Von bürgerrechtlicher Freiheit zu den Hits von Pink Floyd
Auf Haus Ingenray in Pont sind über das Jahr hinweg vielseitige Veranstaltungen geplant
Die erste Veranstaltung des neuen Programms steht schon kurz bevor: Am Sonntag, 1. Februar, erwartet Besucher um 11 Uhr „Musik, die mitreißt“, wie Knut Lipke sagt. Das Duo NoLa (Petra Weirauch und Christiane Meis-Schrörs) präsentiert Folk- und Tanzmusik auf authentischen, traditionellen Instrumenten. „Sie haben aber auch eigene Stücke im Gepäck“, ergänzt Lipke. Eintritt: zwölf Euro.
Am Samstag, 14. März, wird um 14 Ihr die neue Ausstellung „Stadtluft macht frei“ eröffnet. Im Fokus: Bürgerrechte und die damit verbundene Freiheit am spätmittelalterlichen Niederrhein. „Es geht vor allem um Stadtgründung in der Grafschaft Geldern und um Graf Otto II., der auch als der Städtegründer galt“, sagt Beate Schindler. Darüber hinaus wird der Blick auf Alltägliches geworfen: auf das Handwerk und Frauen im Mittelalter oder auf Lebensweisheiten und Sprüche wie „Erbsenzähler“ oder „Leg mal einen Zacken zu“.
Die Initialzündung für diese Ausstellung lieferten die Jubiläen vieler niederrheinischer Kommunen, erklärt Dr. Matthias Schrör. „Meist sind es 800 Jahre. Graf Otto II. hat die Stadtrechte im 13. Jahrhundert sehr häufig verteilt.“ Neben Geldern gilt das etwa für Goch, Straelen, Kalkar oder auch Emmerich. Die Ausstellung läuft im Rahmen des Projekts „Freiheit“ des Museumsnetzwerks Niederrhein. Bis zum 30. Mai ist sie donnerstags und freitags von 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet, der Eintritt ist frei.
Hilfe für Geschichtsvereine
Ein Vortrag am Montag, 16. März, um 18 Uhr dürfte vor allem regionale Geschichtsvereine interessieren: Dr. Werner Tschacher von der Universität Aachen berichtet aus der Praxis, wie man Ausstellungen „auch mit kleinerem Team und schmalerem Geldbeutel konzipieren kann“, sagt Dr. Matthias Schrör. Tschacher zeichnete sich verantwortlich für die Realisierung des Centre Charlemagne, dem neuen Stadtmuseum in Aachen. Eintritt frei.
Eine weitere besondere Veranstaltung im Programm ist eine auch für die Öffentlichkeit zugängliche Tagung am Freitag und Samstag, 27. und 28. März. „Macht und Territorium“, mitorganisiert von der Niederrhein-Akademie der Universität Duisburg Essen, hängt mit der Ausstellung zusammen und soll helfen, die Landesgeschichte zum Rheinland und Niederrhein wiederzubeleben. „Sie ist nicht gerade in Mode“, gibt Schrör zu, aber trotzdem interessant: Zwölf teils internationale Referenten rücken unter anderem die Burgen, das Leben in den Städten oder die Frauenklöster am Niederrhein in den Mittelpunkt. Im Tagungsprogramm steckt damit viel Vorbereitung: „Wir planen die Tagung schon seit zwei Jahren“, sagt Schrör.
Am Sonntag, 10. Mai, tragen Rolf Peter Kleinen und Christa Schumachers bei „Die Rosen und ich duzen einander“ wiederum Rosengedichte aus vier Jahrhunderten mit klassischen Gitarrenklängen vor. Eintritt: 20 Euro.
Am Sonntag, 14. Juni, um 11 Uhr eröffnet eine Ausstellung zum Veerter Künstler Jan Vissers, kuratiert von der Künstlerin Bettina Hachmann und begleitet vom Heimat- und Verschönerungsverein Veert. „Wir wollen sein Lebenswerk präsentieren, aber auch auf ihn als Menschen eingehen“, erläutert Beate Schindler. Geplant sei dazu auch eine Schüler-Exkursion auf den Spuren des Künstlers. Geöffnet ist die Ausstellung bis 28. Juli, donnerstags und freitags von 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.
