Stellten den Geldrischen Heimatkalender 2025 vor: (v.l.) Rheurdts stellvertretende Bürgermeisterin Agnes Teilmans, Dr. Gerhard Milbert (Redaktion), Dr. Matthias Schrör, Gerd Halmanns und Claudia Koschare (Verein für Gartenkultur und Heimatpflege Schaephuysen). NN-Foto: T. Langer
9. November 2024 · Rheurdt

Ein neuer Blick auf die Heimat

Der Geldrische Heimatkalender 2025 rückt die Gemeinde Rheurdt in den Fokus

GELDERLAND. Wie schnell doch ein Jahr vergeht: Gerd Halmanns vom Historischen Verein für Geldern und Umgegend machte das in seiner Ansprache im Heimatmuseum Schaephuysen an einem guten Beispiel fest, das auch der Grund für die Anreise der vielen Gäste war: der Veröffentlichung des neuen Geldrischen Heimatkalenders für 2025. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Rheurdt und Schaephuysen.

„Es steckt eine Menge Arbeit dahinter“, sagt Gerd Halmanns. Da immer auch das Miteinander bezeichnend für Heimat ist, macht der Kalender seinem Namen alle Ehre: Immerhin ist er ein waschechtes Gemeinschaftsprojekt, wie Halmanns betont. Neben den Organisatoren bzw. der Redaktion im Hintergrund haben vor allem die Autoren und Fotografen, 39 an der Zahl, den Sammelband ein weiteres Mal zu einem echten Highlight gemacht. Von der Besetzung ist aber nur gut die Hälfte Stammpersonal. Probleme, neue Helfer zu gewinnen, gebe es aber nicht, verrät Halmanns. Der Heimatkalender ist eben eine kleine Institution für sich.

Stolz darüber, dass der Schwerpunkt ein weiteres Mal auf Rheurdt liegt, zeigt die stellvertretende Bürgermeisterin Agnes Teilmans. Sie lobt das Engagement ausdrücklich. Auch, weil der Heimatkalender unter anderem besonderen Menschen Platz einräume. „Es ist wichtig, dass lokale Erinnerungen erhalten bleiben und Wissen weitergegeben wird.“

Die Beiträge selbst sind wieder einmal spannend, lehrreich und vor allem: ganz verschieden. Rheurdts Archivar Jürgen Kwiatkowski, der bereits seit 2001 Teil der Heimatkalender-Redaktion ist, stellte den Gästen im Heimatmuseum den Inhalt genauer vor.

Aus traurigem Anlass fällt der erste Beitrag dieses Mal anders aus: Es handelt sich um einen Nachruf auf Maria Groothusen von Dr. Peter Lingens. Maria Groothusen begleitete den Heimatkalender 20 Jahre lang – nicht nur als Lektorin, sondern vor allem als „gute Seele“, sagt Kwiatkowski.

Darauf folgt jedoch schon der Schwerpunkt der neuen Ausgabe: die Rheurdter Aspekte. Michael Klatt eröffnet diese Kategorie mit „Rheurdt – Meilensteine für Große und Kleine“. Hier wirft er einen Blick auf die vergangenen und kommenden Projekte der Gemeinde, auf die gesetzten und erreichten Ziele für alle Altersgruppen. Theo Mäschig hat sich hingegen der Biesels-Kate und seiner Bewohner in Schaephuysen-Lind gewidmet, während sich Jürgen Kwiatkowski selbst dem Verkauf der Gemeindegründe von Schaephuysen 1826/27 angenommen hat.

Steffen Geiling blickt zurück auf die Hauptschule Rheurdt, bis Cornelia Camp elf Seiten später ihren Blick in die Fünfzigerjahre im ehemaligen Trafo-Turm schweifen lässt. Markus Cox beendet das Rheurdter Kapitel, wenn er überprüft, wie die Heimatpflege der Zukunft aussehen könnte. Im Fokus dabei: Der Verein für Gartenkultur und Heimatpflege Schaephuysen im Wandel der Zeit.

Auch die übrigen Kategorien halten jeweils viele lesens- und erlebenswerte Aspekte bereit: Vom Strukturwandel der katholischen Kirche im Altkreis Geldern (von Brigitte Lehmann, Kategorie „Aktuelles aus dem Gelderland“) über die Reaktionen der Insekten im Kreis Kleve auf den Klimawandel (Hermann-Josef Windeln, „Aus Natur und Landschaft“), die Erinnerungen eines 92-Jährigen an seine Brieftauben (Franz-Joseph Martin, „Erinnerungen“) und ein Kevelaerer Fotoalbum mit Bürgermeistern des 19. Jahrhunderts (Udo Durchgraf, „Aus Archäologie, Geschichte und Kunst“) bis hin zu Niederrheinischen Familiennamen zwischen Weeze und Wachtendonk (Georg Cornelissen, „Volkskunde und Sprache“) und Glück und Freude (Liss Steeger, „Gedichte und (Mundart)Erzählungen“).

Auch wenn die Beiträge bis hierhin jeweils schon bebildert sind, wird es bei den Fotoserien erst recht anschaulich: Wolfgang Lietzow, Joachim Schulz sowie Bruno und Dirk Langer haben mit ihren Kameras verschiedene Facetten Rheurdts eingefangen: die Entdeckungen in der Natur, das große Ganze und verspielte Kleine sowie die ortsbestimmenden Dinge und Wegemarken.

Für die Autoren und Fotografen dürfte ihre Mitarbeit nicht nur Herzenssache gewesen sein, sondern auch immer wieder für kleine Aha-Momente gesorgt haben, wenn nicht sogar für besondere Erlebnisse. So erging es zumindest Joachim Schulz. Ist er als Fotograf für gewöhnlich eher an exotischeren Orten unterwegs, entdeckte er mit seiner mittlerweile 11. oder 12. Mitarbeit ganz neue Seiten an seiner Heimat. „Durch die Tätigkeit habe ich viel vom Niederrhein kennengelernt“, erzählt er. Vor allem die „netten Begegnungen“ hob er dabei hervor: „So habe ich Stellen kennengelernt, die ich sonst nie gesehen hätte.“

Den Geldrischen Heimatkalender gibt es ab sofort für 11,90 Euro im Buchhandel und in der Geschäftsstelle des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend in Geldern, Hartstraße 4-6. Gesponsort wurde der neue Sammelband von der Stiftung der Volksbank an der Niers für Heimatforschung und Heimatpflege, der Familie Bösken-Diebels und dem Kreis Kleve.

Thomas Langer

Stellten den Geldrischen Heimatkalender 2025 vor: (v.l.) Rheurdts stellvertretende Bürgermeisterin Agnes Teilmans, Dr. Gerhard Milbert (Redaktion), Dr. Matthias Schrör, Gerd Halmanns und Claudia Koschare (Verein für Gartenkultur und Heimatpflege Schaephuysen). NN-Foto: T. Langer