Einblicke in schöne Gärten
Der Kreisverband Kleve für Heimatpflege lädt am 29. Juni zum Tag der offenen Gartentüre(n) ein
KREIS KLEVE. „Es ist noch gar nicht so lange her, da war hier nichts“, sagt Sonja Förster. Hinter ihr lacht ein kleineraberfeiner Garten. „Und noch eins“, fügt Förster hinzu: „Ohne den Herbert wäre das hier [sie meint den Garten] nicht möglich.“ Herbert Willemsen ist Försters Kollege und Gartenmitstreiter.
Die beiden sind Lehrer. Am Sonntag, 29. Juni, wird Försters Garten an der Horionstraße 16 in Bedburg-Hau im Rahmen des Tages der offenen Gartentür der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Apropos „Tag der offenen Gartentür“ – dieser Tag, der immer am letzten Sonntag im Juni stattfindet, ist nicht zu verwechseln mit den offenen Gärten im Kleverland. Der Tag der offenen Gartentür wird vom Kreisverband Kleve für Heimatpflege organisiert. „Es ist eine bundesweite Aktion“, erklärt Josef Jörissen vom Kreisverband und fügt hinzu: „Uns ist wichtig, dass es sich bei der Aktion ‚Tag der offenen Gartentür‘ nicht um einen Wettbewerb handelt. Es ist eher eine Gelegenheit für Gartenfans und -betreiber, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und Tipps zu geben oder zu bekommen.“ Es gehe auch nicht darum, besonders große Gärten zu sehen. „In der Regel haben wir Gärten in einer Größe zwischen 100 und 5.000 Quadratmetern.“ Manche der Gärten, die man besichtigen kann, seien üblicherweise nicht öffentlich. „Die Gartenbesitzer haben aber mit ihrer Teilnahme auch der Veröffentlichung der jeweiligen Adresse zugestimmt und werden an diesem Tag ihre Gärten in der Zeit von 11 bis 18 Uhr für die Öffentlichkeit öffnen“, so Jörissen.
Sonja Förster ist stolz auf ihren Garten, der ja eher zu den kleineren Gärten gehört, aber – siehe oben – in die Liga kleinaberfein gehört. Der Tag der offenen Gartentür, erklärt Jörissen, „geht zurück auf eine Initiative aus England und fand 1927 erstmals statt. Nach dem Tod von Königin Alexandra wurden ihre Privatgärten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“ Besucher zahlten einen kleinen Obolus, der dazu genutzt wurde einen Hilfsfonds für Krankenpflege anzulegen. Noch heute, so Jörissen, seien an diesem Tag rund 4.000 Gärten beteiligt und man zähle rund zwei Millionen Besucher.
Jörissen: „Früher waren ja viele Gärten Nutzgärten, die dann zum Schutz vor Verbiss durch Tiere umzäunt wurden. Apropos Tiere: Auch immer wieder ein Gesprächsthema beim Tag der offenen Gartentür: Wühlmäuse, Blattläuse und Co.
Gottseidank seien Gärten wieder im Vormarsch, so Jörissen, „und wir reden da nicht von den Gärten des Grauens“. Die Gärten des Grauens – Steinwüsten auf versiegeltem Grund, pflegeleicht und naturfeindlich. „Viele Städte und Gemeinden verbieten ja mittlerweile solche Gärten“, freuen sich Jörissen und seine Mitstreiter. Und wenn man Sonja Försters Garten betritt, möchte man sich bei all der blühenden Schönheiten auch wirklich keine Steinwüste vorstellen.
In diesem Jahr sind sieben Gärten am Tag der offenen Gartentür beteiligt. Bedburg-Hau: Andrea Kanter, Hauer Straße 13, (Selbstversorgergarten des Ausländerinitiativkreises); Garten Museum Schloss Moyland, Am Schloss 4; Sonja Förster, Horoinstraße 16. Kleve: Professor Jens Gebauer, Marie-Curie-Straße 1, Kleve (Hochschule Rhein-Waal, Tropenhaus); Künstlergarten B. C. Koekkoek-Haus, Koekkoekplatz 1, Kleve. Geldern: Naturschutzzentrum Gelderland, Sabine Kotzan, Kapellener Markt 2, Geldern. Straelen: Margret und Clemens Tennagels, Herscheler Weg 7, Straelen-Louisenburg.
Hereinspaziert ... Sieben Gärten sind am Tag der offenen Gartentür zu sehen. NN-Foto: HF
Freuen sich auf viele Besucher: Herbert Willemsen und Sonja Förster. NN-Foto: HF