"Flugbegeisterte Kinder in verschiedenen Flugzeugtypen, Foto von Amelie Kröll"
16. September 2026 · Goch

Ein unbeschwerter Tag über den Wolken

LSV Goch 14. Geschwisterfliegen für Kinder aus dem Kinderhospiz

ASPERDEN. Kürzlich hat der Luftsportverein Goch (LSV Goch) bereits zum 14. Mal Geschwister von Kindern, die an lebenszeitverkürzenden Krankheiten leiden, zu einem besonderen Flugtag auf das Fluggelände Asperden eingeladen. Damit führt der Verein eine bewegende Tradition fort: Seit 14 Jahren engagieren sich die Mitglieder des LSV Goch ehrenamtlich, um den betroffenen Mädchen und Jungen eine unbeschwerte Auszeit in der Luft zu schenken. An diesem Tag standen einmal nicht die Pflegebedürfnisse oder Sorgen des Alltags im Mittelpunkt, sondern ganz allein das Gemeinschaftserlebnis und die Freude der Kinder.

Sieben Kinder folgten der diesjährigen Einladung an den Niederrhein. Ihre erkrankten Geschwister werden im Kinder- und Jugendhospiz „stups“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Krefeld betreut. Dort verbringen Familien oft gemeinsam Zeit, um Entlastung im oft kräftezehrenden Alltag zu finden. Dennoch geraten die eigenen Bedürfnisse der gesunden Geschwisterkinder im Familienleben häufig unbeabsichtigt in den Hintergrund.
"Fröhliche Kinder beim Gemeinschaftserlebnis im Freien, lachend und spielend an einem sonnigen Tag."

An diesem Tag standen einmal nicht die Pflegebedürfnisse oder Sorgen des Alltags im Mittelpunkt, sondern ganz allein das Gemeinschaftserlebnis und die Freude der Kinder. Foto: Amelie Kröll

Zwölf Pilotinnen und Piloten des Vereins stellten sich ehrenamtlich zur Verfügung, um den jungen Gästen die Region aus der Vogelperspektive zu zeigen. Das Angebot war dabei besonders vielfältig: Neben Segelflugzeugen standen auch Ultraleicht- und Motorflugzeuge bereit, sodass die Kinder die Faszination des Fliegens in ganz unterschiedlichen Flugzeugtypen erleben konnten. Während der Flüge über den Niederrhein boten sich beeindruckende Ausblicke auf Sehenswürdigkeiten wie Schloss Moyland und den Rheinverlauf. „Ich selbst habe eine schwerbehinderte Schwester und weiß, wie wichtig es ist, nicht vergessen zu werden“, erklärt Pilotin Isabell Louven-Boll ihre Motivation. „Ich freue mich total, ihnen das Fliegen nahezubringen, weil da oben eine ganz besondere Stimmung herrscht.“ Unter den Gästen war auch der zwölfjährige Clemens aus Viersen. Seine Schwester Coco leidet an Kinderdemenz, einer seltenen und fortschreitenden Erkrankung. Clemens nutzt unter anderem soziale Medien, um über die Krankheit aufzuklären und auf die wichtige Arbeit von Kinderhospizen aufmerksam zu machen: „Ich möchte, dass die Menschen mehr über Kinderdemenz erfahren und Werbung für Kinderhospize machen – denn dort ist es alles andere als traurig. Heute freue ich mich aber einfach auf die Flüge.“

Auch die 14. Auflage der Herzensaktion erwies sich für den Luftsportverein Goch als rundum gelungener Erfolg. Mit strahlenden Gesichtern und unvergesslichen Eindrücken im Gepäck traten die jungen Gäste am Nachmittag die Heimreise an. Die Ehrenamtlichen des Vereins unterstrichen mit ihrem Engagement einmal mehr, wie der Flugsport über den Vereinsalltag hinaus Begeisterung wecken, Gemeinschaft stiften und wertvolle Momente der Unbeschwertheit schenken kann.

Die Kinder konnten die Faszination des Fliegens in ganz unterschiedlichen Flugzeugtypen erleben. Foto: Amelie Kröll