaltungen, in denen den Schülern geschichtliche Zusammenhänge vermittelt werden. Die Veranstaltung war zugleich der Auftakt einer schulinternen Fortbildung der Lehrenden zur Einbindung der politischen Bildung in den Schulalltag.

Aus dem Blick auf die demokratische Entwicklung Deutschlands leitete von Lucke auch eine Analyse der aktuellen Lage ab. Sein flammender, mehrfach wiederholter Appell an die jungen Menschen: „Beschäftigt Euch mit Demokratie, engagiert Euch - sonst treffen andere die Entscheidungen für Euch“. Er warnte davor, das Feld denen zu überlassen, die mit einfachen Parolen vorgauckelten, Lösungen zu haben. In seinem Rundumblick schlug er den Bogen von der Weimarer Republik über die NS-Zeit hin zu Adenauer, Brandt, Kohl und schließlich zu Merz. Dabei band er mit immer wieder die jugendlichen Zuhörenden mit ein. Er machte deutlich, dass es wichtig sei, unterschiedliche Standpunkte zwar zu diskutieren, aber auch zu akzeptieren. Die aktuell zu beobachtende Haltung, die Meinung anderer nicht gelten zu lassen, sei schädlich für die demokratische Diskussion und Entwicklung. Gegenseitiger Respekt sei unabdingbar und so forderte er, die Diskussion vor allem faktenbasiert zu führen. Dies gelte auch für die Frage eines erörterten Parteienverbotsverfahrens: man müsse sich inhaltlich mit derartigen Parteien auseinanderzusetzen, bei hohen Zustimmungswerten bei den Wählenden führe ein Verbotsverfahren („das schärfste Schwert der Demokratie“ ) zu Widerstand und schade der Demokratie. Aber auch die weltpolitische Lage bezog er in seine Ausführungen ein und zeigte parallele Entwicklungen auf und warnte, Machthaber in China, den USA oder Nordkorea wollten keine Demokratie, sondern nur den eigenen Machterhalt.

Anschließend wurden zwischen Albrecht von Lucke und den rund 350 Teilnehmern engagiert und teilweise kontrovers diskutiert. Auch aus persönlicher Betroffenheit wurden die Situation in Israel und Palästina, die Landtagswahlen in Ostdeutschland, die wirtschaftliche Situation in Deutschland, die Position von Kanzler Friedrich Merz und die parteipolitische Landschaft in Deutschland beleuchtet. Immer wieder forderte von Lucke dabei die Teilnehmenden auf, sich auch mit der Geschichte zu befassen und daraus Lehren für die aktuellen Entwicklungen zu ziehen. Auch nach dem offiziellen Ende nahm sich Albrecht von Lucke, dem eine solche Lehrstunde in Demokratie sichtlich Freude machte, Zeit für den persönlichen Austausch, so dass er den vorgesehenen Zeitkorridor weit überschritt und er fast die Zugabfahrt zu einer Veranstaltung aus Anlass des Tages der Deutschen Einheit in Heilbronn verpasst hätte.

Albrecht von Lucke, aus Funk und Fernsehen bekannter Politikwissenschaftler, Publizist und Jurist blickte mit den Jugendlichen auf die aktuelle politische Entwicklung in Deutschland und der Welt. Foto: Sparkasse Rhein-Maas