Ein Blick in die Geschichte des Roten Kreuzes
Exponate von Uli Jaspers bereichern die historische Sammlung des DRK
KLEVE. In der Museumsstube des Kreisverbandes Kleve-Geldern wurde jetzt ein außergewöhnlicher Gast willkommen geheißen: Uli Jaspers, ehemaliger Zugführer des regionalen Katastrophenschutz-Sanitätszuges Kleve I und langjähriger Mitarbeiter der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC). Mit seinem Besuch brachte er nicht nur eine Fülle an Erinnerungen und Erfahrungen aus über drei Jahrzehnten humanitärer Arbeit mit, sondern auch zahlreiche wertvolle Exponate, die nun die historische Sammlung „Von Gestern – Für Morgen“ in Kellen bereichern.
Sein Empfang durch den Initiator der Sammlung, Hans-Josef Arping, war geprägt von einem tiefen gegenseitigen Interesse an der Arbeit des Roten Kreuzes. Die Museumsstube ist ein Ort, an dem die Geschichte und das Vermächtnis des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) lebendig gehalten werden – ein Anliegen, das auch Jaspers Zeit seines Lebens begleitet hat. Die Laufbahn von Uli Jaspers ist beeindruckend und von einem unermüdlichen Engagement für die globale humanitäre Hilfe geprägt. Als junger Mann war er in seiner Heimatstadt Kleve bei den städtischen Bäderbetrieben tätig, wo er seine Faszination für Wasser und dessen essenzielle Bedeutung für das Leben entdeckte. Doch seine Leidenschaft galt bereits damals auch der Katastrophenhilfe, weshalb er sich ehrenamtlich dem DRK anschloss und dort wertvolle Erfahrungen sammelte.
Sein tiefgehendes Wissen und seine Kompetenz führten ihn schließlich dazu, 1991 das Ehrenamt hinter sich zu lassen und eine hauptamtliche Laufbahn im DRK-Generalsekretariat in Bonn zu beginnen. Von dort wurde er rasch an die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) in Genf entsandt, wo er eine tragende Rolle in der weltweiten Wasserversorgung und Hygiene in Krisengebieten übernahm. Wasser – ein Element, das Jaspers seit jeher begleitet hat – wurde zu seinem Fachgebiet. Als Experte für Wasser- und Hygieneversorgung war er maßgeblich daran beteiligt, Schnell-Einsatzeinheiten für diese lebenswichtigen Bereiche aufzubauen und zu betreiben. Sein Wirken führte ihn in zahlreiche Krisenregionen, darunter Erdbebengebiete, Überschwemmungsregionen und Epidemie Herde, wo er mit einheimischen Helfern und Tochtergesellschaften des Roten Kreuzes zusammenarbeitete.
Während seiner jahrzehntelangen Tätigkeit konnte er entscheidend dazu beitragen, dass heute über 600 Projekte im Bereich Wasser und Hygiene von über 100 Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften weltweit betrieben werden. Seine Einsätze brachten ihn in über 90 Länder, in denen er mit lokalen Teams Lösungen für akute humanitäre Herausforderungen entwickelte. Die Bedeutung seiner Arbeit kann kaum hoch genug eingeschätzt werden: Durch den Zugang zu sauberem Wasser und angemessener Hygiene konnte unzähligen Menschen geholfen werden, insbesondere in Zeiten von Epidemien und Naturkatastrophen.
Die DRK-Bereitschaft in Kleve verlor nie den Kontakt zu ihrem „Mann in Genf“ – vielmehr bestand über die Jahre eine enge Verbindung zu Jaspers, der als stellvertretender Direktor der Gesundheitsabteilung der IFRC stets ein offenes Ohr für die Anliegen seiner Kollegen aus der Heimat hatte. Er war nicht nur eine fachliche Unterstützung, sondern auch eine menschliche Stütze, die sich unermüdlich für die Belange des Roten Kreuzes einsetzte. Mit seinem kürzlichen Eintritt in den Ruhestand geht eine beeindruckende Laufbahn zu Ende. Doch sein Vermächtnis bleibt – nicht nur in den zahllosen Projekten, die er weltweit initiiert und begleitet hat, sondern auch in der Museumsstube, wo seine Andenken und Gastgeschenke nun einen festen Platz gefunden haben. Während seines Besuchs übergab Uli Jaspers eine Vielzahl von Rotkreuz-Andenken, Gastgeschenken und Souvenirs, die er während seiner jahrzehntelangen Reisen gesammelt hat. Diese wertvollen Exponate sind nicht nur Erinnerungsstücke, sondern auch Zeugen der internationalen Arbeit des Roten Kreuzes, die die Museumsstube nun bereichern. Die Sammlung „Von Gestern – Für Morgen“ lebt von solchen Beiträgen – sie erzählen von Menschen, die ihr Leben der Hilfe für andere gewidmet haben, und bringen die Geschichte der humanitären Arbeit auf eine eindrucksvolle Weise näher.
Die Museumsstube des DRK-Kreisverbandes Kleve-Geldern freut sich außerordentlich, mit den neuen Exponaten eine Brücke zur internationalen Arbeit des Roten Kreuzes schlagen zu können. Der Besuch von Uli Jaspers war eine Bereicherung – nicht nur für die Ausstellung, sondern auch für das Bewusstsein darüber, wie entscheidend humanitäre Hilfe in der Welt ist. Sein jahrzehntelanges Wirken hat unzählige Menschenleben berührt und verändert. Mit Dankbarkeit blickt die Museumsstube auf dieses Vermächtnis und heißt die von ihm überlassenen Exponate mit offenen Armen willkommen.
Hans-Josef Arping (l.) hieß Uli Jaspers in Kellen willkommen. Foto: privat