Neu im mini-art Team ist neben (v.l.) Crischa Ohler und Sjef van der Linden die Theaterpädagogin Lea Krell. NN-Foto: HF
23. August 2024 · Bedburg-Hau

Ein Abschied, ein Anfang

Das Theater mini-art in Bedburg-Hau stellt neuen Spielplan und neue Mitarbeiterin vor

BEDBURG.HAU. Eines ist mini-art bestimmt nicht: das Theater der Bequemlichkeiten ...

Auch im neuen Spielplan (August bis Dezember) taucht „Ännes letzte Reise“ auf. Es geht um Euthanasie im Nationsozialismus, aber für Crischa Ohler ist Ännes letzte Reise nicht einfach ein Blick zurück in deutsche Vergangenheiten, sondern vor allem dies: „Ein Lehrstück für die Gegenwart“, sagt Ohler, „und eben deshalb werden wir dieses Stück spielen, so lange wir auf die Bühne gehen können.“ Statement für ein Theater, das vor Unliebsamkeiten nicht Halt macht.

Übrigens hat mini-art „Zuwachs“ bekommen. Dank einer (zeitlich nicht befristeten) Aufstockung der Mittel seitens des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft ist jetzt Lea Krell mit an Bord. Crischa Ohler: „Wir haben uns entschlossen, die Mittel für etwas zu nutzen, von dem wir nicht wissen, ob wir es nun Theaterpädagogik, Kunstvermittlung oder Lebensschule nennen sollen.“ Beim Thema „Theater und Schule“ sei, so Ohler, seit Corona vieles weggebrochen. Die Neue im Team, die in Neukirchen-Vluyn wohnt, hat zunächst Erzieherin gelernt, dann aber beim „Off-Theater“ in Neuss mit Theaterpädagogik aufgestockt. Es wird – in Sachen Theaterpädagogik – für sie zunächst einmal darum gehen, ein Netzwerk aufzubauen und Kontakte zu knüpfen.

Das könnte schon am kommenden Wochenende abseits elektronischer Medien stattfinden, dann mini-art nimmt am Sonntag, 25. August, zwischen 11 und 17 Uhr am Gemeindefest in Bedburg-Hau teil.

Crischa Ohler: „Dort stellen sich – rund ums Rathaus Vereine vor und wir haben uns davon die Aktion ‚Herzenskarte‘ ausgedacht.“ Es geht um freundliche Botschaften auf tatsächlichen Postkarten. „Dafür stellen wir Einladungskarten zu all unseren bisherigen Stücken zur Auswahl.“ Der Clou: mini-art übernimmt das Porto für die Herzensbotschaften.

Am Samstag, 22. September laden Crischa Ohler, Sjef van der Linden und die „Jazzkapelle“ (Antje Witzler, Frank Schoppmann, Heribert Reul und Markus Maas) zu eine „theatral-witzig-poetisch-hintergründigen Lesung mit Tierfabeln von Toon Tellegen ein. Titel: „Man wird doch wohl man wütend werden dürfen“. Crischa Ohler: „Wütend sein – ein allzu menschliches, aber höchst unbeliebtes Gefühl. Was, wenn man niemals wütend wird, aber es gern mal wäre? Was, wenn man dauern wütend ist, aber es selber nicht merkt?“ Toon Tellegen – mit seinen Texten quasi Dauergast bei mini-art – schreibt sein Geschichten aus der Perspektive von Tieren. Das hilft bei der Abstandsgewinnung, obwohl jederzeit klar ist, dass der Autor, der jeden Tag mindestens eine Geschichte schreibt, von Tieren spricht und Menschen meint. Die Lesung in Sachen wütend sein, dürfte also höchst unterhaltsam werden.

Auch (wieder) auf dem Spielplan: „Die ganze Zeit“ – eine philosophisch-musikalische Lesung nach dem Buch „De hele tijd“ von .... genau: Toon Tellegen.

Freunde von „Ein Schaf fürs Leben“ müssen jetzt stark sein, denn im Dezember gilt es, Adieu zu sagen. Sjef van der Linden: „Wir spielen das Stück zum letzten Mal.“ Wahrscheinlich wird es Gäste geben, die den Text mitsprechen können. Wer sich persönlich vom „Schaf fürs Leben“ verabschieden möchte, sollte sich in jedem Fall rechtzeitig anmelden. Die Vorstellungen finden am 11., 15., 16., 22. und 26. Dezember statt. Kartenvorbestellungen (für alle Stücke) sind telefonisch (02821/811570) oder im Netz (info@mini-art.de) möglich. Und natürlich findet sich für alle, die keinen gedruckten Spielplan haben, das Programm unter https://www.mini-art.de/.

In Zusammenarbeit „mit unseren Lieblingsnachbarn“ (Crischa Ohler) vom ArToll Kunstlabor findet am Mittwoch, 25. September, um 19.30 Uhr im Theater eine von Carla Gottwein moderierte Lesung zum Thema „Warum wir Trost brauchen“ mit Jean-Pierre Wils statt.

Carla Gottwein: „Im Rahmen unseres interdisziplinären Trostprojektes, das vom ArToll Kunstlabor durchgeführt wird, wird Jean-Pierre Wils aus seinem Buch ‚Warum wir Trost brauchen‘ lesen.“

Wie wär‘s denn heut mal analog? Beim Gemeindefest rund ums Rathaus bietet mini-art Postkarten an und übernimmt beim Verschicken das Porto. NN-Foto: HF

Wie wär‘s denn heut mal analog? Beim Gemeindefest rund ums Rathaus bietet mini-art Postkarten an und übernimmt beim Verschicken das Porto. NN-Foto: HF

Neu im mini-art Team ist neben (v.l.) Crischa Ohler und Sjef van der Linden die Theaterpädagogin Lea Krell. NN-Foto: HF