"Sabine Guderjahn und Cornelia Kavalirek bei der Rheurdt Open Art Ausstellung, NN-Foto: Thomas Langer"
11. September 2026 · Rheurdt

Ein Dorf der Künstler

Die zweitägige „Rheurdt Open Art“ geht in die sechste Runde

RHEURDT. Es wieder bunt und kreativ: Am Samstag und Sonntag, 19. und 20. September, findet das Kunstformat „Rheurdt Open Art“ zum sechsten Mal statt. 14 Aussteller präsentieren dann von 11 bis 18 Uhr ihre Werke – von großformatigen Aquarellen über kunstvollen Schmuck bis hin zu fantasievollen Drahtskulpturen.

„Wir sind stolz darauf, ein Künstlerdorf zu sein“, sagt Martina Viehweg. Dass diese Bezeichnung keine Übertreibung ist, zeigt wieder einmal die illustre Ausstellerriege. Auch wenn sie etwas kleiner ausfällt als im letzten Jahr – Abwechslung gibt es einige. Mittlerweile hat sich das Format einen Namen gemacht: „Wir kriegen aus verschiedenen Richtungen Anfragen“, erzählt Viehweg. Das zwar auch von außerhalb der Gemeinde, „aber es soll vor allem Rheurdt-lastig bleiben.“ Schließlich eignet sich die Open Art vor allem für eine Radtour durch die lokale Kunstszene. Über neun Kilometer geht es durch neun heimische Ateliers und Werkräume in Rheurdt und Schaephuysen.

Neuzugänge

Zum ersten Mal dabei ist Cornelia Kavalirek (Rheurdter Straße 52). Was das Hobby angeht, ist sie aber schon ein alter Hase: „Ich male, seit ich zwei Jahre alt bin“, erzählt die Schaephuysenerin. Ihr geht es vor allem darum, etwas zu malen, was Gefühle und Stimmung ausdrückt – in ihrem Fall sind das häufig Tiere, Blumen und Natur im Allgemeinen, sowohl in kleineren als auch größeren Formaten. „Angefangen habe ich mit Öl.“ Mittlerweile sei aber Acryl das Mittel ihrer Wahl. „Das trocknet schneller. Ich bin ja ungeduldig“, sagt sie mit einem Lachen. Über verschiedene Kurse hat sie nicht nur Techniken erlernt, sondern auch Kontakte zu anderen Künstlern geknüpft. „Da bekommt man auch mal Kritik. Oft ist man ja etwas betriebsblind.“

Zur Open Art selbst ist sie über den Kontakt zu Karin Scheidt gekommen – sehr zu ihrer Freude. „Ich habe ständig davon gehört und fand es immer toll.“ Und da sie über die Jahre viele Bilder angesammelt habe, habe sie diese immer schon einmal ausstellen wollen. Nun bekommt sie die Gelegenheit.

Auch Sabine Guderjahn ist über Scheidt und die Teilnahme an ihrem Naturmarkt Schaephuysen zur Runde gestoßen. „Über viele Jahre habe ich mit Acryl gemalt“, erzählt sie. Mittlerweile widmet Guderjahn sich jedoch Aquarellen – eine große Herausforderung, wie sie verrät. Für die Ausstellung bringt sie vornehmlich Bilder im Miniformat und Glückwunsch-Grußkarten mit. Auch sie hat die Mal-Leidenschaft schon als Kind gepackt. Nach einer jahrelangen Pause war es allerdings ihr Mann, der sie 2006 zurück auf Kurs brachte, indem er ihr ein Aquarell-Lehrbuch mit den passenden Utensilien schenkte. „Ab da war ich nicht mehr zu bremsen“, sagt sie und lacht.

Wie Kavalirek widmet sich auch Guderjahn vornehmlich solchen Motiven, die guttun und für gute Stimmung sorgen, wie Blumenlandschaften oder auch Ortschaften. „Ich möchte auch an das Schöne erinnern“, erklärt sie. Mit einem Kunststudium und einem Diplom im Rücken, hilft sie seit drei Jahren mit diesem Ansatz auch Patienten im Rahmen der Kunsttherapie – zunächst als Selbstständige, jetzt als Angestellte. Als während ihrer Selbstständigkeit ihre eigene Kunst ins Hintertreffen geraten war, nahm sie sich wieder mehr Zeit für sich. Es war die richtige Entscheidung: „Ich bin sehr glücklich, wieder selbst zu malen und ausstellen zu können.“

Letzteres kann die Schaephuysenerin beim dritten Neuzugang: Dagmar Martens (Gartenstraße 12). Als Hobbykünstlerin wird diese zusammen mit ihrer Tochter Sandra Produktdesigns aus Holz, Stoff und Papier präsentieren. „Alles, was es schon gibt, neu gedacht und anders hergestellt“, beschreibt sie ihr Angebot. Darunter ein altes Papierfaltpuzzle, entdeckt 1938. Auch Kunst mit geometrischer Formenvielfalt lässt sich hier erleben.

Die Kunst und ihre Gesichter

Vielseitig wird es auch in den übrigen Ateliers: Martina Viehweg (Landwehrweg 150) setzt mit ihrer Floristik und Drahtfiguren farbige Akzente und möchte auch einigen großen, abstrakten Werken von Sigrid Hallensleben eine Plattform bieten. An der Adresse An Deckers 33 wartet mit Margret Theissen und Monika Trauner gleich ein Doppelpack Malerei verschiedener Stile auf die Besucher.
"Open Art Rheurdt: Vielfältige Kunstwerke, Foto: Thomas Langer"

Die Open Art in Rheurdt zeigt: Kunst hat viele Gesichter. NN-Foto: Thomas Langer

Adelheid Thillosen öffnet ihre Türen für „Det on Dat“ an der Aldekerker Straße 14, wo auch Karin Scheidt ihre Filzarbeiten vorstellt. Gerd Hüsken rückt seine Malereien auf Glas (Bahnstraße 62) in den Mittelpunkt. Zu dieser Gelegenheit lassen sich auch die Malereien von Katya Zarinks Kaya bestaunen.

Moderne Malerei gibt es Am Hochend 68 bei Jenny Schäfer, wo auch Stephanie Bongers‘ Kunst aus Fahrradschläuchen wieder einen Ehrenplatz findet. Bei Familie Atrops (Feldstraße 12) lautet das Motto dieses Mal „Sicher, frei, endlos.“ Was alles dahinter steckt? Man darf gespannt sein. Gisa Elmer wiederum zeigt, wie kunstvoll Schmuck sein kann (An Hacksteinskuhlen 15a).

Allen, die mit dem PKW anreisen, sei der Parkplatz „Oertmer Berg“ empfohlen, um von dort aus die Ateliers zu erkunden. Der Flyer zur Veranstaltung beinhaltet die Route und liegt an verschiedenen Stellen in Rheurdt sowie an einigen der Ausstellungsorte aus sowie auf der Facebook- und Instagramseite der Open Art.

Stellen erstmals auf der Rheurdt Open Art aus: Sabine Guderjahn und Cornelia Kavalirek (v.l.). NN-Foto: Thomas Langer