Ein Start-Ziel-Sieg für Paul
Der Auftakt des Vorlesewettbewerbs fand in der Christophorus Grundschule in Kranenburg statt
KRANENBURG. Mittwoch, 12. März, 8.45 Uhr. Christophorus Grundschule Kranenburg. Antreten zum Vorlesewettbewerb. Kaffee und Vitamine für die Jury. Das wäre dann mal ein Anfang.
Auch zu feiern gäbe es da was, erfährt man. Ein Hundertster hat stattgefunden. Von den Schülern kann‘s ja niemand gewesen sein und auch die Lehrerinnen spielen in einer ganz anderen Altersklasse. Aber wer ist es dann? Die Buchhandlung Hintzen. Die Buchhandlung wohlgemerkt, denn die Frau Hintzen aus der Jury kann’s ja auch nicht sein. Trotzdem bekommt sie die Pralinen.
Und jetzt: die Kandidaten. Gaaanz viele haben vorgelesen. Sechs haben es ins Finale geschafft. Und Obacht: Jetzt wird gelesen. Für die Vorleser gilt: alles reine Nervensache. Fürs Publikum heißt es: Kon-zen-tra-tion. Konzentration heißt: Ruuuuuhe! Die Vorleser müssen sich konzentrieren.
Paul legt los. Er liest den Hotzenplotz. Nicht alles natürlich - nur einen Auszug. Paul macht es super. Aus Jurorensicht eine schwierige Sache. Greift man denn gleich beim ersten Vortrag ganz oben ins Regal? Antwort: Klar doch. Wenn’s gut ist, ist’s gut. Punkt. Wie gesagt: Da kommen noch fünf Konkurrenten – Konkurrentinnen eigentlich, denn der Paul ist der einzige Junge im Sextett.
Zur Halbzeit: Reckenstrecken fürs Publikum. „Könnt ihr noch?“, fragt die Frau Hintzen. „Nein“, sagen einige. Falsche Antwort. Merke: Auch Zuhören ist eine Herausforderung. Obwohl: Was gelesen wird, ist doch super. Das hält wach. Eine Frage zwischendurch? Wer schläft eigentlich länger? Ein Hamster oder ein Krokodil? Die Antwort fällt leider aus. Die Lesezeit ist abgelaufen. Kann passieren. Nach sechs Lesungen: Juryberatung. Punktevergabe. Gut, dass eine Bänkerin dabei ist. Die kann das Jurykopfrechnen überprüfen. Und richtig: Paul hat am Ende das Rennen gemacht. Start-Ziel-Sieg. Glückwunsch. Die Frau Hintzen schreibt schon mal die Urkunden, während Vorlesende und Zuhörende a bisserl entspannen.
Als das Publikum wiederkommt, sind erste Sprechchöre zu hören: „Pau-el! Pau-el!“ Die können doch eigentlich gar nicht wissen, dass Paul quasi einen Start-Ziel-Sieg hingelegt hat. Aber würde man jetzt und hier einen Publikumspreis vergeben, wäre irgendwie klar, wer ihn bekäme. Der Paul – irgendwie passt das – hat einen imperativen Nachnamen: Horch heißt er. Aber es ist an der Zeit, die Mitbewerberinnen lobend zu erwähnen: Fenna da Vries, Rieke Lamers, Anna Loos, Klaudia Raczkiewicz und Nika Lihring. Sie alle haben ein Lob – und natürlich eine Urkunde verdient.
Anna Loos ist Zweite geworden und Rieke Lamers ist auf dem dritten Platz gelandet. „Aber“, sagt die Frau Hintzen, „ihr habt alle sechs gewonnen, denn ihr habt es ins Finale geschafft.“ Stimmt. „Vor ein paar Jahren haben sie hier einen Sieger auf Händen durch die Halle getragen“, erinnert sich Frau Hintzen. Stimmt. Da war mal was. Vielleicht lassen sie‘s auch für Paul noch mal richtig krachen. Alsdann: Tschö. Wir sehen uns nächstes Jahr.
Siegerstrahlen: Rieke Lamers, Anna Loos und Paul Horch (v.l.). NN-Foto: HF
Bitte recht freundlich: Die Klassen 3a und 3b nach dem Finale. NN-Foto: HF