EGD: Positive Bilanz und sinkende Energiepreise
Investitionen und gute Nachrichten für Kunden der Stadtwerke Emmerich
EMMERICH. Stabilität, starke Investitionen und digitale Impulse – mit diesen Schlagworten hat die Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen (EGD) ihre Bilanz für das Jahr 2025 überschrieben. Es sei ein erfolgreiches Jahr gewesen, berichtet EGD-Geschäftsführer Tobias Mies, der gemeinsam mit Ingo Sigmund und Steffen Borth einen Blick auf die vergangenen zwölf Monate wirft.
Erfolgreich sei der Start der Emmerich-App verlaufen, die die Stadtwerke gemeinsam mit WfG und der Stadt aufgelegt haben. Etwa 9.200 Downloads zeigen, dass der „Mehrwert für die Bürger“, den Mies der App attestiert, auch gesehen wird. So werde der „Mängelmelder“ sehr gut angenommen, gleiches erwarte man auch für die neue Funktion „Angebotewelt“. Damit soll keineswegs Schluss sein, wie Mies betont: „Wir arbeiten immer unter Volldampf und treiben die Entwicklung der App weiter voran.“ Auch die Stadtwerke selbst wollen digitaler werden, etwa in Sachen Self-Service-Funktionen. „Das ist unser Anspruch“, sagt Mies. „Denn wir sehen eine steigende digitale Affinität unserer Kunden.“
Eine positive Nachricht in Form von gleich zwei Senkungen bei den Energiepreisen in 2026 hat Ingo Sigmund, Bereichsleiter für Energiebeschaffung und Vertrieb, für alle Stadtwerke-Kunden. Zum einen wird beim Strom der Arbeitspreis um zwei Cent pro Kilowattstunde auf 37,98 ct/kWh gesenkt. Obwohl gleichzeitig der jährliche Grundpreis um 15,28 Euro auf 120 Euro steigt, ergibt sich für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.600 kWh eine Entlastung von rund 57 Euro. Bei der Grundversorgung mit Erdgas sinkt der Arbeitspreis um einen Cent pro Kilowattstunde auf 11,77 ct/kWh. Trotz Erhöhung des Grundpreis um 24,99 Euro auf künftig 142,80 Euro sparen Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 kWh etwa 175 Euro im Jahr. Während beim Strom die Kunden vom Klima- und Transformationsfonds und den dadurch gesunkenen Netzentgelten profitieren, „fällt beim Gaspreis die Gasspeicherumlage weg“, erläutert Sigmund. Zudem habe sich die Lage an den Energiemärkte insgesamt entspannt, sodass man etwa Gas günstig habe beschaffen können.
Über die aktuellen Entwicklungen bei der im Juni 2024 gegründeten Gesellschaft ERNI (Erneuerbare Niederrhein) berichtet SWE-Geschäftsführer Steffen Borth. Hier treiben die Stadtwerke Emmerich, Kleve und Goch gemeinsam den Ausbau regenerativer Energie in der Region voran. So investiere man etwa in Floating- sowie Freiflächen-PV-Anlagen, Windenergieanlagen und leistungsfähige Batteriespeicher.
Zudem investieren die Stadtwerke Emmerich in die Versorgungsinfrastruktur, genauer in den Ausbau und die Modernisierung der Versorgungsnetze, da die Lasten in den kommenden Jahren deutlich steigen werden. Rund sechs Millionen Euro fließen in den Bau eines neuen Schalthauses an der Duisburger Straße, in Hüthum wird ein zweites Schalthaus geplant. Ein zentrales Projekt ist ebenfalls der Auftrag der Autobahn GmbH, den Rastplatz an der A3 an das Stromnetz anzubinden. Hier soll ein Ladepark für Lkw entstehen. Die Stadtwerke stellen hier einen Netzanschluss mit 4,5 Megawatt Leistung her, bei einem Investitionsvolumen von rund sieben Millionen Euro – laut Borth eine „große Herausforderung mit hoher Komplexität“.
