Emma (l.) und Lilli trieben ihre Späße mit Sitzungspräsident Stephan Giesen. Foto: Queekespiere/Dirk Verweyen
2. Februar 2026 · Uedem

Ein Jubiläum mit viel Herz und großer Heimatliebe

Die Queekespiere in Keppeln feiern ihren närrischen Geburtstag mit mehr als 130 Akteuren

KEPPELN. Von Altersmüdigkeit keine Spur – 77 Jahre nach ihrer Gründung feiern die Queekespiere in Keppeln noch immer das, wofür sie weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt sind: Karneval mit viel Engagement, Herz und Heimatliebe.

Weit mehr als 130 Akteure standen bei der ersten Abendsitzung auf der Bühne, viele weitere Mitglieder sorgten hinter den Kulissen dafür, dass die närrischen Gäste einen unvergesslichen Jubiläumsabend erlebten.

Ein besonderer Höhepunkt unter vielen: Zur Vorstellung des Sessionsordens marschierte mit Trommeln und Pauken eine große Abordnung des Vereins auf die Bühne, um sich selbst ein Geburtstagsständchen zu bringen. Würde es eines Beweises bedürfen, wie gut Jung und Alt, Tänzerinnen und Büttenredner zusammenarbeiten – mit ihrer Jubiläumsnummer hätten die Queekespiere ihn eindrucksvoll erbracht. Gänsehaut bei Akteuren und Publikum inklusive.

Selbst zum Jubiläumsgeschenk gemacht hatte sich der neue Pfarrer, Martin Ahls. Vor gerade mal drei Monaten in Uedem angekommen, stand er als Eulenspiegel in der Bütt und nahm rasant, spitzzüngig und pointiert das Leben in der Schustergemeinde auseinander. Dafür gab es sogar mitten im Vortrag stehende Ovationen.

Sitzungspräsident Giesen stand bei Emma (zwölf Jahre) und Lilli (elf Jahre) im Fokus. Kess berichteten sie von ihren Erfahrungen beim „Studium carnevale“ und nahmen verschmitzt Publikum und Elferrat aufs Korn. Das bedeutete viel Arbeit für die Hausband, Clemens Aymans und Stefan Lamers, die einen Tusch nach dem anderen spielten. Mit Witz, aber auch mit nachdenklich machenden Reimen blickte die Ehrenvorsitzende der Queeken, Steffi Neu, auf das vergangene Jahr zurück. Das auch zu vorgerückter Stunde noch aufmerksam zuhörende Publikum dankte es dem „Gartenthor“ mit viel Applaus.

Über ihre Lieblingstiere – Zimtschnecken – sprach „Ne Prinzessin“ alias Katrin Neu, die nur noch das isst, was ihr Dr. Oetker verschrieben hat. Erfolgreich absolvierte Indra Fröhlich-Rambach ihre Büttenpremiere als gewandt aus dem Leben erzählende „Pottcasterin“. Immer eine sichere Bank für gute Pointen und live gesungene Karnevalshits: Marco und Lukas Aymans, die über schlechte Dating-Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz berichteten. Max Hoolmans und Nils Bodden radelten in ihrem Zwiegespräch durch das Dorf und wussten von der Kirmes, dem Kartoffelkeller und der Weinprobe des Elferrates zu berichten. Zwischen den Vorträgen brachten die Tänzerinnen der vier Balletts, das Männerballett der „Landstreichler“, die Playbackshow, das Solomariechen Helena van Aken sowie die Jungs vom Kinderelferrat mit einer Trommelnummer Rhythmus auf die Bühne. Ob die Minis mit ihrem Gardetanz, die zuckersüßen Dröpkes mit ihrem Showtanz „Feuer und Eis“, die Teenies in fantasievollen Drachenkostümen oder das große Ballett, das Parookaville-Gefühle nach Keppeln brachte: Es hat sich gelohnt, dass die Tänzerinnen und Tänzer das ganze Jahr über trainieren, um in der Session die verwöhnten Keppelner Narren ein ums andere Mal neu zu verzaubern.

Nach insgesamt sechs Sitzungen und dem Q-Treiben laden die Queekespiere am Montag, 16. Februar, ab 11.11 Uhr, zum Rosenmontagszug als Höhepunkt ihres Jubiläumsjahres ein.

Für seine Büttenpremiere in Uedem wurde Pastor Martin Ahls als Eulenspiegel vom Publikum gefeiert. Foto: Queekespiere/Dirk Verweyen

Für seine Büttenpremiere in Uedem wurde Pastor Martin Ahls als Eulenspiegel vom Publikum gefeiert. Foto: Queekespiere/Dirk Verweyen

Emma (l.) und Lilli trieben ihre Späße mit Sitzungspräsident Stephan Giesen. Foto: Queekespiere/Dirk Verweyen