Ehrenkreuz, Jubiläen und MÄNN-Pokal
Antonius-Gilde Kevelaer würdigt ihre prägenden Persönlichkeiten
Der Rahmen hätte kaum passender sein können: Es war das erste Patronatsfest der Gilde, das mit einem offiziellen Ehrenhauptmann begangen wurde. Präsident Wolfgang Toonen konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Seine Aufgaben übernahm Vizepräsident Wolfgang Schaffers, unterstützt von Ehrenpräsident Rudi van Bühren sowie Ehrenvorstandsmitglied Rainer Koppers. In der Laudatio wurde insbesondere an den September 1998 erinnert. Nach dem plötzlichen Tod des damaligen Hauptmanns Hermann Toonen übernahm Bernd Aymanns zunächst kommissarisch die Führung der Gilde. Bereits im November desselben Jahres wurde er offiziell gewählt. Insgesamt 27 Jahre lang führte er die Gilde bis ins Jahr 2025 und prägte deren Entwicklung nachhaltig.
Die Ehrung markierte zugleich ein goldenes Jubiläum: Vor 50 Jahren, im November 1975, trat Aymanns der Gilde bei. Früh übernahm er Verantwortung, unter anderem als stellvertretender Kassierer, stellvertretender Schießmeister und zweiter Offizier, bevor er an die Spitze des Offizierskorps rückte. Auch über die Gilde hinaus war Aymanns engagiert. Von 1996 bis 2016 wirkte er als Stadtbundschießmeister in Kevelaer und übernahm zudem die Organisation der Hallenvermietung. Sein Einsatz trug maßgeblich zur finanziellen Stabilisierung des Stadtbundes bei. Darüber hinaus war er im Festausschuss der Gilde für das Festjahr 2015 bei den Geselligen Vereine Kevelaer tätig.
Trotz zahlreicher administrativer Aufgaben blieb Aymanns stets aktiver Sportschütze. Seit mehr als 35 Jahren ist er Mannschaftsführer und leitet bis heute die Landesliga-Mannschaft. Mit der Verleihung des Schulterbandes würdigten die Anwesenden nicht nur seine Ämter, sondern vor allem die Beständigkeit und Leidenschaft, mit der er sein Leben dem Schützenwesen gewidmet hat. Die Auszeichnung wurde von Diözesanbundesmeister Ludger Koppers übergeben.
Nach dem besinnlichen Auftakt und den frühen Morgenstunden stand die Stärkung der Mitglieder im Vordergrund. Ein gemeinsames Frühstück bildete den Rahmen für die erste Pflichtversammlung des Jahres.
Zügiger Übergang
Die Versammlung kam ohne Umschweife zum Wesentlichen. Schnell leitete der Vorstand zu den sportlichen Ehrungen über. Im Mittelpunkt standen die Leistungen des Schießwettbewerbs vom vergangenen Dezember. Besondere Anerkennung erhielten die Sieger des MÄNN-Pokalschießens. Michael van Bühren sicherte sich mit ruhiger Hand und 48 Ringen den Bestschützen-Pokal. Den größten Erfolg des Tages feierte jedoch Charles Verheyden: Mit dem entscheidenden Treffer gewann er den begehrten MÄNN-Pokal.
Ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Gilde setzten die Ehrungen für zehnjährige Vereinstreue. Ausgezeichnet wurden Jürgen Buschhaus, Thomas Canders-Knell und Marvin Toonen.
Ebenfalls seit zehn Jahren Mitglied ist Thorsten Janssen. Seine Ehrung war mit einer besonderen Randnotiz verbunden: Durch die pandemiebedingten Ausfälle ging er als König mit der längsten Amtszeit der Nachkriegszeit in die Vereinsgeschichte ein.
Im Rahmen einer feierlichen Ehrung blickte die Gilde auf 50 Jahre Vereinstreue engagierter Mitglieder zurück. Besonders gewürdigt wurden Persönlichkeiten, die das Vereinsleben über Jahrzehnte hinweg geprägt haben.
Eine herausragende Würdigung erhielt Ehrenpräsident Rudi van Bühren. Seine Laufbahn begann als Jungschützenmeister und führte ihn über zahlreiche Vorstandsämter bis an die Spitze der Gilde, die er 21 Jahre lang als Präsident leitete. 2016 wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Ebenfalls für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde Paul Koppers. Er ist der Schöpfer des Vereinsliedes „Wir sind die MÄNN“ und engagiert sich bis heute als Archivar und bei der Pflege des Antonius-Häuschens.
Herbert Nellesen gehört ebenfalls seit einem halben Jahrhundert zur Gemeinschaft. Über viele Jahre war er für den Bau der Vögel beim traditionellen Vogelschießen verantwortlich und unterstützt den Verein weiterhin bei der Pflege der Gedenkstätte.
Mit Erwin Papon wurde ein Allrounder der Gilde ausgezeichnet. Neben seinen Tätigkeiten als Fahnenoffizier und stellvertretender Hauptmann machte er sich insbesondere als Sportstättenwart in der Schützenhalle des Stadtbundes verdient. Abgerundet wurde der Kreis der Jubilare durch Hans Werner Schumacher, König 1986, der dem Verein ebenfalls seit fünf Jahrzehnten die Treue hält.
Ehre für Erwin Papon
Einen weiteren Höhepunkt des Tages bildete die Verleihung des Sankt-Sebastianus-Ehrenkreuzes an Erwin Papon. Die Auszeichnung würdigt ein jahrzehntelanges, außergewöhnliches Engagement für das Schützenwesen.
Papons Vita innerhalb der Gilde ist beeindruckend: Neben seiner Zeit als König und Bezirkskönig war er viele Jahre in führenden Offiziersfunktionen tätig und engagierte sich intensiv in der Pflege und Instandhaltung der Sportstätte des Stadtbundes. Bereits Jahre zuvor war er mit dem silbernen Verdienstkreuz und dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet worden.
Die Ehrung wurde von Diözesanbundesmeister Ludger Koppers und Bezirksbundesmeister Jürgen Kisters vorgenommen, die damit den Dank und die Anerkennung für Papons unermüdlichen Einsatz rund um die „MÄNN“ zum Ausdruck brachten.
Bernd Aymanns (l.) war einer der Geehrten.
Ehrung für Erwin Papon (2.v.l.).
Die Antonius-Gilde Kevelaer hat ihre prägenden Persönlichkeiten geehrt. Fotos: privat