Der Angelsportverein Kleve präsentiert sein Kinder- und Jugendschutzkonzept. Stellvertretend für alle Beteiligten (v.l.) Simon Ripkens, Timo Jansen und Pascal Merchlowski. NN-Foto: HF
1. Februar 2025 · Kleve

Ein Verein und sein Konzept

Angelsportverein Kleve hat ein Kinder- und Jugendschutzkonzept entwickelt

KLEVE. Stolz sind sie - die drei Herren vom Angelsportverein Kleve (gegründet 1934), aber der Stolz hat weniger mit dem Alter ihres Vereins zu tun als vielmehr mit einer Broschüre, die im DIN A4 Format das Kinder- und Jugendschutzkonzept ihres ASV enthält.

Ziel des Jugendschutzgesetzes ist es, „die gute Arbeit der Jugendämter in Nordrhein-Westfalen bei der Abwehr von Kindeswohlgefährdungen auf der Grundlage des § 8a SGB VIII zu unterstützen und qualitativ weiter auszubauen.“ Es geht allerdings nicht allein um Jugendämter. „Auch Vereine sind verpflichtet, ein Kinder- und Jugendschutzkonzept vorzulegen, um auch künftig Fördermittel beantragen zu können“, erklärt Timo Jansen, seines Zeichens seit 2017 Jugendwart des Vereins, der insgesamt 575 Mitglieder hat und in dessen Jugendabteilung sich derzeit 60 Kinder und Jugendliche befinden. Jansen: „Auf unserer Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr wurde beschlossen, eine Projektgruppe zu gründen, die sich um die Erarbeitung eines entsprechenden Konzepts kümmert.“ Gesagt, getan. Jetzt liegt es vor – das Konzept des Vereins und der Landesverband der Angelsportvereine hat bereits Interesse am Klever Konzept bekundet. „Das bedeutet ja, dass wir da mit unserer Arbeit ziemlich richtig liegen“, sagt Jansen. „Das Thema sexualisierte Gewalt kommt heutzutage in allen gesellschaftlichen Bereichen immer mehr zum Vorschein. Vor allem Jugend- und Freizeiteinrichtungen geraten hierbei immer wieder in den Fokus“ – so beginnt das Vorwort zum Konzept. Ein Beispiel für die Aktivitäten des Vereins in Sachen Kinder- und Jugendschutz: Alle Betreuer müssen ab sofort jährlich ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis borlegen. „Ein solches Zeugnis ist für uns als Verein kostenlos“, sagt Jansen und er sagt auch: „Das ist dann schon mal ein Signal auch an die Eltern unserer Jugendlichen.“ Im Konzept geht es auch um wichtige Fragen: Wer kann/soll sich beschweren? Worüber kann man sich beschweren? An wen kann man sich wenden? Was für Maßnahmen können bei Fehlverhalten im Verein ergriffen werden?

Man merkt schnell: Es geht um Strukturen – durchschaubare Strukturen. Strukturen, die beim Erkennen von „Fehlverhalten“ helfen sollen. Es geht auch um Ansprechpersonen und nicht zuletzt um einen von Kindern und Jugendlichen erarbeiteten Verhaltenskodex. „Wir haben lange und intensiv an diesem Konzept gearbeitet“, sagt auch Simon Ripkens, Mitglied der Projektgruppe.

Wie viele Vereine im Kreis bereits ein Konzept in Sachen Kinder- und Jugendschutz vorlegen können, wissen die Mitglieder der Projektgruppe nicht, „aber wir wollen mit unserem Konzept an die Öffentlichkeit und damit ein Signal setzen“, sagt Jansen. Mission acomplished.

Der Angelsportverein Kleve präsentiert sein Kinder- und Jugendschutzkonzept. Stellvertretend für alle Beteiligten (v.l.) Simon Ripkens, Timo Jansen und Pascal Merchlowski. NN-Foto: HF