"Eröffnung Knoasehoff in Wetten am 27. September, Foto von Gerhard Seybert"
30. September 2026 · Kevelaer

Ein grüne Insel der Begegnung

Der „Knoasehoff“ in Wetten ist mit einer Feier offiziell eröffnet worden

WETTEN. Spielende Kinder hier, plaudernde Erwachsene dort und dazwischen ganz viel Grün: Nach zweieinhalb Jahren gemeinsamer Anstrengungen ist das Vorzeigeprojekt „Knoasehoff“ endlich vollendet. Als kleine grüne Oase in Wetten bietet der Naturgarten nun Gelegenheit für die Begegnung zwischen den Generationen und spielerische Umweltbildung.

Die Verantwortlichen zeigen sich zufrieden: Über 300 Leute sind schätzungsweise zur Einweihung des Knoasehoffs am 27. September in Wetten gekommen – ein guter Einstieg für den Dorfbegegnungs-Naturgarten. Möglich gemacht hat es der Wettener Sinn für Gemeinschaft: Rund 50 „Knoasehoffer“, wie sich die aktiven Helfer nennen, halfen tatkräftig bei der Umsetzung mit. Nur ein Wehrmutstropfen trübt derzeit die Feierlaune: Die Fahrradladestation wurde schon nach wenigen Tagen gestohlen.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee zum Knoasehoff kam ursprünglich von Christoph Steegmann. „Die Grillhütte und das WC gehörten schon zum Bestand – das sind schon mal ideale Voraussetzungen“, erzählt er. „Nur der Rest war seit über 40 Jahren total verwildert.“ Im Herbst und Winter seien noch Überschwemmungen dazu gekommen. „Dann habe ich mir irgendwann gedacht: Es ist doch viel zu schade, dass diese schönen Plätze so verwildert sind. Machen wir doch was draus!“

Der erste Gedanke sei in Richtung Umweltgarten gegangen, bis man sich schließlich für einen Naturgarten mit ausschließlich heimischen Pflanzen entschied. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass das Projekt nur dann langfristig zu sichern wäre, wenn die Geselligen Vereine als Träger einsteigen würden.

Dieser langfristige Pflegeplan war schließlich ein wichtiger Baustein, um sich die Förderung durch die Leader-Region Leistende Landschaft und die EU zu sichern: stolze 70 Prozent. Damit musste die Gemeinschaft von den anfallenden 250.000 Euro „nur“ noch 75.000 Euro stemmen. Das gelang: mithilfe von Sponsoren, eigenen Mitteln und Eigenleistungen. „Die Stadt Kevelaer hat uns ebenfalls unterstützt“, sagt Steegmann.

Den Löwenanteil der eigentlichen Umsetzung stemmten die 50 „Knoasenhoffer“ im Alter von zwei bis 80 Jahre, die sich an 40 Samstagen ans Werk machten: Pflanzungen, Gerätschaften aufbauen, das Gelände säubern, Zäune setzen, Tische montieren. „Über 2.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken hier drin“, sagt Steegmann. Nur um die Bautechnik habe sich eine Firma gekümmert. Sacha Sohn, Naturgartenplanerin aus Kerken, war wiederum für die Planung zuständig und wählte die Pflanzen aus, die die Knoasehoffer ehrenamtlich pflanzten.

Ein Ort für Jung und Alt

Überblickt man den Knoasehoff heute auf seinen 3.500 Quadratmetern, kommt viel zusammen: Sitzgelegenheiten, Zäune, Wege, ein Auffangbecken für Regenwasser, eine Brücke, ein Hochsitz, ein Holzerkundungsplatz zum Balancieren und Spielen, eine Wasserpumpe mit Matschtisch, ein „Waldnest“ – ein grünes Klassenzimmer mit Bänken, umrahmt von Totholz-Hecken –, zwei noch im gedeihen begriffene Wildblumen- und Schmetterlingswiesen, ein Insektenhotel, zehn Infoschilder für die Umweltbildung – und rund 4.000 heimische Wildstauden.
"Grüne Oase im Knoasehoff im Hochsommer, idealer Rückzugsort für Familien"

Vor allem im Hochsommer dient der Knoasehoff fortan als grüne Oase für Groß und Klein. Foto: Gerhard Seybert - 47608 Geldern

Es zeigt sich: Der Knoasehoff ist mehr als nur die Summe seiner Teile. Ein großes Ziel war es, einen Ort der Begegnung zu schaffen: nicht nur für Wettener, sondern auch für auswärtige Gäste. „Man kann den Grillplatz hier mieten“, sagt Christoph Steegmann. Orla Feeny von den Geselligen Vereinen lädt aber auch Radfahrer ein, auf ihrer Tour eine Rast einzulegen. Oder Paddler, deren Anlegestation nicht weit entfernt ist. „Die Zielgruppen sind vielseitig“, sagt Feeny. „Wir hoffen, dass auch die Grundschule, das Altenheim und der Kindergarten den Ort nutzen. Sie haben wir auch in die Planung einbezogen.“

Gleichzeitig sieht Orla Feeny im Knoasehoff eine klimatische Oase für die kommenden Hochsommer. Überhaupt setzt der Naturgarten mit einem Hang zur Nachhaltigkeit zeitgemäße wie auch optische Akzente, wie ein Hochbeet aus alten Dachziegeln zeigt. Gepflasterte Wege sind zwar ein Kompromiss für Rollatoren und Co., dafür gibt es aber grüne Fugen mit Thymian.

Blick in die Zukunft

Der Knoasehoff bietet für die Zukunft noch weiterführendes Potenzial: Mit Blick auf den nahegelegenen Reitplatz, Kindergarten, das Altenheim und die Grundschule sehen die Verantwortlichen Möglichkeiten für Veranstaltungen. Aber auch Ergänzungen im Garten sind denkbar. „Es ist ja ein Projekt, das lebt“, kommentiert Orla Feeny. Fest eingeplant sind aktuell jedoch nur noch Tore in Richtung Altwettener Straße, um die kleinen Besucher besser vor dem Verkehr zu schützen.

Wie schon bei der Umsetzung soll auch die Pflege des Gartens Hand in Hand geschehen. Orla Feeny macht sich keine Sorgen: „Dadurch, dass wir das Projekt gemeinsam umgesetzt haben, glauben wir, dass auch die Pflege klappen wird: Die Verbundenheit ist da. Die Menschen haben etwas geschaffen, auf das sie stolz sind.“ Sie habe beobachtet, wie nach den ersten Unterstützern immer weitere dazugekommen seien – und das vereinsunabhängig. „Es haben sich neue Verbindungen im Ort entfaltet zwischen Leuten, die sich vorher gar nicht kannten.“

Damals wie heute soll aber niemand zu einem regelmäßigen Einsatz oder zu einem bestimmten Stundensatz gezwungen werden: Jeder soll helfen können, wie und wann er kann. In diesem Sinne sind Helfer weiterhin herzlich willkommen. Bei Interesse gibt es weitere Infos per Mail an gesellige-vereine-wetten@web.de. Christoph Steegmann betont: „Jeder kann, aber keiner muss.“

Der Knoasehoff ist am 27. September feierlich in Wetten eröffnet worden. NN-Fotos: Gerhard Seybert