Ein neues Büro für die Ehrenamtskoordination
Caritas-Mitarbeiterin in Rees ist zum Jahreswechsel umgezogen
Groß, zentral gelegen und fußläufig zu erreichen. Das sind nur drei von vielen Vorteilen des neuen Standortes. „Ich bin jetzt deutlich sichtbarer“, sagt Ellen Lukas. Ein weiterer: Viele Kooperationspartner – dazu gehören ihre Kollegen der Caritas ebenso wie Vertreter der Stadt, der Kirchen, des Berufsbildungszentrums und der Vereine wie „Fremde werden Freunde“ – liegen nun in unmittelbarer Nähe. Das erleichtere die Netzwerkarbeit ungemein.
Bereits seit 2016 arbeitet Ellen Lukas als Koordinatorin Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe im Stadtgebiet von Rees. Zuletzt war die Caritas-Mitarbeiterin, deren Stelle und Büro zu 100 Prozent von der städtischen Kommune finanziert werden, im Gewerbegebiet an der Rudolf-Diesel-Straße ansässig. „Weil das Jobcenter eine Etage über mir war, gab es auch immer wieder Zulauf. Doch die Frequenz und die Sichtbarkeit mitten in der Stadt sind schon was anderes“, sagt Ellen Lukas. Sie freut sich sehr, dass die Stadt ihrem Wunsch nach einem zentralen Ladenlokal zum Jahreswechsel nachgekommen ist. Sebastian Hense formuliert es so: „Es ist eine Investition in die Zukunft der Stadt Rees.“
Als Bürgermeister weiß er, dass es ein Leben ohne Zuwanderung in Deutschland nicht mehr geben wird. Gerade Rees sei als Standort mit zwei Zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes stark frequentiert. Aber auch die städtischen Zuweisungen sind hoch. Michael Becker nennt die aktuellen Zahlen (Stand: 18. Januar 2024): „Die Stadt Rees betreut derzeit 463 Flüchtlinge. Davon leben aktuell 149 Personen im Übergangsheim und 314 Personen in Wohnungen.“ Diese nicht nur unterzubringen, sondern auch gut zu integrieren – das ist schon lange das Bestreben der Stadt. Deshalb hat man sich auch für eine hauptamtliche Koordination entschieden.
Die Aufgabe von Ellen Lukas ist es, für ein gutes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu sorgen. Auf der einen Seite sind es Geflüchtete, die vielfach Hilfe und Unterstützung benötigen. Auf der anderen Seite sind es Ehrenamtliche, etwa 60 an der Zahl, die sich freiwillig engagieren möchten. Sie helfen beim Ausfüllen von Formularen. Sie begleiten die Menschen zu Ärzten oder Behörden. Sie bieten Sprach-Cafés an und helfen bei der sozialen Integration. „So manchen freiwillig Engagierten muss ich auch bremsen“, sagt Ellen Lukas. Sie spricht aus eigener Erfahrung.
Kräfte sinnvoll einsetzen – das ist mitunter die Hauptaufgabe. „Und es dürfen auch gerne mehr werden“, sagt Ellen Lukas. Wer sich also für ein freiwilliges Engagement in der Flüchtlingshilfe im Stadtgebiet von Rees interessiert, kann sich bei ihr melden. Sie ist dienstags von 15 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 14 Uhr in den Räumlichkeiten an der Kapitelstraße 5 zu finden. Unter Telefon 0152/23482473 steht Ellen Lukas ebenfalls für individuelle Terminabsprachen zur Verfügung.
Freuen sich über das neue Büro an der Kapitelstraße 5: Ellen Lukas und Bürgermeister Sebastian Hense (vorne) sowie Anne-Kathrin Lehmann und Michael Becker. Foto: CV Kleve