Fans von Pink Floyd kommen am Samstag, 27. Juni, um 20 Uhr auf ihre Kosten. Dann präsentieren bei einem großen Open-Air-Konzert für alle Generationen tr’Endless Vibes und Kees Cuypers handgemachten Rock mit Legendenstatus – inklusive Lichtshow. Vorverkauf: 18 Euro, Abendkasse: 21 Euro.
Auch der Antikmarkt kehrt wieder zurück: Nach dem Motto „Qualität vor Quantität“ gibt es am Samstag, 5. September, von 10 bis 16 Uhr bei 25 Ausstellern wieder viele hochwertige Antiquitäten und Raritäten zu entdecken. Der Eintritt liegt bei drei Euro.
Am Sonntag, 13. September, kehrt Rezitator Wolfgang Wittmann mit seiner Gitarre zurück, um Gedichte, Lieder und Geschichten zu einem bestimmten Thema zu präsentieren. Eintritt: 20 Euro.
Ganz besondere Glaskunst wird ab Sonntag, 11. Oktober, um 11 Uhr präsentiert und zwar bis Freitag, 18. Dezember, jeweils donnerstags und freitags, 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. In „Glas und Gloria“ liegt der Schwerpunkt auf der von Emilie Stratmans gesammelten, hochwertigen Lalique-Glaskunst – die unter anderem in Tierform oder als Schüsseln und Schalen daherkommt und entsprechend in Szene gesetzt wird. „Es soll ja auch wirken“, sagt Dr. Matthias Schrör.
Er selbst wird dann am Montag, 12. Oktober, in einem Vortrag Neues zur Fossa Eugeniana präsentieren, dem 1626 begonnenen und unvollendeten Kanal zwischen Rhein und Maas. „Ich möchte praktische Dinge zeigen, Planung und Logistik zum Beispiel. Wie haben die Arbeiter gearbeitet? Welchen Lohn haben sie bekommen? Wie wurden sie versorgt? Wie sahen die Zeltstädte aus?“ Auch Krankheiten und das Militärische sollen eine Rolle spielen. „Ich möchte nämlich auch auf die Unmenschlichkeit der Bedingungen eingehen.“ Der Eintritt ist frei.
Führungen durch das Haus und den Park Ingenray sind auf Nachfrage zwar immer möglich, am Freitag, 16. Oktober, gibt es jedoch schon jetzt eine fest geplante Möglichkeit und zwar um 15 Uhr. Kosten: vier Euro für Mitglieder, sechs Euro für Nicht-Mitglieder. Anmeldung unter schroer@haus-ingenray.de.
Eine junge Tradition setzt der nunmehr 5. Lichtermarkt von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. November, fort. Kunsthandwerk, Gutes für den Gaumen, Live-Musik und Ausstellungen: Es gibt wie immer viel zu sehen und zu erleben.
Den Abschluss bilden Christian Behrens und Freunde am Sonntag, 6. Dezember, um 11 Uhr mit ihrer winterlichen Kleinkunst in Texten, Bildern und Liedern. Eintritt: 18 Euro.
Mit dem Überblick über das Jahresprogramm sind die Veranstaltungen in 2026 aber noch nicht auserzählt. Kurzfristig soll es voraussichtlich immer wieder einmal neue Veranstaltungen geben. Karten gibt es in der Geschäftsstelle des historischen Vereins auf der Hartstraße 4-6 in Geldern, unter www.eventim-light.com und Restbestände an der Abendkasse. Der Reinerlös soll dem Erhalt des Hauses Ingenray zugutekommen. Thomas LangerIm Haus Ingenray wartet 2026 wieder ein vielseitiges Programm. NN-Foto: T. Langer