Als „elementar“ bezeichnet Borth die Erneuerung der Trinkwasserbrunnen in Emmerich. „Durch den Klimawandel haben wir zunehmend starke Temperaturwechsel, die die Trinkwasserversorgung enorm beanspruchen.“ So investiere man in einen neuen Trinkwasserbehälter, zusätzliche Brunnenanlagen und die Digitalisierung der Infrastruktur. Zudem plane man ein neues Wassergewinnungsgebiet in Richtung Borghees. Hier biete der Trinkwasserleiter „gute Parameter für eine dauerhafte Versorgung für die nächsten Jahrzehnte – und damit die nächsten Generationen“, sagt Borth, der gleichzeitig verkündet, dass die Trinkwasserpreise nach der moderaten Anpassung zum 1. September 2025 im kommenden Jahr stabil bleiben.
Derweil stehen die Termine für die Umstellung der Gasversorgung von L- auf H-Gas in Emmerich fest: Hier finden die Schaltungen am 14. April und 9. Juni 2026 statt. „Alle betroffenen Haushalte werden etwa drei Wochen vor dem Termin schriftlich informiert“, sagt Steffen Borth.
Für das Embricana kündigt er eine Preisanpassung sowohl für das Schwimmbad als auch die Sauna an. „Seit 2020 haben wir hier stabile Eintrittspreise“, sagt Borth, nun jedoch müsse man aufgrund gestiegener Betriebs- und Energiekosten beim Schwimmbad um 13 und bei der Sauna um acht Prozent erhöhen. Damit sei es immer noch eine „sozialverträgliche Eintrittspreisgestaltung“, betont Borth, zumal etwa das Sommerferienangebot bestehen bleibe, bei dem Schüler das Bad für einen Euro besuchen können. Zudem profitieren Kunden der Stadtwerke Emmerich von Rabatten beim Badeintritt, sodass sich die Erhöhung für sie nicht auswirkt.
Positiv sieht Borth auch die Besucherzahlen: Die Sauna knackt im dritten Jahr in Folge die Marke von 40.000 Gästen, und auch im Bad „haben wir stabile Zahlen von etwa 150.000 Besuchern“, sagt Borth. Allerdings liege man weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau, damals kamen jährlich zwischen 180.000 und 190.000 Gäste ins Emmericher Freizeit- und Sportbad.
Eine „Herausforderung, die es zu lösen gilt, die uns aber Kopfschmerzen bereitet“, wie Borth gesteht, betrifft den Fachkräftemangel im Embricana, durch den die Schwimmbadbranche „maßgeblich gebeutelt“ sei. Man setze zwar verstärkt auf Ausbildung, doch speziell das Schichtsystem bereite Probleme, Nachwuchs für Bäderfachangestellte zu finden.
Vor dem Abschluss steht das millionenschwere Investitionsprogramm zur Erweiterung des Port Emmerich, das vor zehn Jahren gestartet wurde. Die Sanierung der Kranbahn am Containerterminal ist erfolgreich abgeschlossen, „wir sind sowohl zeitlich als auch bei den Kosten voll im Plan“, freut sich Port-Geschäftsführer Tobias Mies. Der neue Containerkran läuft bereits im Testbetrieb und soll zeitnah offiziell übergeben werden. Danach sollen die Planungen für den Ersatz der zweiten Kranbrücke vorangetrieben werden. Dies ist dann das „glückliche Ende eines massiven Investitionsprogramms für den Wirtschaftsstandort Emmerich, für den Kreis und die Region“, sagt Mies. Zudem sei es ein Beispiel dafür, dass „das Thema Infrastruktur ernstgenommen und rechtzeitig angegangen wird“, ergänzt Mies, „in allen Bereichen der EGD“.
Teil der EGD ist auch die Erschließungsgesellschaft Emmerich (EGE), die laut Mies insbesondere im Innenstadtbereich tätig ist, hier „zeitnah Eigentum im Bereich der Kaßstraße erwerben“ werde, um eine Wegesichtbeziehung zum Neumarkt herzustellen. Zudem werde man die Planungen zur Entwicklung des einstigen Postgebäudes vorantreiben; dazu hoffe man auf einen positiven Förderbescheid im kommenden Sommer.
Abschließend verweist Tobias Mies auf ein positives Jahresergebnis der EGD von rund 900.000 Euro für 2024. Für das laufende Jahr plane man mit einem nur etwas niedrigeren Ergebnis.
Über zentrale Themen des EGD-Konzerns im Jahr 2025 informierten Ingo Sigmund, Tobias Mies und Steffen Borth (v. l.), zudem gaben sie einen Ausblick auf das kommende Jahr. Foto: EGD