Ein Wanderknotennetzwerk für Elten
Emmerich und Kreis Kleve sollen in Zukunft folgen
ELTEN. Elten geht voran – buchstäblich: Mit einem neuen Wanderknotennetzwerk können deutsche und niederländische Wanderer nun die Region auf verschiedensten Routen entdecken. Der Kreis Kleve möchte diesem Beispiel ebenfalls folgen.
„Wandern ist das neue Fahrradfahren.“ Da seien sich die Touristiker übergreifend einig, sagt Dr. Manon Loock-Braun von der WfG Emmerich. Daraus würden sich besondere Chancen für den Tourismus ergeben – erst recht für Elten als Luftkurort auf dem besten Weg zum Kneippkurort. „Der Tourismus ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor“, sagt sie mit Blick auf die Gastronomie und übrigen Geschäfte.
Die mehr als 50 Wanderknoten seien nun eine „moderne und vor allem flexible Art, zu Fuß unsere Region und das Naturgebiet zu entdecken“, erklärt Loock-Braun. Hinter dem Projekt steckten viel Engagement und „jahrelange Planungs- und Umsetzungsphasen“, betont sie.
Den niederländischen Gästen dürfte das neue System bekannt vorkommen, orientiert es sich doch an dem belgischen Originalmodell, das längst in den Niederlanden übernommen wurde. „Die Niederländer sind in den letzten Jahren oft an der Grenze stehen geblieben, weil es keine weiteren Knotenpunkte gab.“ Das habe man in Elten ändern wollen.
Positive Vorerfahrungen hat man in Emmerich schon gemacht, als vor einigen Jahren an Ort und Stelle Knotenpunkte für Radfahrer eingeführt wurden – trotz anfänglicher Skepsis auf deutscher Seite bei diesem „Radeln nach Zahlen“, wie Loock-Braun sagt. „Nach uns hat auch der Kreis Kleve es sofort übernommen“, erinnert sie sich.
Angesichts vieler Wanderer in Hoch-Elten hatten direkt danach die Planungen für die Wanderknotenpunkte begonnen. „Das war 2019.“ Zu dieser Zeit gab es ein Projekt für grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Gemeinden Emmerich, Montferland und Zevenaar in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Tourismus. In diesem Zusammenhang plante man in Zevenaar bereits, sich an das bestehende Wandernetzwerk in Montferland anzuschließen – auch in Emmerich wollte man nun diesem Beispiel folgen. Der Vorteil für die Grenz-Wanderer: ein einheitliches Design.
Das Konzept
Eine Übersicht und eine Erklärung des Systems geben die aufgestellten Schilder mit ihren Karten. Die anthrazitfarbenen Stelen auf den Wegen weisen die Richtung – lediglich die Farben sind in den jeweiligen Regionen unterschiedlich. Während die „Hüte“ auf Montferlands Stelen rot sind, kommen sie in Elten blau daher. Die Buchstaben weisen auf die Region hin (E für Emmerich, Z für Zevenaar), die Nummern helfen bei der Orientierung im Kleinen.
„Es ist ein Hybridsystem“, fährt Dr. Manon Loock-Braun fort. Es gebe Routen und Knotenpunkte: Die Routen – ursprünglich beziffert von 0 bis 9 – existierten schon seit Jahren. „Mit diesem Knotenpunktsystem hat jede Route eine Farbe bekommen. Das sieht man an den Pfeilen. Jeder Pfeil gehört zu einer Route.“ Diese stünden auch im Internet zum Download bereit, auch mit GPX-Tracks. „Das andere sind die Knotenpunkte nach Nummern.“ So könne man sich schon im Vorfeld die entsprechenden Zahlen notieren und ablaufen.
Umgesetzt haben das System der Fachbereich Stadtentwicklung der Stadt Emmerich, vertreten durch Jens Bartel, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung. Das Projekt umfasst 52 Knotenpunkte, 132 Wegweiser und 43 Kilometer Streckenführung, die auch als GPX-Tracks heruntergeladen werden können. „Die Routen haben wir schon seit Jahren auf komoot.de und outdooractive.de. Die Knotenpunkte haben wir an Plattformen wie Nodemap.de oder fietsknoop.nl weitergegeben.“
Die Übersichtskarte für Elten gibt es digital unter emmerich.de/tourist-information/informationen-fuer-touristen/wandern-emmerich-am-rhein. Physisch wurden die Übersichtskarten als Einstiegsorte mit Parkmöglichkeiten platziert: hinter der Tourist-Info, unten am Berg am Wildweg und hinter der Tankstelle Beeker Straße.
„Wir freuen uns, wenn der Kreis weitermacht. Dann können wir das System verdichten und nach Emmerich weiterziehen“, sagt Dr. Manon Loock-Braun. So soll schlussendlich der ganze Kreis erschlossen werden – in Zusammenarbeit mit der Kreis-Wirtschaftsförderung. Ein Fördertopf sei schon gefunden worden. „Der Bewilligungsbescheid für den Kreis ist da und der Auftrag ist schon raus.“
Die Stelen weisen im neuen Wanderknotennetzwerk den Weg. NN-Fotos: Thomas Langer Foto: Thomas Langer
Erläuterten das neue Wanderknotennetzwerk in Elten: (v.l.) Ali Abbas und Jens Bartel (Fachbereich Stadtentwicklung Stadt Emmerich), Sarah Stricker, Dr. Manon Loock-Braun und Gabi Pitz-Wynhoven (alle WfG Tourismus). NN-Foto: Thomas Langer