Die Burg Boetzelaer in Appeldorn von oben. Foto: Stadt Kalkar
27. August 2024 · Kalkar

Ein spezieller „Burg-Sonntag“ zum 20. Jubiläum

Die Burg Boetzelaer präsentiert sich am 1. September der Öffentlichkeit

APPELDORN. Wo früher harte Gerichtsurteile gesprochen wurden, kann heute gemütlich gespeist werden. Das gut erhaltene Gewölbe der Burg Boetzelaer in Appeldorn ist mittlerweile unter anderem zum Frühstück ein zentraler Treffpunkt. Das liegt vor allem an den Initiativen der Stadt Kalkar und von Burgherr Maximilian Freiherr von Wendt, welche die Burg Boetzelaer in Appeldorn – eine der ältesten strategischen Wasserburgen am Niederrhein – vor mehr als 20 Jahren wieder instand setzten. „Im November 1999 haben wir angefangen hier zu bauen“, erinnert sich Freiherr von Wendt. Im Herbst 2004 konnte die Burg Boetzelaer schließlich wiedereröffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dieses 20-jährige Jubiläum möchte die Stadt Kalkar und der Burgherr am kommenden Sonntag, 1. September, mit einem speziellen „Burg-Sonntag“ feiern.

Dazu öffnet die Burg Boetzelaer an diesem Tag bereits um 13 Uhr und bietet den ganzen Tag über Führungen rund um und durch die Burg an. „Es werden nicht nur etwa der Festsaal gezeigt, sondern auch die Zimmer, die sonst nicht zugänglich sind“, sagt Kalkars Tourismus-Chef Harald Münzner. Zusätzlich werde es Präsentationen geben. Der Höhepunkt des Tages wird ab 18 Uhr der Auftritt der Klever Band „Three Ball Eddy“ sein. Dieser soll möglichst draußen stattfinden, kann bei schlechtem Wetter aber auch in den Festsaal verlegt werden.

In den vergangenen Jahren haben sich diese „Burg-Sonntage“ mit wechselndem Programm in den Sommer-Monaten auf und an der Burg Boetzelaer bewährt. Verantwortlich dafür zeigt sich die Stadt Kalkar. „Hierfür haben wir ein festes Budget von 65.000 Euro pro Jahr im Haushalt zur Förderung der Kultur verankert“, sagt Münzner. Öffentliche Fördergelder seien noch bis 2029 gesichert.

In den vergangenen 20 Jahren wurde das Angebot auf der Burg Boetzelaer kontinuierlich weiterentwickelt. „Das Schöne daran ist: In all diesen Jahren und bis heute wurde die Burg dafür genutzt, wozu sie wiederaufgebaut und 2004 wieder in Betrieb genommen wurde: Um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, betont Münzner. Das war auch schon damals die Bedingung, um Fördergelder (schon in den 1990er Jahren gab es einen Förderbescheid in Höhe von 990.000 D-Mark) zu erhalten. Der damalige gemeinnützige Verein war damit beauftragt, ein neues Konzept zu schaffen, das die Bewirtschaftung eines historischen Baudenkmals mit dem Ziel sichert, nicht nur die Unterhaltungskosten zu decken, sondern auch Mittel für weitere Investitionen und Instandhaltungen selbst zu erwirtschaften. Eine kulturelle Nutzung stand schon damals im Vordergrund.

Es wurde jedoch offensichtlich, dass der Verein Burg Boetzelaer mit dem vorgeschriebenen Nutzungsmix (20 Prozent rentierlich und 80 Prozent kulturell) nicht die Unterhaltungskosten erwirtschaften konnte. Deshalb wurde das Frühstück nicht nur für Übernachtungsgäste (die Burg verfügt auch über Gästezimmer mit aktuell 35 Betten), sondern auch für Tagesgäste in das Portfolio aufgenommen. Inzwischen gibt es auch am Wochenende Kaffee und Kuchen sowie für Übernachtungsgäste unter anderem eine Vesper-Platte oder ein Abendbrot-Buffet. „Das Gastronomie-Angebot würden wir auch gerne noch erweitern“, sagt Freiherr von Wendt. Dies sei inzwischen mehr als nur ein Wunsch, allerdings fehle noch der richtige Koch oder Pächter, um eine a la Carte-Gastronomie einführen zu können. Diese würde allerdings, so der Burgherr, eine zusätzliche Einnahmequelle bedeuten und damit eine noch bessere Auslastung sicherstellen. Mittels baulicher Maßnahmen würde Freiherr von Wendt auch allgemein den Standort Burg Boetzelaer gerne weiter ausbauen. Möglich seien bis zu 125 Gästezimmer mit 220 Betten. Die Geschichte der Wiederbelebung der Burg Boetzelaer in Appeldorn soll auch nach 20 Jahren noch nicht zu Ende erzählt sein.

Sabrina Peters

Die Burg Boetzelaer in Appeldorn von oben. Foto: Stadt Kalkar