Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wurde ein Stolperstein für Wilhelm Bosseljoon in Aldekerk verlegt. Foto: Projektgruppe 80 Jahre danach
25. Juni 2025 · Kerken

Ein starkes Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt

Kerken zieht Bilanz: „80 Jahre danach: Tage der Erinnerung“

KERKEN. Mit der Aktionsreihe „80 Jahre danach: Tage der Erinnerung“ wurde in der Gemeinde Kerken eindrucksvoll gezeigt, wie Erinnerungskultur, zivilgesellschaftliches Engagement und demokratisches Bewusstsein miteinander verknüpft werden können. In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Werte unserer Demokratie mehr denn je gefragt sind, wurde in der Gemeinde ein klares Zeichen gegen das Vergessen und für eine lebendige Auseinandersetzung mit der Geschichte gesetzt.

Die Veranstaltungsreihe, die in Anlehnung an die Ereignisse rund um den Holocaust-Gedenktag, im Gedenken an die Opfer der NS-Zeit und zum 80. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus konzipiert wurde, umfasste ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Veranstaltungen, Mitmachaktionen und Bildungsangeboten. Bürger aller Altersgruppen waren eingeladen und haben sich zahlreich hieran beteiligt.

In Zusammenarbeit mit Schulen, Kirchen und Vereinen fanden an mehreren Tagen öffentliche Gedenkveranstaltungen und Lesungen statt, bei denen unter anderem Zeitzeugenberichte verlesen, Biografien jüdischer Mitbürger vorgestellt und an die Opfer des Nationalsozialismus namentlich erinnert wurde. Die Führungen auf dem jüdischen Friedhof in Geldern fanden großes Interesse.

Die Verlegung eines weiteren Stolpersteines für Wilhelm Bosseljoon in Aldekerk und die Führung zu den weiteren stießen auf große Resonanz. Dabei wurde die Geschichte der jüdischen Familien in Kerken und das Schicksal einzelner Familien eindrucksvoll vermittelt.

Besonders hervorzuheben ist die Ausstellung „Opfer des Nationalsozialismus in Kerken“ in der Robert-Jungk- Gesamtschule, die von Jugendlichen gestaltet wurde. Schülerinnen des Jahrganges 10 haben sich mit der Geschichte der Familien Gerson und Mendel, politisch Verfolgten aus der SPD und Opfern aus der Gruppe Menschen mit Krankheit und Behinderung auseinandergesetzt.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete eine Kundgebung auf dem Dionysiusplatz anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des zweiten Weltkriegs. Besonders beeindruckend waren die Gedanken der Schülerin Annouk Grondstein.Bürgermeister Dirk Möcking zeigte sich tief bewegt von der breiten Beteiligung: „Die Aktion ‚80 Jahre danach: Tage der Erinnerung‘ hat gezeigt, wie wichtig und wirksam gemeinsames Erinnern ist. Unsere Gemeinde steht zusammen – für Toleranz, Menschlichkeit und gegen jede Form von Ausgrenzung.“ Er bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden, Unterstützenden und Teilnehmenden – insbesondere bei den Schulen, Vereinen, Kirchen und Ehrenamtlichen, die diese Erinnerungsreihe zu einem lebendigen und kraftvollen Zeichen gemacht haben. „80 Jahre danach: Tage der Erinnerung“ endet, doch das Engagement für Demokratie und Menschenwürde geht weiter – in Kerken und darüber hinaus.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wurde ein Stolperstein für Wilhelm Bosseljoon in Aldekerk verlegt. Foto: Projektgruppe 80 Jahre danach