„Ein Mensch. Eine Stunde. Eine neue Welt.“
Ingrid Elger bringt „Mentor“ an die Gustav-Adolf-Schule
GOCH. Manchmal braucht es nur einen Menschen mit einer guten Idee, damit etwas Neues entsteht. An der Gustav-Adolf-Schule in Goch war dieser Mensch Ingrid Elger. Die ehemalige Krankenschwester engagiert sich bereits seit 2019 für Mentor – Die Leselernhelfer Niederrhein und brachte die Idee der persönlichen Leseförderung vor rund einem halben Jahr auch an die Gustav-Adolf-Schule. Seitdem schenkt sie Kindern etwas, das im Schulalltag besonders wertvoll ist: Zeit. Zeit nur für ein Kind. Zeit zum Lesen, Verstehen und Mutfassen. „Abenteuer?“ Anne (Name geändert) schaut fragend auf. „Ja – Abend und teuer. Aber was ist damit gemeint?“ Ingrid Elger lächelt, erklärt das Wort und dann lesen die beiden weiter. Satz für Satz. Ohne Zeitdruck, ohne Noten und ohne Angst, Fehler zu machen. Was wie eine gewöhnliche Lesestunde aussieht, ist für Anne viel mehr. Hier darf sie fragen, ausprobieren und Erfolge erleben. Und aus Unsicherheit wird Schritt für Schritt Selbstvertrauen. Wer lesen kann, kann die Welt besser verstehen. Ob im Unterricht, bei der Berufswahl oder im Alltag: Lesen ist eine entscheidende Grundlage für Bildung, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. „Wenn Kinder nicht richtig lesen lernen, verlieren sie oft schon früh den Anschluss – nicht nur im Deutschunterricht, sondern auf ihrem gesamten Bildungsweg“, erklärt Schulleiter Norbert Arntz. „Deshalb sind wir froh, dass uns der Verein Mentor – Die Leselernhelfer Niederrhein unterstützt.“ Damit künftig noch mehr Schüler diese persönliche Unterstützung erhalten können, möchte die Gustav-Adolf-Schule das von Ingrid Elger angestoßene Angebot ausbauen – und sucht weitere Lesementoren.
Das Konzept ist einfach: Ein Lesementor trifft sich einmal pro Woche für eine Schulstunde mit einem Kind. Gemeinsam wird gelesen, vorgelesen, gesprochen und gelacht – möglichst mit Geschichten, die das Kind selbst interessieren. Die Begleitung sollte mindestens ein Jahr dauern. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Nachhilfe. Es geht um individuelle Zuwendung. Um jemanden, der zuhört, Mut macht und vermittelt: Ich glaube an dich! „Für mich ist das eine sinnvolle Aufgabe, die mir sehr viel Freude macht. Und wenn ich sehe, wie sich die Kinder entwickeln und selbstbewusster werden, ist die Freude noch größer“, erzählt Ingrid Elger. Man braucht keine pädagogische Ausbildung, um Lesementor zu werden. Gefragt sind Freude am Umgang mit jungen Menschen, Geduld – und eine Stunde Zeit pro Woche.
Aus einem schwierigen Wort wird ein Satz. Aus einem Satz eine Geschichte. Und manchmal wird aus einer einzigen Lesestunde der Anfang von etwas ganz Großem. Interessierte können sich bei der Gustav-Adolf-Schule unter Telefon 02823/93400 oder direkt bei Ingrid Elger unter Telefon 0176/51281697 melden. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Registrierung gibt es bei Mentor– Die Leselernhelfer Niederrhein unter „Mitmachen“ → „MentorIn werden“.